{"id":22930,"date":"2014-10-15T03:03:00","date_gmt":"2014-10-15T01:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22930"},"modified":"2014-10-14T13:30:16","modified_gmt":"2014-10-14T11:30:16","slug":"internationaler-vertrag-gegen-biopiraterie-tritt-kraft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/internationaler-vertrag-gegen-biopiraterie-tritt-kraft\/","title":{"rendered":"Internationaler Vertrag gegen Biopiraterie tritt in Kraft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 12.Oktober 2014 tritt das internationale Abkommen gegen Biopiraterie in Kraft. Das so genannte &#8220;<a href=\"http:\/\/www.bmub.bund.de\/themen\/natur-arten\/naturschutz-biologische-vielfalt\/internationaler-naturschutz\/nagoya-protokoll\/\" target=\"_blank\">Nagoya-Protokoll<\/a>&#8221; stellt erstmals einen einheitlichen internationalen Rahmen f\u00fcr die Nutzung von genetischen Ressourcen auf. So werden Herkunftsl\u00e4nder ausgewogen und gerecht an den Vorteilen der Nutzung ihrer Pflanzen und Tiere beteiligt. Verabschiedet wurde es auf der Weltbiodiversit\u00e4tskonferenz 2010 im japanischen Nagoya.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Nagoya-Protokoll will die Staatengemeinschaft dazu beitragen, einen wirtschaftlichen Anreiz f\u00fcr den Erhalt der biologischen Vielfalt zu setzen. Das Protokoll stellt auf der einen Seite verbindliche Regeln f\u00fcr den Zugang zu genetischen Ressourcen auf. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Wissenschaftler und Forscher, die nach nutzbaren Arten suchen und sie erforschen m\u00f6chten, verl\u00e4ssliche und transparente Regeln hierzu in den Herkunftsl\u00e4ndern vorfinden. Auf der anderen Seite verpflichten sich L\u00e4nder, in denen genetische Ressourcen genutzt werden, zu gew\u00e4hrleisten, dass die Herkunftsl\u00e4nder eine Beteiligung an den Vorteilen der Nutzung erhalten. Dies kann beispielsweise durch Forschungskooperation oder Gewinnbeteiligungen geschehen.<\/p>\n<p>Hintergrund ist, dass das kommerzielle Potenzial der biologischen Vielfalt durch Erforschung der genetischen Ressourcen in Zukunft besser genutzt werden soll. Ein gro\u00dfer Teil der biologischen Vielfalt ist nach wie vor unbekannt und nicht wissenschaftlich beschrieben. H\u00e4ufig bleibt daher unerkannt, welches Potential Pflanzen und andere Lebewesen f\u00fcr eine Nutzung haben: Beispielsweise kann eine Heilpflanze aus dem tropischen Regenwald zu einem wertvollen Medikament verarbeitet werden. Wilde Tier- und Pflanzenarten k\u00f6nnen durch Zucht genutzt werden: Auch Kosmetikindustrie oder Biotechnologie arbeiten mit Pflanzen und sind daher auf die biologische Vielfalt angewiesen.<\/p>\n<p>Das Nagoya-Protokoll tritt am 12. Oktober in Kraft \u2013 drei Monate nach der 50. Ratifizierung. Inzwischen wurde der Vertrag bereits von 53 Parteien ratifiziert. Die erste Vertragsstaatenkonferenz findet vom 13. bis zum 17. Oktober gleichzeitig mit der Vertragsstaatenkonferenz der \u00fcbergeordneten Konvention \u00fcber die biologische Vielfalt (CBD) in Pyeongchang, S\u00fcdkorea statt. Die Europ\u00e4ische Union hat im Fr\u00fchjahr eine Verordnung zur Umsetzung des Protokolls verabschiedet (EU-VO 511\/2014) und hat das Protokoll bereits ratifiziert. Deutschland hat ein Gesetzgebungsverfahren zur Umsetzung und Ratifizierung des Protokolls gestartet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12.Oktober 2014 tritt das internationale Abkommen gegen Biopiraterie in Kraft. Das so genannte &#8220;Nagoya-Protokoll&#8221; stellt erstmals einen einheitlichen internationalen Rahmen f\u00fcr die Nutzung von genetischen Ressourcen auf. So werden Herkunftsl\u00e4nder ausgewogen und gerecht an den Vorteilen der Nutzung ihrer Pflanzen und Tiere beteiligt. 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