{"id":22633,"date":"2014-09-29T02:33:56","date_gmt":"2014-09-29T00:33:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/materialwissenschaften\/biobasierte-hochleistungsverbundwerkstoffe-aus-bingen-am-rhein.html"},"modified":"2014-09-26T10:14:21","modified_gmt":"2014-09-26T08:14:21","slug":"biobasierte-hochleistungsverbundwerkstoffe-aus-bingen-rhein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biobasierte-hochleistungsverbundwerkstoffe-aus-bingen-rhein\/","title":{"rendered":"Biobasierte Hochleistungsverbundwerkstoffe aus Bingen am Rhein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Biogene Werkstatt, das Labor f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe der Fachhochschule Bingen, verfolgt auf diesem Gebiet eine intensive Entwicklung im Hinblick auf eine nachhaltigere Werkstoffwelt.\u00a0Aktuell stehen zwei Materialentwicklungen im Fokus der Untersuchungen:<\/strong><\/p>\n<p>Zum einen Prototypen eines naturfaserverst\u00e4rkten, biogenen Kantinentabletts, anhand dessen die Feuchtigkeitsbest\u00e4ndigkeit der wasserliebenden nat\u00fcrlichen Materialien verbessert werden soll. Dies ist nicht nur f\u00fcr Tabletts wichtig, sondern auch f\u00fcr den Fahrzeugbau, weil die Formteile in Fahrzeugen permanent der Umgebungsfeuchte ausgesetzt sind. Am Ende des Projekts werden die prototypischen Tabletts in der Mensa der FH Bingen einem Praxistest unterzogen, bei dem sie auch industriellen Sp\u00fclprozessen standhalten sollen.<\/p>\n<p>Weiterhin besch\u00e4ftigt sich das Team der Biogenen Werkstatt mit dem Einsatz sch\u00e4digungsarm isolierter Bastrindenstreifen von Hanfpflanzen, die so ihre nat\u00fcrlichen mechanischen Eigenschaften voll im Verbundwerkstoff entfalten k\u00f6nnen. Dadurch werden mechanische Leistungsbereiche zug\u00e4nglich, die bislang nur von Carbonfasern bekannt sind. Auch dies ist f\u00fcr den Bau neuer, effizienter Fahrzeuge von gro\u00dfer Bedeutung, denn nur mit \u00f6kologischen Werkstoffen kann eine \u00f6kologische Mobilit\u00e4t realisiert werden.<\/p>\n<p>\u201eWie immer bei Verbundwerkstoffen ist die Feinabstimmung der komplexen Rezepturen von gro\u00dfer Bedeutung\u201c wei\u00df Projektleiter Professor Oliver T\u00fcrk. Dies gilt bei den neuartigen biobasierten Materialien noch mehr, da hier keine jahrzehntelangen Erfahrungen existieren. Die bisherigen Laborergebnisse der neuen Entwicklungen sind jedoch bereits \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>Beide Projekte geh\u00f6ren zu einer ganzen Reihe von Forschungsvorhaben, die in j\u00fcngster Zeit genehmigt worden sind und die zusammen mit der Transferstelle Bingen (TSB) und einem Team begeisterter Ingenieure bearbeitet werden. Der Fokus richtet sich immer auf neue biogene Werkstoffe aus Naturfasern und biogenen Kunststoffen, um so m\u00f6glichst weitgehend biogene Verbundwerkstoffe entwickeln zu k\u00f6nnen. Denn nicht nur die Energiewelt werde immer differenzierter und komplizierter, so der Experte f\u00fcr Biokunststoffe und stellvertretender Leiter der TSB. &#8220;Ressourcenschonung und Rohstoffverknappung erzwingt ein Umdenken, insbesondere durch steigende Nachfrage aus den Schwellenl\u00e4ndern. Aktuell geht der Trend weg von der Petrochemie und Kohlefasern, hin zu biobasierten Kunststoffen, die mit Naturfasern verst\u00e4rkt sind. Ausgangsmaterialien m\u00f6glichst aus heimischer Produktion zur Schaffung regionaler Stoffkreisl\u00e4ufe und lokaler Arbeitspl\u00e4tze sind der Schl\u00fcssel\u201c, wei\u00df der Professor. Ebenso bedeutend wie die Materialkomposition aus heimischen Pflanzeninhaltsstoffen seien dabei niedrige Emissionen, auch in der Herstellung, energieeffiziente Herstellungsverfahren und umweltschonendes Recycling. Biogene Pflanzen\u00f6le beispielsweise zeichnen sich nach der Vernetzung besonders durch niedrige organische Emissionen aus.<\/p>\n<p>Aktuell pr\u00e4sentieren die Binger Ingenieure auf der IAA f\u00fcr Nutzfahrzeuge vom 25. September bis 2. Oktober 2014 in Hannover am Gemeinschaftstand rheinland-pf\u00e4lzischer Hochschulen eine der Innovationen, die in der nationalen und internationalen Fachwelt Beachtung finden d\u00fcrfte: Die TSB informiert \u00fcber die biogenen Hochleistungsverbundwerkstoffe mit unidirektional angeordneten Bastfasern, die sch\u00e4digungsarm gewonnen werden. Der Werkstoff imponiert durch deutlich bessere mechanische Werte als bislang bekannte biogene duroplastische Verbundwerkstoffe, niedrigste organische Emissionen und eine beeindruckende neuartige Optik.<\/p>\n<p>Umwelt- und Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften und die Suche nach intelligenten, umweltvertr\u00e4glichen L\u00f6sungen pr\u00e4gen die Forschung an der technisch-naturwissenschaftlichen FH Bingen. Vor allem mit Blick auf die Automobilindustrie wollen die Forscher belegen, dass mit naturfaserverst\u00e4rkten Bauteilen das Fahrzeuggewicht reduziert und ein Beitrag zur Kraftstoffeinsparung geleistet werden kann. Eine m\u00f6glichst lange werkstoffliche Nutzung vor der anschlie\u00dfenden thermischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe (Kaskadennutzung), hei\u00dft deshalb die klare Devise im Labor von Dr. T\u00fcrk.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biobasierte Hochleistungsverbundwerkstoffe, die auch den Vergleich mit Kohlenstofffaser-verst&auml;rkten &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[8091],"class_list":["post-22633","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-fachhochschule-bingen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22633"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22633\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22633"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=22633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}