{"id":22600,"date":"2014-09-24T03:09:11","date_gmt":"2014-09-24T01:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22600"},"modified":"2018-02-15T12:40:09","modified_gmt":"2018-02-15T11:40:09","slug":"sind-automobilteile-bald-biologisch-abbaubar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sind-automobilteile-bald-biologisch-abbaubar\/","title":{"rendered":"Sind Automobilteile bald biologisch abbaubar?"},"content":{"rendered":"<p>Textilforscher am Institut f\u00fcr Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University haben in Kooperation mit dem Belgian Textile Research Centre und dem Sirris Leuven-Gent Composites Application Lab umweltvertr\u00e4gliche Bauteile aus 100 Prozent biobasierten Rohstoffen, also Pflanzenfasern und Biopolymeren entwickelt. Mit dem Projekt wurde, so der Abschlussbericht, eine wirtschaftlich und funktional konkurrenzf\u00e4hige Alternative zu auf Erd\u00f6l basierenden Verbundwerkstoffen gefunden.<\/p>\n<p>Lassen sich Autoteile oder Flugzeugteile eines Tages sogar kompostieren? Von der Textilforschung kommt inzwischen ein vorsichtiges Ja. J\u00fcngst haben deutsch-belgische Experten auf dem Weg dorthin biologisch abbaubare Verbundwerkstoffe zum Leichtbaueinsatz in Transportmitteln entwickelt.<\/p>\n<p>Die Textilforscher Sangeetha Ramaswamy und Bayram Aslan vom Institut f\u00fcr Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University hatten zuvor Flachs- und Hanffasern mit aus Pflanzenst\u00e4rke gewonnenen Polymeren, die zumeist auf Basis fossiler Energietr\u00e4ger hergestellt werden, verbunden. Anschlie\u00dfend wurden Biopolymere und Pflanzenfasern, die die notwendige Stabilit\u00e4t in den \u201egr\u00fcnen\u201c Verbundwerkstoff einbringen, erhitzt und so miteinander verschmolzen. Dabei seien laut Textilforscher Aslan die spezifische Festigkeit und mechanische Stabilit\u00e4t der Flachsfasern durchaus mit der von Glasfasern vergleichbar, die heute im Bereich Composites den gr\u00f6\u00dften Anteil ausmachen.<\/p>\n<h3>Komplette Autositze aus Biocomposites fertigen<\/h3>\n<p>Aus diesen sogenannten Biocomposites lassen sich in weiteren Arbeitsschritten Hybridgewebe und -vliese herstellen, die letztlich zu ganzen Autositzen, Innenraumverkleidungen von Autos und Z\u00fcgen oder gar gering belasteten Flugzeugbauteilen weiterverarbeitet werden k\u00f6nnen. Entsprechend gro\u00df sei laut Aslan das Interesse aus der Industrie schon w\u00e4hrend der Forschungsarbeiten gewesen.<\/p>\n<p>Wie Dr. Klaus Jansen, Chef des Forschungskuratorium Textil (FKT) als Dachorganisation f\u00fcr 16 Forschungsinstitute betont, habe die deutsche Textilwirtschaft das Thema \u201eNachhaltigkeit eindeutig auf der Agenda\u201c. Branchenforscher arbeiteten interdisziplin\u00e4r und mit ausl\u00e4ndischen Kollegen mit Hochdruck daran, in zunehmenden Ma\u00dfe auch Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zur Einsatzreife zu bringen. Laut Jansen sei die Entwicklung solcher Technologien zur nachhaltigen Fasergewinnung eine Leitlinie f\u00fcr die Forschung aus der strategischen Technologievorausschau \u201ePerspektiven 2025\u201c, die unter Leitung eines Zukunftslotsen zehn branchen- und wachstumsrelevante Themenfelder identifiziert hat.<\/p>\n<p>Das BMWi hatte das auf europ\u00e4ischer Ebene angesiedelte Nachhaltigkeits-Projekt \u201eNature Wins\u201c im Rahmen der F\u00f6rdervariante CORNET (Collective Research Networking) seines Programms Industrielle Gemeinschaftsforschung gef\u00f6rdert, mit dem vornehmlich transnationale Forschungsprojekte angesto\u00dfen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Textilforscher am Institut f\u00fcr Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University haben in Kooperation mit dem Belgian Textile Research Centre und dem Sirris Leuven-Gent Composites Application Lab umweltvertr\u00e4gliche Bauteile aus 100 Prozent biobasierten Rohstoffen, also Pflanzenfasern und Biopolymeren entwickelt. 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