{"id":22696,"date":"2014-10-01T03:09:04","date_gmt":"2014-10-01T01:09:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22696"},"modified":"2014-09-30T11:03:24","modified_gmt":"2014-09-30T09:03:24","slug":"biogas-als-basis-fur-alternative-kraftstoffe-der-luftfahrtindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogas-als-basis-fur-alternative-kraftstoffe-der-luftfahrtindustrie\/","title":{"rendered":"Biogas als Basis f\u00fcr alternative Kraftstoffe in der Luftfahrtindustrie"},"content":{"rendered":"<p><strong>HANNOVER\/HAMBURG. Inwieweit ist unter technischen, \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Aspekten die Nutzung von Biogas zur Herstellung von Biokerosin m\u00f6glich, und welche Chancen ergeben sich daraus f\u00fcr den Standort Norddeutschland? Dieser Leitfrage ist in den vergangenen Monaten ein Konsortium mit Partnern aus Niedersachsen und Hamburg im Rahmen einer Machbarkeitsstudie nachgegangen, deren Ergebnisse nun vorliegen.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eUnser Ziel war es, die Wertsch\u00f6pfungskette zur Produktion von Biokerosin aus Biomethan, das in den l\u00e4ndlichen R\u00e4umen Niedersachsens zur Verf\u00fcgung steht, zu identifizieren und darzustellen&#8221;, sagt Landwirtschaftsminister Christian Meyer. \u201eEs hat sich gezeigt, dass eine nachhaltige Biokerosin-Produktion auf der Basis von Biogas unter bestimmten Bedingungen m\u00f6glich sein kann.&#8221; Die erforderlichen Technologien f\u00fcr eine direkte Verfl\u00fcssigung von Biogas (Gas to Liquids (GtL)-Prozess) stehen zur Verf\u00fcgung, und es muss der fossile Energietr\u00e4ger Erdgas durch das chemisch identische Biomethan ersetzt werden. \u201eDie Ergebnisse der \u00f6kologischen Analyse sind ebenfalls ermutigend, denn es hat sich gezeigt, dass bei der Erzeugung von Biomethan auf eine gro\u00dfe Bandbreite an verf\u00fcgbaren Substraten zur\u00fcckgegriffen werden kann, ohne die positive Gesamtbilanz zu gef\u00e4hrden. Auch sind die Emissionen des Verkehrsektors aus fossilen Quellen besonders klimasch\u00e4dlich&#8221;, so Minister Meyer. Zu den zentralen Ergebnissen der Studie geh\u00f6rt, dass je nach Szenario 0,25 bis 2,1 Prozent des j\u00e4hrlichen deutschen und knapp 1,5 bis 11,5 Prozent des nieders\u00e4chsischen Kerosinbedarfs aus Biomethan gedeckt werden k\u00f6nnten. Unter bestimmten Voraussetzungen lie\u00dfen sich 1 Prozent des deutschen und 5,7 Prozent des nieders\u00e4chsischen Kerosinbedarfs zu 100 Prozent auf Basis von R\u00fcckst\u00e4nden, Nebenprodukten und Abf\u00e4llen erzeugen.<\/p>\n<p>Welche Chancen die Biogas-GtL-Route am Markt hat, h\u00e4ngt nicht nur von dem Bedarfsvolumen ab, das durch Kerosin aus Biomethan abgedeckt werden kann, sondern auch von der Preissituation. \u201eDie Gestehungskosten f\u00fcr das Biokerosin w\u00fcrden bei g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen beim rund 1,6-fachen des gegenw\u00e4rtigen Marktpreises f\u00fcr herk\u00f6mmliches Kerosin liegen; in ung\u00fcnstigen F\u00e4llen sind auch deutlich h\u00f6here Gestehungskosten m\u00f6glich&#8221;, so Martin Kaltschmitt vom Institut f\u00fcr Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TU Hamburg-Harburg, das zusammen mit der HAWK G\u00f6ttingen die Studie ma\u00dfgeblich erarbeitet hat. Langfristig sei jedoch aufgrund potenziell steigender Preise f\u00fcr konventionelles Kerosin und das Durchlaufen der Lernkurve von einer \u00f6konomischen Perspektive f\u00fcr Biokerosin aus Biogas auszugehen; dies gelte insbesondere dann, wenn durch die energiewirtschaftliche Rahmensetzung eine verst\u00e4rkte Biomethan-Einspeisung ins vorhandene Erdgasnetz unterst\u00fctzt werde. Hier sei es notwendig, weitere Forschungsanstrengungen zu unternehmen, um die vorhandenen Kostenreduktionspotenziale im Verlauf der gesamten Bereitstellungskette zu identifizieren und erfolgreich zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eMit seinen Industriestandorten und dem hervorragend ausgebauten Erdgasnetz in einem gro\u00dffl\u00e4chig landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Umfeld hat Norddeutschland gute Chancen, in Zukunft von einer Implementierung einer Biomethan-GtL-Wertsch\u00f6pfungskette zu profitieren&#8221;, sagte Dr. J\u00fcrgen Glaser, Bereichsleiter Clusterentwicklung bei der S\u00fcderelbe AG. Er sei \u00fcberzeugt, dass sich weitere Anstrengungen zur praktischen Umsetzung auch standortpolitisch lohnen w\u00fcrden. So gebe die Studie Hinweise darauf, welche Chancen zum Beispiel den in der s\u00fcdlichen Metropolregion Hamburg gelegenen Industriestandorten Stade und Walsrode\/Bomlitz (Deltaland) aus der Biomethan-GtL-Route erwachsen k\u00f6nnten. Die langfristige Perspektive reicht dabei von der Erzeugung von Biomethan im industriellen Ma\u00dfstab und der dezentralen Einspeisung in das vorhandene Erdgasnetz bis hin zur Realisierung von GtL-Produktionsanlagen in Norddeutschland.<\/p>\n<p>Die Studie \u201eNachhaltige Biokerosin-Produktion auf Basis von Biogas aus unterschiedlichen Quellen in der s\u00fcdlichen Metropolregion Hamburg\/in Niedersachsen&#8221; wurde unter anderem durch das Nieders\u00e4chsische Landwirtschaftsministerium unterst\u00fctzt. Eine Zusammenfassung der Studie ist erh\u00e4ltlich bei: S\u00fcderelbe AG, Projektb\u00fcro Deltaland, August-Wolff-Str. 13, 29699 Bomlitz, Tel. 05161-442004, <a href=\"mailto:krohn@suederelbe.de\" target=\"_blank\">krohn@suederelbe.de<\/a> oder unter <a href=\"http:\/\/www.ml.niedersachsen.de\/portal\/live.php?navigation_id=1325&amp;article_id=5242&amp;_psmand=7\" target=\"_blank\">www.ml.niedersachsen.de<\/a> beim Thema &#8220;Nachwachsende Rohstoffe &amp; Bioenergie&#8221; als Download.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HANNOVER\/HAMBURG. Inwieweit ist unter technischen, \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Aspekten die Nutzung von Biogas zur Herstellung von Biokerosin m\u00f6glich, und welche Chancen ergeben sich daraus f\u00fcr den Standort Norddeutschland? 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