{"id":22697,"date":"2014-10-01T03:12:44","date_gmt":"2014-10-01T01:12:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22697"},"modified":"2014-09-30T11:11:49","modified_gmt":"2014-09-30T09:11:49","slug":"forschungspreis-millionenforderung-fur-zellingenieur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungspreis-millionenforderung-fur-zellingenieur\/","title":{"rendered":"Forschungspreis: Millionenf\u00f6rderung f\u00fcr Zellingenieur"},"content":{"rendered":"<p>Zellen sind lebende Fabriken, aufgeteilt in zahlreiche Reaktionsr\u00e4ume. Der Chemiker Stefan Schiller will in Zellen k\u00fcnstliche Hohlr\u00e4ume schaffen und diese so ausstatten, dass darin k\u00fcnftig n\u00fctzliche Substanzen hergestellt werden k\u00f6nnen. Mit solchen \u201eDesigner-Organellen\u201c k\u00f6nnte der Freiburger Forscher die Basis f\u00fcr einen universellen, aus Modulen aufgebauten Produktionsorganismus legen. Ein Vorhaben, f\u00fcr das der 43-J\u00e4hrige nun den Forschungspreis \u201eN\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren\u201c des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) erh\u00e4lt. Mit der Millionenf\u00f6rderung kann er an der Universit\u00e4t Freiburg in den kommenden f\u00fcnf Jahren ein Team mit sechs Mitarbeitern finanzieren. Beim Heiligenst\u00e4dter Kolloquium stellte Schiller sein Vorhaben aus der synthetischen Biologie am 24. September erstmals einem Fachpublikum vor.<\/p>\n<p>Auch wenn die synthetische Biologie ein neues Forschungsgebiet ist, hat sie bereits bewiesen, dass sie einen Beitrag zur L\u00f6sung der gro\u00dfen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts leisten kann, denn sie ver\u00e4ndert Ansatz, Werkzeuge und Methoden der modernen Biotechnologie grundlegend (mehr&#8230;). Mit den Methoden der Synthetischen Biologie wird es nach Ansicht vieler Forscher erstmals m\u00f6glich sein, hochkomplexe, kontrollierbare Biosysteme zu entwickeln, deren Komplexit\u00e4t \u00fcber das hinausgeht, was mit vorhandenen gentechnischen Methoden erreichbar ist.<\/p>\n<p>Stefan Schiller verfolgt einen ganz eigenen Ansatz. \u201eWir wollen in der Zelle neue k\u00fcnstliche Reaktionsr\u00e4ume schaffen und diese passend m\u00f6blieren\u201c, erl\u00e4utert Schiller.<\/p>\n<p>Der Chemiker hat an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t seit 2008 eine eigene Forschergruppe am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) aufgebaut, die sich mit biohybriden Nanomaterialien besch\u00e4ftigt. Als Bausteine f\u00fcr die k\u00fcnstlichen Zellbl\u00e4schen verwendet das Team um Schiller neuartige Proteinmolek\u00fcle. Deren molekularer Bauplan wird in die Labormikrobe E. coli eingeschleust. \u201eUnsere Bakterienzellen produzieren amphiphile Proteinmolek\u00fcle, die sich in der Zelle spontan zu Hohlstrukturen zusammenlagern\u201c, so Schiller. \u201eWir wollen nun testen, ob sich unsere de novo-Organellen als Reaktionsr\u00e4ume f\u00fcr bestimmte biotechnologische Prozesse eignen.\u201c Das gro\u00dfe Ziel ist der &#8220;Universell modulare Produktionsorganismus&#8221;, so der Titel des nun vom BMBF ausgezeichneteten Vorhabens (Stefan Schiller im Portr\u00e4t: hier klicken)<\/p>\n<h3>Der universelle Produktionsorganismus<\/h3>\n<p>Mit seinen k\u00fcnstlichen Designer-Organellen und deren Potenzial f\u00fcr eine sp\u00e4tere biotechnische Anwendung hat Schiller in diesem Jahr die Jury des BMBF-Forschungspreis \u201eN\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren\u201c \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Insgesamt hatten sich 21 Bewerber f\u00fcr den nun zum zweiten Mal als Teil der Initiative \u201eN\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren &#8211; Biotechnologie 2020+\u201c vergebenen Forschungspreises beworben. Mit der Auszeichnung sollen herausragende Forschungsresultate anerkannt werden, die in Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder auch in Unternehmen erzielt wurden und die das Potenzial f\u00fcr wissenschaftliche Durchbr\u00fcche f\u00fcr die biobasierte Produktion der Zukunft bergen. Um das aufgebaute Know-how zu sichern und auszubauen, wird den Preistr\u00e4gern eine Forschungsgruppe \u00fcber bis zu f\u00fcnf Jahre finanziert. Die Erkenntnisse sollen dann in die Entwicklung einer n\u00e4chsten Generation von biotechnischen Produktionsverfahren m\u00fcnden. In der ersten Ausschreibungsrunde 2012 waren Udo Kragl von der Universit\u00e4t Rostock und Falk Harnisch vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung in Leipzig als Forschungspreistr\u00e4ger gek\u00fcrt worden. Kragl besch\u00e4ftigt sich mit dem Einsatz von Enzymen in Ionischen Fl\u00fcssigkeiten, Harnisch erforscht das Feld der mikrobiellen Bioelektrotechnologie (zum Portr\u00e4t: hier klicken)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zellen sind lebende Fabriken, aufgeteilt in zahlreiche Reaktionsr\u00e4ume. Der Chemiker Stefan Schiller will in Zellen k\u00fcnstliche Hohlr\u00e4ume schaffen und diese so ausstatten, dass darin k\u00fcnftig n\u00fctzliche Substanzen hergestellt werden k\u00f6nnen. Mit solchen \u201eDesigner-Organellen\u201c k\u00f6nnte der Freiburger Forscher die Basis f\u00fcr einen universellen, aus Modulen aufgebauten Produktionsorganismus legen. 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