{"id":22563,"date":"2014-09-22T03:01:12","date_gmt":"2014-09-22T01:01:12","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=22563"},"modified":"2014-09-19T15:36:00","modified_gmt":"2014-09-19T13:36:00","slug":"zur-richtigen-zeit-richten-ort-biopolymere-von-evonik-machen-medikamente-wirksamer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zur-richtigen-zeit-richten-ort-biopolymere-von-evonik-machen-medikamente-wirksamer\/","title":{"rendered":"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Biopolymere von Evonik machen Medikamente wirksamer"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Biopolymere Materialien der n\u00e4chsten Generation er\u00f6ffnen einfachere und schonendere Therapiem\u00f6glichkeiten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Nanopartikel sollen Wirkstoffe k\u00fcnftig noch gezielter freisetzen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>Im Projekt PeTrA1 forscht Evonik mit Partnern daran, Biopharmazeutika auch oral verabreichen zu k\u00f6nnen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Ein Medikament soll wirken. Das kann es nur, wenn der Wirkstoff seinen Zielort im K\u00f6rper sicher erreicht und dort lange genug in ausreichender Konzentration vorliegt. Dabei hilft die Kompetenz von Evonik: Bioabbaubare Polylactide (Polymilchs\u00e4uren) und ihre Copolymere, die Evonik unter den Marken RESOMER\u00ae und RESOMER\u00ae Select f\u00fchrt, eignen sich besonders gut zur Herstellung von Depotformulierungen f\u00fcr moderne Arzneimittel, die gespritzt werden m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Medikamente werden zwar peroral eingenommen, das hei\u00dft als Tablette, Kapsel oder Dragee durch den Mund. Doch viele moderne Biotherapeutika auf Protein- oder Nukleins\u00e4urebasis, zum Beispiel gegen Krebs, Diabetes oder Multiple Sklerose, m\u00fcssen per Injektion verabreicht werden &#8211; unter die Haut (subkutan), in den Muskel (intramuskul\u00e4r) oder direkt in die Vene (intraven\u00f6s).<\/p>\n<p>Einfluss auf die Wirksamkeit des Wirkstoffes hat neben der Darreichungsform, sei es etwa als Tablette oder Spritze, auch die Formulierung des Arzneimittels. Sogenannte Depot- oder Retardformulierungen sorgen f\u00fcr eine kontrollierte Wirkung von Arzneimitteln \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum. Wesentlich f\u00fcr den Therapieerfolg ist neben dem Wirkstoff selbst also auch die Arzneiform.<\/p>\n<p>\u201eMit unseren RESOMER\u00ae Biopolymeren und Formulierungen verpacken wir moderne Biotherapeutika und erm\u00f6glichen so schonende und wirksame Behandlungsoptionen\u201c, sagt Dr. Jean-Luc Herbeaux, Leiter des Gesch\u00e4ftsgebiets Health Care bei Evonik. Das fertige Produkt ist meist als Mikropartikel oder Implantat formuliert. Die Injektion erfolgt subkutan oder intramuskul\u00e4r \u2013 je nach gew\u00fcnschter Wirkung. Die Polymermatrix wird nach und nach vom K\u00f6rper abgebaut, wodurch der Wirkstoff \u00fcber einen definierbaren Zeitraum kontinuierlich freigesetzt wird.<\/p>\n<p>\u201eMit Hilfe neuartiger Biopolymere hoffen wir, dass es gelingen kann, Biopharmazeutika k\u00fcnftig, statt sie zu spritzen, auch \u00fcber den Verdauungstrakt oder die Atemwege in den Blutkreislauf bringen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Herbeaux weiter. Evonik und seine Partner haben daf\u00fcr im Rahmen von PeTrA , einem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Projekt, neue biokompatible und bioabbaubare Copolymere auf Milch- und Glykols\u00e4urebasis (PLGAs) entwickelt und im Zellmodell getestet.<\/p>\n<h3>Heute schon verbesserte Vertr\u00e4glichkeit durch parenterale Depotformulierungen<\/h3>\n<p>Dort, wo Biopharmazeutika heute noch gespritzt werden m\u00fcssen, entfalten die bioabbaubaren Polymilchs\u00e4uren von Evonik seit langem gro\u00dfen Nutzen. Davon profitieren beispielsweise Patienten, die an einer bestimmten Art von Prostatakrebs erkrankt sind und mit einem sogenannten LHRH-Antagonisten behandelt werden. Diese Wirkstoffe sollen die Testosteronproduktion unterdr\u00fccken und damit dem Fortschreiten der hormonabh\u00e4ngigen Krebserkrankung entgegenwirken. Da ein kontinuierlicher Wirkstoffspiegel erforderlich ist, m\u00fcsste der LHRH-Antagonist eigentlich mehrfach t\u00e4glich gespritzt werden. Dank einer polymerbasierten Depotformulierung, die als kleines St\u00e4bchen unter die Haut gespritzt wird, ist das aber nur alle sechs Monate n\u00f6tig. Dies erh\u00f6ht f\u00fcr die Patienten die Vertr\u00e4glichkeit der Medikamente und reduziert zugleich die Behandlungskosten.<\/p>\n<p>Einen Schritt hin zu noch gezielteren Wirkstofffreisetzungssystemen sieht Dr. Boris Obermeier, der bei Evonik die Entwicklung von Biopolymeren leitet, im Einsatz von Nanopartikeln. \u201eDurch ma\u00dfgeschneiderte Polymere und entsprechende Formulierung k\u00f6nnen wir den Wirkstoff vor dem Angriff des Immunsystems sch\u00fctzen, wodurch er l\u00e4nger im Blutkreislauf zirkulieren und sich gezielt in einem bestimmten Gewebe anreichern kann\u201c, erl\u00e4uterte Obermeier beim Evonik Wissenschaftsforum Evonik Meets Science in Fulda.<\/p>\n<h3>Anwendungen in der Medizintechnik heute und morgen<\/h3>\n<p>Auch in der Medizintechnik haben bioabbaubare Polymere ihren Platz. Aus Polymilchs\u00e4uren lassen sich vielf\u00e4ltige Medizinprodukte herstellen \u2013 von der einfachen Schraube oder Platte zur Stabilisierung eines gebrochenen Knochens bis zu resorbierbaren Stents. Der Vorteil all dieser Anwendungen: Das Material ist so ma\u00dfgeschneidert, dass es sich innerhalb von Monaten oder Jahren abbaut; und es ist auch keine zweite Operation zu seiner Entfernung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Wie Obermeier in Fulda darstellte, ergeben sich interessante Anwendungen aus der M\u00f6glichkeit, derartige Medizinprodukte mit Wirkstoffen zu beladen und so eine lokale pharmakologische Wirkung zu erzielen. Die Entwicklung neuer polymerbasierter Systeml\u00f6sungen f\u00fcr die Medizintechnik will Evonik in einem im Fr\u00fchjahr dieses Jahres gestarteten Projekthaus Medical Devices vorantreiben.<\/p>\n<p>K\u00fcnftige Chancen f\u00fcr bioabbaubare Polymere sieht Evonik in der synthetischen Herstellung biologischer Gewebe, um damit gesch\u00e4digtes Gewebe bei Patienten zu ersetzen oder zu regenerieren. Hier braucht es eine stabilisierende Matrix, auf der Zellen wachsen k\u00f6nnen. Die Matrix selbst baut sich nach festgelegter Zeit biologisch ab.<\/p>\n<p>\u201eAlle diese Anwendungen erfordern gut vertr\u00e4gliche, sichere Materialien, deren Eigenschaften sich gezielt einstellen lassen\u201c, so Obermeier. Hier liege die besondere St\u00e4rke der Polymilchs\u00e4uren und ihrer Copolymere. Mit eigenen Entwicklungs- und Produktionskapazit\u00e4ten f\u00fcr funktionelle Polymere in Darmstadt und Birmingham (Alabama, USA) geh\u00f6rt Evonik zu den f\u00fchrenden Produkt- und Serviceanbietern f\u00fcr die Pharma- und Medizinprodukteindustrie in diesem Feld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biopolymere Materialien der n\u00e4chsten Generation er\u00f6ffnen einfachere und schonendere Therapiem\u00f6glichkeiten Nanopartikel sollen Wirkstoffe k\u00fcnftig noch gezielter freisetzen Im Projekt PeTrA1 forscht Evonik mit Partnern daran, Biopharmazeutika auch oral verabreichen zu k\u00f6nnen Ein Medikament soll wirken. 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