{"id":22902,"date":"2014-10-15T02:41:32","date_gmt":"2014-10-15T00:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/veranstaltungen\/biobasierte-materialien-neue-rohstoffquellen-produkte-und-recycling.html"},"modified":"2014-10-13T14:32:53","modified_gmt":"2014-10-13T12:32:53","slug":"biobasierte-materialien-neue-rohstoffquellen-produkte-und-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biobasierte-materialien-neue-rohstoffquellen-produkte-und-recycling\/","title":{"rendered":"Biobasierte Materialien &#8211; Neue Rohstoffquellen, Produkte und Recycling"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Erschlie\u00dfung alternativer Rohstoffe: Wiesengras und Krabbenschalen<\/li>\n<li>Biobasierte Fasern in der Medizin und Lebensmittelproduktion<\/li>\n<li>Neue Plattformchemikalien und Recycling von Biokunststoffen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>N\u00fcrnberg\/Straubing, 22.09.2014 \u2013 Nach fast jedem Einkauf f\u00e4llt beim Auspacken Verpackungsm\u00fcll, zumeist aus Kunststoff, an. F\u00fcr einen Teil davon gibt es entweder Pfand- oder R\u00fccknahmesysteme, \u00fcber die z.B. PET recycelt werden kann. Biobasierte Polymere bieten hier eine gute Alternative zu erd\u00f6lbasierten Kunststoffen. Dar\u00fcber hinaus haben sie das Potenzial, \u00fcber chemische Modifikation als Ausgangsmaterial f\u00fcr neuartige Materialien und Produkte zu dienen. Dazu werden auch alternative Rohstoffquellen erforscht.<\/strong><\/p>\n<h3>Das Kooperationsforum<\/h3>\n<p>Das 4. Kooperationsforum \u201eBiopolymere: Rohstoffe \u2013 Technologien \u2013 Produkte&#8221; am 21. Oktober 2014 in Straubing pr\u00e4sentiert zu diesem Themenkomplex einen \u00dcberblick \u00fcber Rohstoffstrategien f\u00fcr biobasierte Produkte, Plattformtechnologien und neue Verfahren f\u00fcr die Produktion von Biopolymeren sowie m\u00f6gliche Anwendungen von Biopolymeren in Konsumg\u00fctern, in der Medizin oder im Lebensmittelsektor.<\/p>\n<h3>Die Referenten (Auswahl)<\/h3>\n<p>Einen Einstieg in das komplexe Thema gibt Dr. Dietmar Peters, Fachagentur f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe (FNR), mit einer Bilanzierung und Marktanalyse zum Aufkommen und der Verwendung von Biomasse.<\/p>\n<p>Nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) sind stofflich und energetisch nutzbar, bieten die Chance f\u00fcr innovative Entwicklungen, Produkte und Technologien, und erlauben den Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft und damit die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftsformen.<\/p>\n<p>In Deutschland betrug 2013 die Gesamtanbaufl\u00e4che von NaWaRo in Form von Energie- und Industriepflanzen ca. 2,4 Mio. Hektar; dies entspricht 14,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che. Biokunststoffe aus NaWaRo k\u00f6nnen Materialien fossilen Ursprungs oftmals ersetzen oder erg\u00e4nzend eingesetzt werden.<\/p>\n<p>\u00dcber die g\u00e4ngigen Rohstoffquellen St\u00e4rke, Cellulose, Zucker oder Pflanzen\u00f6l hinaus suchen Forschung und Industrie laufend nach Alternativen. Ein Beispiel ist die Nutzung chitinhaltiger Schalenabf\u00e4lle von Krabben und Krebsen aus der Fischereiindustrie, wie sie die Projektgruppe BioCat am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Straubing erforscht.<\/p>\n<p>Ein anderer alternativer Rohstoff ist Wiesengras. Dr. Michael Gass, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Biowert Industrie GmbH, informiert \u00fcber faserverst\u00e4rkte Komposite f\u00fcr den Spritzguss, die in einem weltweit einzigartigen Kreislaufverfahren gem\u00e4\u00df dem \u201eCradle-to-cradle\u201c-Gedanken aus dem Wiesengras hergestellt werden. Neben Kunststoffgranulaten werden aber auch D\u00e4mmstoff und D\u00fcngemittel in der energieautarken Anlage produziert. Die Granulate gen\u00fcgen den Anspr\u00fcchen der Automobilindustrie und werden z. B. auch f\u00fcr Terrassendielen eingesetzt.<\/p>\n<p>An der Entwicklung neuer Produktionsverfahren f\u00fcr biobasierte Plattformchemikalien und Monomere, um petrochemische Bausteine zu ersetzen, arbeiten zahlreiche Unternehmen mit Erfolg. So stellt Dr. J\u00fcrgen Herwig, Vice President R&amp;D High Performance Polymers, bei Evonik Industries AG ein neues Zwei-Phasen-Fermentationsverfahren f\u00fcr die Produktion von biobasiertem Polyamid 12 vor. Damit l\u00e4sst sich biobasiertes Laurinlactam als Basis f\u00fcr dieses Hochleistungspolymer erzeugen, das vielf\u00e4ltige Anwendung in der Sport-, Automobil, oder Konsumg\u00fcterindustrie findet.<\/p>\n<p>Das Unternehmen AVA Biochem mit Sitz in der Schweiz pr\u00e4sentiert ein Verfahren zur Produktion der Plattformchemikalie 5-Hydroxymethylfurfural, das aus Biomasse gewonnen wird und zu verschiedenen Biopolymeren weiter verarbeitet werden kann.<\/p>\n<p>Die positiven Eigenschaften und Vorteile biobasierter Materialien finden zunehmende Anwendung in unterschiedlichen Produkten. So werden Biopolymere bereits heute vor allem in Verpackungen, Catering-Geschirr oder im landwirtschaftlichen Bereich als Mulchfolien verwendet. Da 60 Prozent aller Kunststoffabf\u00e4lle im Verpackungsbereich entstehen, ist die Recyclingf\u00e4higkeit von Materialien bzw. die Verwertbarkeit am Produktlebensende von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p>Das Ingenieurunternehmen KNOTEN WEIMAR Internationale Transferstelle Umwelttechnologien GmbH bietet L\u00f6sungen zur Verbesserung der Infrastruktur im Bereich der Ver- und Entsorgung (Abfall, Abwasser, Energie) f\u00fcr die konkrete spezifische Situation vor Ort an. Auf dem Forum stellt Dr. Gunnar H\u00e4drich aktuelle Forschungserkenntnisse zu Recycling und Verwertung biobasierter Kunststoffprodukte vor.<\/p>\n<p>Das Forum zeigt dar\u00fcber hinaus auch neue industrielle Anwendungen auf, etwa die Entwicklung von Alginat-Fasern f\u00fcr medizinische Applikationen (Hohenstein Institut f\u00fcr Textilinnovation\/B.R.A.I.N. AG), funktionalisierte Viskosespezialfasern f\u00fcr die Filtration in der Bierproduktion (Kelheim Fibres GmbH\/Krones AG) sowie ein aus Holzresten hergestellter Verbundwerkstoff mit vielf\u00e4ltigem Anwendungspotenzial (Staedtler Mars GmbH).<\/p>\n<p>Zudem stellen Unternehmen aus dem IBB Netzwerk neue Kooperationsaktivit\u00e4ten und aktuelle Projekte zur Entwicklung biobasierter Produkte und Materialien vor. So wird der Einsatz von pflanzlichen Proteinen als Rohstoff f\u00fcr biobasierte Produkte (ANIMOX, Innovationsallianz TeFuProt) vorgestellt. Das ZIM-Kooperationsnetzwerk \u201eBioPlastik\u201c pr\u00e4sentiert innovative Ans\u00e4tze f\u00fcr biobasierte Materialien und anhand eines konkreten Beispiels wird die Entwicklung eines Naturfaser-Biokunststoff-Compounds erl\u00e4utert (Bionatic GmbH).<\/p>\n<h3>Der Open Innovation-Gedanke<\/h3>\n<p>Die Bayern Innovativ GmbH f\u00fchrt potenzielle Partner f\u00fcr neue Produktideen auf ihren Foren zusammen. Dort kann der Informationsaustausch zwischen Industrie und Wissenschaft aktiv unterst\u00fctzt und branchen\u00fcbergreifende Kooperationen etabliert werden.<\/p>\n<p>In verschiedenen Anwendungsbereichen sind dabei Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die Wert-sch\u00f6pfungskette zu erwarten. Insbesondere k\u00f6nnen auch Technologien, die bereits in anderen Industriesektoren etabliert sind, L\u00f6sungen bieten.<\/p>\n<p>Nutzen Sie das Forum als ideale Plattform f\u00fcr den direkten Kontakt mit Experten und Unternehmen sowie als Informationsquelle \u00fcber aktuelle Trends und zum Erfahrungs- und Wissensaustausch. Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme an diesem Kooperationsforum ein.<\/p>\n<p>Erwartet werden wieder \u00fcber 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft. Aktuell sind Vertreter folgender Unternehmen und Forschungseinrichtungen angemeldet bzw. zeigen in der begleitenden Fach- und Posterausstellung ihre Produkte, Technologien und Dienstleistungen: BRAIN, BSH Bosch und Siemens Hausger\u00e4te, Carl Weiske, Eppendorf, Evonik Industries, Faber-Castell, Fraunhofer-Institut IGB, Fraunhofer-Institut ISC, Fraunhofer-Institut UMSICHT, H. Hiendl, J. Rettenmaier &amp; S\u00f6hne, Linde Engineering, MicrobEnergy, Staedtler Mars, Sumida, UPM, STFI S\u00e4chsisches Textilforschungsinstitut, Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen, TITK Th\u00fcringisches Institut f\u00fcr Textil- und Kunststoff-Forschung e.V., Kompetenzzentrum Holz\/Universit\u00e4t Linz, Universit\u00e4t T\u00fcbingen.<\/p>\n<p>Die begleitende Fachausstellung mit 10 Ausstellern zeigt sowohl Technologien, Verfahren und Dienstleistungen f\u00fcr die Gewinnung und Verarbeitung von Biopolymeren als auch innovative Produktanwendungen.<\/p>\n<p>Partner sind das Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe in Straubing, der BioCampus Straubing, die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH, Martinsried, sowie der Cluster Neue Werkstoffe. Das Kooperationsforum wird unterst\u00fctzt durch das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.<\/p>\n<p>Das Programm und alle weiterf\u00fchrenden Informationen finden Sie unter:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bayern-innovativ.de\/biopolymere2014\">www.bayern-innovativ.de\/biopolymere2014<\/a><\/p>\n<h3>Veranstaltungshinweis<\/h3>\n<p>Am Vortag, 20. Oktober 2014 besteht die Gelegenheit, das Wissenschaftszentrum Straubing am Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe sowie die Firma Bischof + Klein, einer der f\u00fchrenden Komplettanbieter f\u00fcr flexible Verpackungen und technische Folien, zu besichtigen.<\/p>\n<p>Am Abend findet ein Empfang und Get-together im BioCubator Straubing statt.<\/p>\n<p>Die Programm\u00fcbersicht und alle weiteren Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.bayern-innovativ.de\/biopolymere2014\">www.bayern-innovativ.de\/biopolymere2014<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach fast jedem Einkauf f&auml;llt beim Auspacken Verpackungsm&uuml;ll an, zumeist aus Kunststoff. 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