{"id":21864,"date":"2014-08-07T02:59:52","date_gmt":"2014-08-07T00:59:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/root,did=174310.html"},"modified":"2014-08-06T13:48:29","modified_gmt":"2014-08-06T11:48:29","slug":"dbu-zieht-bilanz-fur-2013-280-projekte-mit-443-millionen-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dbu-zieht-bilanz-fur-2013-280-projekte-mit-443-millionen-euro\/","title":{"rendered":"DBU zieht Bilanz f\u00fcr 2013: 280 Projekte mit 44,3 Millionen Euro"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_21895\" aria-describedby=\"caption-attachment-21895\" style=\"width: 252px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-21895  \" alt=\"phpThumb_generated_thumbnailjpg\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/phpThumb_generated_thumbnailjpg.jpeg\" width=\"252\" height=\"189\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21895\" class=\"wp-caption-text\">Pr\u00e4sentierten den Jahresbericht 2013 der DBU (v.l.): Dr. Hans-Christian Schaefer, Dr. Heinrich Bottermann, Franz-Peter Heidenreich, Michael Dittrich, Prof. Dr. Werner Wahmhoff, Dr. Holger N. Wurl.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Osnabr\u00fcck. Wasser ist ein kostbares Lebenselixier f\u00fcr Mensch und Natur, doch seine Qualit\u00e4t ist vielerorts gef\u00e4hrdet. T\u00e4glich gelangen viele Stoffe aus Landwirtschaft, Industrie und Haushalten ins Abwasser und in Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser \u2013 zum Teil auch ins Grundwasser. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) setzte deshalb 2013 stark auf den Schutz der Ressource, indem sie unter anderem neue Ans\u00e4tze f\u00fcr die Behandlung von Kl\u00e4rschl\u00e4mmen, G\u00e4rsubstraten und G\u00fclle, Filtersysteme f\u00fcr Kl\u00e4ranlagen oder biotechnologische Projekte f\u00f6rderte. \u201eWenn wir den Menschen ein gesundes Leben erm\u00f6glichen und die biologische Funktionsf\u00e4higkeit von Gew\u00e4ssern erhalten wollen, m\u00fcssen wir das Wasser effektiver und umweltfreundlicher sch\u00fctzen und bewusster mit ihm umgehen\u201c, sagte DBU-Generalsekret\u00e4r Dr. Heinrich Bottermann heute bei der Vorstellung des Jahresberichts 2013. Die DBU werde diesen Schwerpunkt mit ihrem Expertenwissen auch in einer Projektgruppe weiterverfolgen. Im letzten Jahr bewilligte die Stiftung \u00fcber alle Themenfelder, die sie bearbeitet, 280 Projekte mit rund 44,3 Millionen Euro.<\/strong><\/p>\n<h3>N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge aus Landwirtschaft mittlerweile Hauptproblem f\u00fcr Wasserqualit\u00e4t<\/h3>\n<p>Laut Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr Umweltfragen hat sich die Wasserqualit\u00e4t der deutschen Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser in den letzten Jahren verbessert. Kommunale Kl\u00e4ranlagen h\u00e4tten sich auf einem hohen Qualit\u00e4tsniveau stabilisiert und hinsichtlich der Stickstoffelimination noch weiter verbessert. Dagegen sei es nicht gelungen, N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge aus diffusen Quellen in gleicher Weise zu verringern. So seien N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge aus der Landwirtschaft mittlerweile das Hauptproblem f\u00fcr die Wasserqualit\u00e4t nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa geworden.<\/p>\n<h3>F\u00f6rderinitiative &#8220;Verminderung von Stickstoffemissionen&#8221;<\/h3>\n<p>Bottermann betonte, dass insbesondere in Regionen mit umfangreicher Tierhaltung die in die Umwelt gelangenden Stickstoffmengen zu hoch seien. Dadurch w\u00fcrden auch Oberfl\u00e4chen- und Grundwasser belastet. Mit der F\u00f6rderinitiative \u201eVerminderung von Stickstoffemissionen\u201c wolle die DBU einen wirksameren Einsatz von Stickstoff vorantreiben und damit die in die Umwelt gelangenden Stickstoffmengen verringern. Ziel sei es einerseits, Stickstoffverluste, die bereits im Stall oder bei der Lagerung auftreten, weiter zu vermindern. Andererseits sollten sowohl Minerald\u00fcnger als auch organische D\u00fcnger wie G\u00fclle oder G\u00e4rreste zielgenau aufgebracht werden, damit sie m\u00f6glichst direkt von den Pflanzen aufgenommen werden. Denn w\u00fcrden sie an die Luft gelangen, bilde sich umweltsch\u00e4dliches Ammoniak. D\u00fcnger sollte am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge aufgebracht werden.<\/p>\n<h3>Wurl: &#8220;Gro\u00dfes Potenzial liegt im Optimieren landwirtschaftlicher Ausbringungstechnik&#8221;<\/h3>\n<p>\u201eEin gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr das Verringern des Stickstoffverlustes liegt im Optimieren landwirtschaftlicher Ausbringungstechnik\u201c, so DBU-Experte Dr. Holger N. Wurl. Zurzeit entwickle die Hochschule Osnabr\u00fcck eine umweltfreundlichere Technik f\u00fcr den Maisanbau, die die \u00fcbliche mineralische Unterfu\u00df-D\u00fcngung durch G\u00fclle und G\u00e4rsubstrate ersetzen und den Einsatz von Minerald\u00fcnger, der mit einem hohen Energieverbrauch hergestellt werde, verringern soll. Dazu untersuche sie auch, welche D\u00fcngestrategie sich am besten eigne.<\/p>\n<h3>Spezial-Verfahren zum gezielten Verteilen von G\u00fclle oder G\u00e4rsubstraten<\/h3>\n<p>Das Institut f\u00fcr Agrar- und Ern\u00e4hrungswissenschaften der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg besch\u00e4ftigt sich, so Wurl, mit einem Spezial-Verfahren, das mit einem gezielten Verteilen von G\u00fclle oder G\u00e4rsubstraten auf Reihenkulturen wie Mais, R\u00fcbe oder Raps die \u00fcbliche mineralische Unterfu\u00dfd\u00fcngung ersetzt. Die Effizienz dieses Verfahrens werde in praxisnahen Feldversuchen durch einen Vergleich mit einer konventionellen Bewirtschaftung ermittelt. Neben regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrten Bodenproben, die Aufschluss \u00fcber die Stickstoffverlagerung geben sollen, w\u00fcrden auch Pflanzen- und Wurzelwachstum sowie die Ertr\u00e4ge untersucht.<\/p>\n<h3>Weitere Ursache f\u00fcr Schadstoffbelastungen im Wasser: Arzneimittel<\/h3>\n<p>\u201eEine weitere Ursache f\u00fcr Schadstoffbelastungen im Wasser ist in Haushalten zu finden: Rund 31.000 Tonnen Arzneimittel werden j\u00e4hrlich in Deutschland eingenommen, ein Teil davon gelangt unvollst\u00e4ndig verstoffwechselt in die Umwelt\u201c, erl\u00e4uterte Bottermann. Da der menschliche K\u00f6rper die meisten Antibiotika, Hormone oder Schmerzmittel nicht vollst\u00e4ndig abbaue, landeten sie als Mikroschadstoffe im h\u00e4uslichen Abwasser und k\u00f6nnten durch die Kanalisation in Fl\u00fcsse und Seen gelangen. Aber auch die nicht verbrauchten Arzneimittel spielten eine Rolle: Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 in Deutschland gelangten 23 Prozent der fl\u00fcssigen nicht verwendeten Arzneistoffe und sieben Prozent der festen nicht verwendeten Arzneistoffe aus den Privathaushalten in die Toilette. Das seien etwa drei Prozent der vermarkteten Pharmazeutika in Deutschland und entspreche 364 Tonnen Wirkstoffe. Viele dieser Substanzen und Hormone seien chemisch so stabil, dass sie bislang kaum oder gar nicht aus dem Wasser gefiltert und \u00fcber die Kl\u00e4ranlagen in den Wasserkreislauf geraten k\u00f6nnten \u2013 ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr Umwelt, Mensch und Tier, erg\u00e4nzte DBU-Experte Franz-Peter Heidenreich.<\/p>\n<h3>Mit Pflanzenkohle Schadstoffe aus Wasser binden<\/h3>\n<p>Das Zentrum f\u00fcr Umweltforschung und nachhaltige Technologien der Universit\u00e4t Bremen entwickle ein Verfahren f\u00fcr kleine und kommunale Kl\u00e4ranlagen, bei dem erstmals mit Bio- bzw. Pflanzenkohle das Wasser von speziellen Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden gereinigt werden k\u00f6nne. Die Pflanzenkohle \u2013 also verkohltes Holz \u2013 funktioniere wie ein Schwamm und binde die Schadstoffe aus dem Wasser. Die Filteranlage solle mit robusten und anpassungsf\u00e4higen Pflanzen wie Rohrglanzgras sowie speziellen Pilzen kombiniert werden, um einen zus\u00e4tzlichen Reinigungseffekt zu erreichen. Der l\u00e4ndliche Bereich biete zumeist gen\u00fcgend Platz f\u00fcr die Pflanzenkl\u00e4ranlagen, \u201ederen Technik sich auch auf gr\u00f6\u00dfere Kl\u00e4ranlagen \u00fcbertragen lie\u00dfe\u201c, so Heidenreich. Von Vorteil sei auch, dass die Anlage mit wenig Pflege fast wartungsfrei und sehr g\u00fcnstig zu betreiben sei.<\/p>\n<h3>Biotechnologie: &#8220;Wichtiges Werkzeug des produktionsintegrierten Umweltschutzes&#8221;<\/h3>\n<p>Auch in der industriellen Produktion fielen etwa durch den Einsatz von Chemikalien Belastungen des Abwassers an, so Bottermann. Mit Hilfe der Industriellen Biotechnologie gelinge es oft, alternative Verfahren und Produkte f\u00fcr verschiedene Industriezweige zu entwickeln und den Eintrag giftiger Substanzen zu verringern. Positiver Nebeneffekt: Die Ressourcen- und Energieeffizienz k\u00f6nnten h\u00e4ufig gesteigert werden. Biotechnologie sei deshalb ein \u201ewichtiges Werkzeug des produktionsintegrierten Umweltschutzes und Schl\u00fcsseltechnologie f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften\u201c.<\/p>\n<h3>Schaefer: &#8220;J\u00e4hrlich gelangen etwa 200.000 Tonnen Tenside ins Abwasser&#8221;<\/h3>\n<p>Wichtiger Bestandteil von Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetika und Pharmazeutika seien Tenside, so DBU-Experte Dr. Hans-Christian Schaefer. Sie l\u00f6sten Fett- und Schmutzpartikel von den Oberfl\u00e4chen ab und seien daher in Wasch- und Reinigungsmitteln f\u00fcr die Reinigungswirkung verantwortlich. In Salben und Cremes erm\u00f6glichten sie, dass sich \u00d6l und Wasser zu einer Emulsion vermischten. \u201eDas Bayerische Landesamt f\u00fcr Umwelt gibt an, dass deutschlandweit etwa 200.000 Tonnen Tenside pro Jahr ins Abwasser gelangen\u201c, erkl\u00e4rte Schaefer. Wegen der gro\u00dfen Mengen sei eine gute biologische Abbaubarkeit wichtig. Zudem werde ein erheblicher Teil der Tenside auf chemischem Wege auf Erd\u00f6lbasis produziert oder aus pflanzlichen \u00d6len, darunter Kokos- und Palmkern\u00f6l. Doch Tenside k\u00f6nnten auch durch Mikroorganismen hergestellt werden, sogenannte Biotenside.<\/p>\n<h3>Mit Biotensiden langfristig Gew\u00e4sser und endliche Ressourcen schonen<\/h3>\n<p>In einem Kooperationsprojekt mit sieben Partnern aus Forschung und Industrie unter Federf\u00fchrung des Instituts f\u00fcr Pharmazeutische Biotechnologie der Universit\u00e4t Ulm sei ein neues Verfahren zum Herstellen von bestimmten Biotensiden, den sogenannten Rhamnolipiden, entwickelt worden. Diese seien aus Zucker und Fetts\u00e4uren aufgebaut und daher vollst\u00e4ndig biologisch abbaubar. Als Kohlenstoffquelle dienten die nachwachsenden Rohstoffe Glucose oder Glycerin. Derzeit k\u00f6nnten Biotenside f\u00fcr einen breiten Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln wegen der hohen Herstellungskosten noch nicht mit herk\u00f6mmlich produzierten Tensiden konkurrieren. Langfristig k\u00f6nnten durch Biotenside aber Gew\u00e4sser und endliche Ressourcen geschont und die Kohlendioxidbilanz der Tensidverwendung verbessert werden.<\/p>\n<h3>Finanzielles Jahresergebnis auf 113,9 Millionen Euro gesteigert<\/h3>\n<p>Das finanzielle Jahresergebnis nach Abschreibungen und Verwaltungsaufwendungen habe die DBU auch 2013 zum f\u00fcnften Mal in Folge steigern k\u00f6nnen auf nunmehr 113,9 Millionen Euro (2012: 108 Millionen Euro), erkl\u00e4rte DBU-Finanzchef Michael Dittrich. Dem Stiftungskapital seien 55 Millionen Euro als R\u00fccklage zugef\u00fchrt worden. Es betrage aktuell 2,06 Milliarden Euro und sei damit auch im Realwert, also unter Ber\u00fccksichtigung der Inflation, seit Stiftungsgr\u00fcndung vollst\u00e4ndig erhalten. \u201eDurch die extrem niedrigen Zinsen wird die Verm\u00f6gensanlage bei den verzinslichen Wertpapieren zwar laufend schwieriger, durch eine breite Diversifikation ist es aber bisher gelungen, die Ertr\u00e4ge auf einem vergleichsweise hohen Niveau zu halten\u201c, erkl\u00e4rte Dittrich. So habe der Ertrag aus der Verm\u00f6gensbewirtschaftung nach Kosten 120,6 Millionen Euro (2012: 114,6 Millionen Euro) betragen. Dabei seien Kurswert\u00e4nderungen der Wertpapiere im Bestand nicht eingerechnet. Die Performance der Verm\u00f6gensanlage habe 2013 bei 7,7 Prozent gelegen. Die durchschnittliche Performance der Verm\u00f6gensanlage \u00fcber die letzten zehn Jahre (2004 \u2013 2013) habe 6,5 Prozent j\u00e4hrlich betragen, so Dittrich.<\/p>\n<h3>DBU: Seit Gr\u00fcndung 1,5 Milliarden Euro an F\u00f6rdermitteln bewilligt<\/h3>\n<p>Im Jahr 2013 gingen bei der DBU insgesamt 962 Antr\u00e4ge und Projektskizzen ein (2012: 989). Bewilligt wurden 280 Vorhaben mit rund 44,3 Millionen Euro (2012: 258 Vorhaben mit 47,6 Millionen Euro). Damit hat die Stiftung seit Aufnahme ihrer F\u00f6rdert\u00e4tigkeit im M\u00e4rz 1991 bis Ende 2013 1,5 Milliarden Euro an F\u00f6rdermitteln bewilligt und damit mehr Geld in den innovativen Umweltschutz investiert als sie seinerzeit als Stiftungskapital erhalten hatte (1,288 Milliarden Euro).<\/p>\n<h3>Jahresbericht ab sofort erh\u00e4ltlich<\/h3>\n<p>Die DBU ist eine der gr\u00f6\u00dften Stiftungen Deutschlands. Im Mittelpunkt ihrer F\u00f6rderung stehen kleine und mittlere Unternehmen. Die Stiftung vergibt j\u00e4hrlich den mit 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis. Der Jahresbericht kann kostenlos bei der DBU bestellt werden: An der Bornau 2, 49090 Osnabr\u00fcck, Telefon 0541\/9633-0, Fax 0541\/9633-190. <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/643publikation1285.html\">Hier geht es zum Jahresbericht<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Biotechnologie ist ein wichtiges Werkzeug f&uuml;r verbesserten Umweltschutz in der Industrie. 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