{"id":22887,"date":"2014-10-13T03:09:12","date_gmt":"2014-10-13T01:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22887"},"modified":"2014-10-10T13:35:09","modified_gmt":"2014-10-10T11:35:09","slug":"biobasierte-schmierstoffe-technische-eigenschaften-uberzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biobasierte-schmierstoffe-technische-eigenschaften-uberzeugen\/","title":{"rendered":"Biobasierte Schmierstoffe &#8211; technische Eigenschaften \u00fcberzeugen"},"content":{"rendered":"<p>Das Leistungs- und Anwendungsspektrum von biobasierten Schmierstoffen wird zunehmend breiter. Auf dem Markt sind als Bioschmierstoffe neben pflanzen\u00f6lbasierten Produkten auch synthetische Produkte auf pflanzlicher Basis erh\u00e4ltlich. Rolf Luther von der FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GmbH aus Mannheim informiert in diesem Artikel \u00fcber technische Eigenschaften und m\u00f6gliche Einsatzbereiche von Bioschmierstoffen, die konventionellen erd\u00f6lbasierten Produkten sogar \u00fcberlegen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schmierstoffe werden \u00fcberall gebraucht &#8211; als Motoren\u00f6l in Kraftfahrzeugen, als Hydraulik\u00f6l in verschiedensten Anlagen oder als S\u00e4geketten\u00f6l in der Forstwirtschaft. Fl\u00fcssige Schmierstoffe bestehen haupts\u00e4chlich aus Grund\u00f6len, denen Additive zugegeben werden, um bestimmte Eigenschaften einzustellen. Im Fall von Schmierfetten wird dem Grund\u00f6l ein Verdicker zugesetzt &#8211; so wird die gew\u00fcnschte Konsistenz erreicht.<\/p>\n<p>\u201eEin Grund\u00f6l kann durch Raffination aus Erd\u00f6l oder auch aus \u00d6lpflanzen wie Raps gewonnen werden. Letztere k\u00f6nnen chemisch noch weiter optimiert werden. Hierbei werden beispielsweise die in den \u00d6len enthaltenen Fetts\u00e4uren unter Wasserabspaltung mit Alkohol verestert und so synthetische Ester\u00f6le f\u00fcr Hochleistungsschmierstoffe produziert. Auch Modifikationen an den Fetts\u00e4ureketten sind m\u00f6glich. Die f\u00fcr die Herstellung von Syntheseestern verwendeten Grundstoffe k\u00f6nnen also biogen sein, auf Basis von pflanzlichen \u00d6len oder Tierfetten &#8211; aber grunds\u00e4tzlich auch aus Erd\u00f6lprodukten stammen\u201c, erkl\u00e4rt Rolf Luther, Leiter der Vorausentwicklung f\u00fcr die FUCHS-Gruppe.<\/p>\n<p>Interessanterweise lassen sich aber gerade auf Basis der biobasierten synthetischen Ester\u00f6le Hochleistungsschmierstoffe herstellen, die erd\u00f6lbasierten Schmierstoffen in jeder Hinsicht ebenb\u00fcrtig oder teilweise sogar \u00fcberlegen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Bioschmierstoffe basieren zu mindestens 25 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen<\/h3>\n<p>\u201eUrspr\u00fcnglich musste ein sogenannter \u201aBioschmierstoff\u2019 nur biologisch gut abbaubar sein\u201c, erkl\u00e4rt Luther. Heute braucht es zum Bioschmierstoff schon etwas mehr. So haben Bioschmierstoffe, die heute auch als biobasierte Schmierstoffe bezeichnet werden, laut dem Technical Report \u201eBio-lubricants\u201c von 2011 (TR16227) des Europ\u00e4ischen Komitees f\u00fcr Normung (CEN) folgende Eigenschaften:<\/p>\n<p>\u2022 zu mindestens 25 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt<\/p>\n<p>\u2022 zu mehr als 60 Prozent biologisch abbaubar bei \u00d6len (50 Prozent bei Fetten)<\/p>\n<p>\u2022 als nicht umweltgef\u00e4hrdend eingestuft<\/p>\n<p>\u2022 Leistungsf\u00e4higkeit (Performance) durch Spezifikation gew\u00e4hrleistet<\/p>\n<p>FUCHS orientiert sich an den aktuellsten EU-Bestimmungen. \u201eDiese Norm hat den Vorteil, dass Toxizit\u00e4t und Bioabbaubarkeit am Gemisch zu testen sind, anstatt an jeder Komponente einzeln. Einzelne Komponenten k\u00f6nnen sich im Gemisch oftmals anders verhalten als in Reinform\u201c, erl\u00e4utert Luther. Damit h\u00e4tte der Anwender selbst die M\u00f6glichkeit, die zugesagten Umwelteigenschaften zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Allgemein sei gegen\u00fcber dem \u201emodernen Verbraucher\u201c eine einheitliche und nachvollziehbare Kommunikation wichtiger denn je. Deshalb sei auch &#8211; neben der allgemeinen CEN-Definition zu Bioschmierstoffen \u2013 das offizielle EU-Label, die Euro-Margerite, bei der Produktkennzeichnung gegen\u00fcber nationalen Kennzeichnungen zu bevorzugen, so Luther. &#8220;Durch diese Standardisierung kann man sich besser auf dem Markt orientieren. Die Siegel sind europaweit anerkannt und sorgen f\u00fcr ein einheitliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr biobasierte Produkte&#8221;, meint der Experte.<\/p>\n<h3>\u201eEs gibt kaum ein Produkt, das man nicht auf einer alternativen Basis darstellen k\u00f6nnte\u201c<\/h3>\n<p>Technisch gesehen sind rein pflanzen\u00f6lbasierte Schmierstoffe wie Raps\u00f6lprodukte aufgrund ihrer Temperaturanf\u00e4lligkeit nur sehr eingeschr\u00e4nkt einsetzbar, was aber f\u00fcr biobasierte Syntheseesterprodukte nicht zutrifft. \u201eBioschmierstoffe zeigen im Allgemeinen eine erh\u00f6hte Schmierf\u00e4higkeit, sind daher reibungs\u00e4rmer und weisen einen guten Verschlei\u00dfschutz auf. Die biobasierten synthetischen Ester\u00f6le sind zudem zu praktisch jedem Anteil mit Mineral\u00f6l mischbar und haben zumeist eine g\u00fcnstigere CO2-Bilanz\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann. Da Pflanzen\u00f6lprodukte nicht wasserl\u00f6slich sind, werden sie bei einem Umwelteintrag in den oberen Erdschichten zur\u00fcckgehalten, wo sie &#8211; im Vergleich zu erd\u00f6lbasierten Produkten &#8211; durch Mikroorganismen wesentlich schneller abgebaut und verwertet werden k\u00f6nnen. \u201eZudem haben Bioschmierstoffe im Vergleich zu Mineral\u00f6len einen deutlich h\u00f6heren Viskosit\u00e4tsindex (VI). Das bedeutet, dass die Viskosit\u00e4t des \u00d6ls weniger stark von der Temperatur abh\u00e4ngt. Daher kann man bei Bioschmierstoffen zum Beispiel auf bestimmte Additive verzichten und sie erlauben vergleichsweise d\u00fcnnere \u00d6le\u201c, so Luther.<\/p>\n<p>\u201eKlassische Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr Bioschmierstoffe sind nach wie vor die Forstwirtschaft, die Landwirtschaft und der ganze Wassersektor mit zum Beispiel Offshore-, Hafen- und Schleusenanlagen\u201c, so Luther. Die Substitution der Mineral\u00f6le durch biobasierte Produkte wurde haupts\u00e4chlich in umweltsensiblen Bereichen realisiert &#8211; aber noch lange nicht in allen. \u201eWenn man technisch die Eintragung in die Umwelt nicht verhindern kann wie bei Leckage oder Verlustschmierstoffen, sollte man dennoch versuchen, diese zu minimieren. Im Forstbereich ist durchaus ein Bewusstsein f\u00fcr die Notwendigkeit zu sehen. Wohingegen in der Landwirtschaft Bioschmierstoffe in Zukunft eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen sollten\u201c, so Luther.<\/p>\n<h3>\u201eDer Einsatz von Bioschmierstoffen kann in der Gesamtbilanz g\u00fcnstiger sein.\u201c<\/h3>\n<p>\u201eDer Anteil von Bioschmierstoffen liegt in Deutschland zwischen drei und vier Prozent\u201c, so Luther. \u201eWirtschaftlich gesehen ist der Absatzmarkt f\u00fcr biobasierte Produkte also auf jeden Fall interessant, wenn es in den letzten Jahren auch kein expansiver Markt war\u201c, erkl\u00e4rt Luther. Einen Grund findet er in den Ger\u00e4tespezifikationen: \u201eDie Maschinenhersteller achten aufgrund der heutigen Marktverh\u00e4ltnisse erst einmal darauf, dass die Ger\u00e4te mit den Standard-Mineral\u00f6lprodukten funktionieren. Und die Freigaben f\u00fcr Bio\u00f6le umfassen dann in der Regel nur wenige Hochleistungs\u00f6le, die auch Hochleistungspreise haben &#8211; und das, obwohl eventuell ein deutlich g\u00fcnstigeres, aber ebenfalls spezifikationsgerechtes pflanzliches Bio\u00f6lprodukt genauso geeignet gewesen w\u00e4re\u201c, so Luther. \u201eDie Preis-Leistungs-Relation von Bioschmierstoffen ist in der Tat schwieriger zu kommunizieren.\u201c<\/p>\n<p>Das Preisniveau der Bioschmierstoffe ist tats\u00e4chlich gehoben. Im Durchschnitt haben Pflanzen\u00f6lprodukte den doppelten Preis im Vergleich zu mineral\u00f6lbasierten Produkten und synthetische biobasierte Ester\u00f6le sind um den Faktor drei bis f\u00fcnf teurer. Aber beim Einsatz dieser biobasierten Produkte k\u00f6nnen Produktmehrkosten durch erh\u00f6hte Performance und geringeren Verschlei\u00df ausgeglichen werden, sodass mit diesen Produkten oftmals in der Gesamtbilanz g\u00fcnstigere Betriebskosten zu erreichen seien. Letztlich gewinne noch zu oft das \u201aPreis-pro-Liter-Denken\u2019, bem\u00e4ngelt Luther.<\/p>\n<p>Deutschland reagiert durch F\u00f6rderung von Forschungs- und Markteinf\u00fchrungsvorhaben, um die Absatzm\u00f6glichkeiten der Bioschmierstoffe auszubauen. Auch die Schmierstoffhersteller selbst unterst\u00fctzen, indem sie umfassend beraten und auch beim \u201aUm\u00f6len\u2019 der Maschinen zur Seite stehen. Die heutigen Bioschmierstoffe sind technisch ausgereift, werden weiter optimiert und sollten zuk\u00fcnftig im Sinne der Umwelt und Nachhaltigkeit mehr eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leistungs- und Anwendungsspektrum von biobasierten Schmierstoffen wird zunehmend breiter. Auf dem Markt sind als Bioschmierstoffe neben pflanzen\u00f6lbasierten Produkten auch synthetische Produkte auf pflanzlicher Basis erh\u00e4ltlich. Rolf Luther von der FUCHS EUROPE SCHMIERSTOFFE GmbH aus Mannheim informiert in diesem Artikel \u00fcber technische Eigenschaften und m\u00f6gliche Einsatzbereiche von Bioschmierstoffen, die konventionellen erd\u00f6lbasierten Produkten sogar \u00fcberlegen sein [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[10255],"class_list":["post-22887","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-fuchs-schmierstoffe-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22887"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22887\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22887"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=22887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}