{"id":21933,"date":"2014-08-08T03:06:47","date_gmt":"2014-08-08T01:06:47","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=21933"},"modified":"2014-08-07T18:37:07","modified_gmt":"2014-08-07T16:37:07","slug":"flexibel-sein-und-ressourceneffizient-produzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/flexibel-sein-und-ressourceneffizient-produzieren\/","title":{"rendered":"Flexibel sein und ressourceneffizient produzieren"},"content":{"rendered":"<p>Nachhaltige Entwicklung umfasst \u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Aspekte. Kunden und Verbraucher m\u00f6chten umweltfreundlich produzierte Textilien und Kleidung kaufen. Alle Stufen der textilen Kette \u2013 von der Faserherstellung \u00fcber die Textchemie und -veredlung bis hin zur Konfektion \u2013 sind davon beeinflusst. Hinzu kommen immer strengere Umweltstandards und Zertifizierungssysteme sowie Selbstverpflichtungen der Industrie, die neue Anforderungen an Hersteller und Produzenten stellen. Das erste Kooperationsforum \u201eTextil und Nachhaltigkeit\u201c der Bayern Innovativ GmbH am 17. Juli 2014 in N\u00fcrnberg pr\u00e4sentierte Nachhaltigkeitsstrategien und Best-Practice-Beispiele f\u00fchrender Unternehmen sowie neue technologische Ans\u00e4tze. Mit rund 170 Teilnehmern erhielt das Forum auf Anhieb eine sehr gute Resonanz und war ein bedeutender Treffpunkt f\u00fcr Experten der Textilindustrie sowie aus unterschiedlichen Anwenderbranchen wie Automobilbau, Sport, Outdoor und Bekleidung.<\/p>\n<p>Das Kooperationsforum wurde vom Netzwerk Textile Innovation der Bayern Innovativ GmbH durchgef\u00fchrt. Partner waren der Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. sowie der Dialog Textil-Bekleidung. Umfassende Unterst\u00fctzung erfuhr das Forum durch das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.<\/p>\n<p>Die Faserindustrie steht ganz am Anfang der Prozesskette und hat damit gro\u00dfe Auswirkung auf die nachfolgenden Stufen. Auch in der Faserindustrie spielt das Thema Nachhaltigkeit somit eine wichtige Rolle. Kelheim Fibres ist einer der f\u00fchrenden Viskosespezialfaserhersteller mit 500 Mitarbeitern und 200 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Faser basiert auf Cellulose aus dem nachwachsenden \u201eHochleistungsverbundwerkstoff\u201c Holz. Cellulose ist \u00f6kologisch, CO<sub>\u2082<\/sub>-bindend und weltweit das wichtigste organische Polymer. Im Gegensatz zu Baumwolle w\u00e4chst Holz auf Grenzertragsb\u00f6den und kommt ohne k\u00fcnstliche Bew\u00e4sserung, Pestizide und D\u00fcnger aus. Hiermit allein ist aber noch keine Nachhaltigkeit gegeben.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr Kelheim Fibres sind ein minimierter Rohstoffeinsatz, die R\u00fcckgewinnung von Rohstoffen aus Abwasser und Abluft, die Verwendung umweltfreundlicher Energiequellen und die Nutzung von mehr als 90 % des Prim\u00e4renergiegehaltes durch Kraftw\u00e4rmekopplung weitere wichtige Aspekte\u201c, so Dr. Haio Harms. Entscheidend ist zudem ein weltweites Kooperationsnetzwerk, das hilft flexibel zu sein und ressourceneffizient zu produzieren. Zuk\u00fcnftige Chancen f\u00fcr die Chemiefaserproduktion in Deutschland sieht Harms in gut ausgebildeten und verl\u00e4sslichen Mitarbeitern, in einem effizienten Einsatz von Rohstoffen bzw. Energie und in \u201eLow Volume, High Margin\u201c Produkten. \u201eBig is not (always) beautiful!\u201c ist die Strategie des Unternehmens Kelheim Fibres.<\/p>\n<p>Die Fragestellung, ob Textilrecycling das Ende oder den Beginn der textilen Kette darstellt, behandelte Bernd Gulich, Projektleiter, S\u00e4chsisches Textilforschungsinstitut e.V.. Von 750 kt gesammelten Textilien im Jahr 2007 wurden 43% als Bekleidung zweitverwertet, 21% als Fasern und 10% energetisch recycelt, 16% als Putzt\u00fccher verwendet und 10 % entsorgt. Bei Betrachtung eines Altkleidercontainers l\u00e4sst sich feststellen, dass 60% der Menge bzw. 90% des Wertes f\u00fcr den Verkauf in Second-Hand Shops, f\u00fcr Kleiderkammern in Osteuropa und f\u00fcr die Vermarktung in Entwicklungsl\u00e4ndern verwendet wird. 40% der Menge und 10% des Wertes wird u.a. zu Putzt\u00fcchern, Rei\u00dffasern, Papier, F\u00fcllstoffen und Banknoten verarbeitet.<\/p>\n<p>Die Rei\u00dffaserherstellung stellt dabei die traditionelle Aufbereitungsmethode dar. Textilabf\u00e4lle k\u00f6nnen auf wirtschaftlichem Wege zu Rei\u00dffasern aufbereitet werden. Anwendung finden sie in Vliesstoffen f\u00fcr Isolation, Polsterung und Automobiltextilien \u2013 hochwertige Anwendungen sind Nischenl\u00f6sungen. Aufbereitete Rei\u00dffasern stellen eine Mischung aus Faserstaub, Kurzfasern, Fadenresten, Fasern unterschiedlicher L\u00e4nge und Pitzen dar. Als Beispiel f\u00fcr einen erfolgreichen Materialkreislauf f\u00fchrte Gulich die Automobiltextilien an. Ein Recyclateinsatz findet in Isolationsmaterial, in dreidimensionalen (Polster-)Textilien sowie in Leichtbauteilen statt. Einen aktuellen Trend stellt das Recycling von Carbonfasern dar. Carbonfaservliesstoffe zeigen ein Eigenschaftsprofil, welches sie f\u00fcr den Leichtbaueinsatz qualifiziert. \u201eTextilrecycling ist also Ende und Beginn der textilen Kette\u201c, beendete Gulich seine Ausf\u00fchrungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltige Entwicklung umfasst \u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Aspekte. Kunden und Verbraucher m\u00f6chten umweltfreundlich produzierte Textilien und Kleidung kaufen. Alle Stufen der textilen Kette \u2013 von der Faserherstellung \u00fcber die Textchemie und -veredlung bis hin zur Konfektion \u2013 sind davon beeinflusst. 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