{"id":22891,"date":"2014-10-13T03:21:40","date_gmt":"2014-10-13T01:21:40","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22891"},"modified":"2014-10-10T14:22:34","modified_gmt":"2014-10-10T12:22:34","slug":"wasserpflanzen-rohstoff-fur-biogasanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserpflanzen-rohstoff-fur-biogasanlagen\/","title":{"rendered":"Wasserpflanzen &#8211; Rohstoff f\u00fcr Biogasanlagen?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_22892\" aria-describedby=\"caption-attachment-22892\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-22892   \" alt=\"2014-49_Elodea_nuttallii_Anzeige\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/2014-49_Elodea_nuttallii_Anzeige.jpg\" width=\"250\" height=\"167\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22892\" class=\"wp-caption-text\">Wachstum von Elodea-Wasserpflanzen in der Goitzsche bei Pouch, Sachsen-Anhalt. Viele Fl\u00fcsse und Seen in Deutschland sind zunehmend durch \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Bewuchs von Wasserpflanzen betroffen. (Foto: Andr\u00e9 K\u00fcnzelmann\/UFZ)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Das Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ), die Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Umwelt N\u00fcrtingen-Geislingen und das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) untersuchen in einem jetzt begonnenen Projekt, inwieweit sich Wasserpflanzen aus Binnen-Gew\u00e4ssern als Rohstoff f\u00fcr Biogasanlagen eignen.<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) f\u00f6rdert das Vorhaben \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).<\/p>\n<p>Schnellwachsende Wasserpflanzen k\u00f6nnen zum Problem werden: Weil sie touristische Nutzungen und den Schiffsverkehr einschr\u00e4nken, muss man sie regelm\u00e4\u00dfig entfernen. Insbesondere einige nicht-heimische Arten sind sehr konkurrenzstark, da unser \u00d6kosystem sie nicht wirkungsvoll regulieren kann. So hat sich die aus S\u00fcd- und Nordamerika eingeschleppte Gattung <em>Elodea<\/em> in den letzten Jahrzehnten in Deutschland rasant vermehrt. F\u00fcr die Entkrautung geben Kommunen und anderer Tr\u00e4ger jedes Jahr viel Geld aus, die Biomasse wird meistens deponiert.<\/p>\n<p>Bislang konzentrierte sich die Forschung auf Ans\u00e4tze, die Ausbreitung der Wasserpflanzen einzud\u00e4mmen. Allerdings bilden diese auch sehr viel Biomasse und enthalten interessante Inhaltsstoffe. Wie also, wenn man aus der Not eine Tugend machte und die Pflanzen als Rohstoffquelle nutzte? Mit dieser ganz neuen Herangehensweise verbinden sich potenziell mehrere Vorteile:<\/p>\n<ul>\n<li>Wasserpflanzen binden w\u00e4hrend des Wachstums Phosphate. Ihre Entnahme stellt so eine relativ einfache M\u00f6glichkeit dar, die Phosphatbelastung in Gew\u00e4ssern zu reduzieren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Aktuell entstehen allein durch die Entsorgung der bei der Gew\u00e4sser-Entkrautung anfallenden Biomasse Kosten von gesch\u00e4tzten rund 20 Mio. Euro. Durch eine Verwertung lie\u00dfen sich diese Kosten minimieren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Wasserpflanzen z\u00e4hlen zum Landschaftspflegematerial und konkurrieren nicht mit der Nahrungsmittelerzeugung.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>In Biogasanlagen w\u00fcrden Wasserpflanzen relativ gro\u00dfe Mengen Phosphor und Spurenelemente eintragen. Der Phosphor verbessert den D\u00fcngewert der G\u00e4rreste, die Spurenelemente wiederum verringern den Bedarf an entsprechenden Pr\u00e4paraten f\u00fcr die Mikrobiologie in der Anlage.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In dem jetzt begonnenen Vorhaben untersuchen die Wissenschaftler unter anderem die Schmalbl\u00e4ttrige Wasserpest (Elodea nuttallii) als Rohstoff f\u00fcr die Biogasgewinnung. Bei ersten G\u00e4rversuchen erzielte die Wasserpest Biogasertr\u00e4ge zwischen 415 und 520 Norm-Liter pro kg organische Trockensubstanz (LN\/kgOTS) bei einem OTS-Gehalt von 6 bis 10 Prozent in der Frischmasse und einem Methangehalt von durchschnittlich 60,5%. (Zum Vergleich: Der Biogasertrag f\u00fcr Maissilage liegt bei 650 LN\/kgOTS, der Methangehalt bei 52%.) Der geringe Trockenmassegehalt ist eines der Handicaps, f\u00fcr die es L\u00f6sungen zu finden gilt. Das Projektteam verfolgt hier den Ansatz, eine Mischsilage aus Elodea und Stroh bzw. Landschaftspflegeheu herzustellen; die gemeinsame Konservierung mit Mais erwies sich hingegen in ersten Vorversuchen als praktikabel, aber un\u00f6konomisch. Neben der Entwicklung eines optimalen Silierverfahrens stehen Potenzialanalysen zum bundesweiten Wasserpflanzenaufkommen auf der Forschungsagenda.<\/p>\n<p>Insgesamt will das Forscherteam die Wasserpflanzennutzung als Biogasrohstoff aus \u00f6konomischer, \u00f6kologischer und sozialer Sicht bewerten. Die energetische Nutzung steht im Mittelpunkt des Projektes, die Forscher betrachten aber auch alternative Optionen, mit dem invasiven Bewuchs in Fl\u00fcssen und Seen umzugehen \u2013 etwa die stoffliche Nutzung z.B. f\u00fcr Naturkosmetika und D\u00fcnger oder die Eind\u00e4mmung.<\/p>\n<p>Informationen zum Projekt stehen auf <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/projekte-foerderung\/projekte\/suche\/\" target=\"_blank\">fnr.de<\/a> im Men\u00fc Projekte &amp; F\u00f6rderung unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22403013&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22403013&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=09.10.2014&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1&amp;anzahl=10&amp;zurueck=1\" target=\"_blank\">22403013<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22402014&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22402014&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=09.10.2014&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1&amp;anzahl=10&amp;zurueck=1\" target=\"_blank\">22402014<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=911&amp;alles=1&amp;status=Inhalt&amp;fkz=22401914&amp;suche=Stichwort%20eingeben!&amp;suchefkz=22401914&amp;sucheadresse=Namen%20eingeben!&amp;von=01.04.1992&amp;bis=09.10.2014&amp;zeitraum=formular&amp;minz=0&amp;maxz=1&amp;anzahl=10&amp;zurueck=1\" target=\"_blank\">22401914<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ), die Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Umwelt N\u00fcrtingen-Geislingen und das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) untersuchen in einem jetzt begonnenen Projekt, inwieweit sich Wasserpflanzen aus Binnen-Gew\u00e4ssern als Rohstoff f\u00fcr Biogasanlagen eignen. 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