{"id":21850,"date":"2014-08-05T03:06:27","date_gmt":"2014-08-05T01:06:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=21850"},"modified":"2014-08-04T14:39:00","modified_gmt":"2014-08-04T12:39:00","slug":"konzern-lesaffre-kauft-biosprit-pionier-butalco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/konzern-lesaffre-kauft-biosprit-pionier-butalco\/","title":{"rendered":"Konzern Lesaffre kauft Biosprit-Pionier Butalco"},"content":{"rendered":"<p>29.07.2014 &#8211; Der franz\u00f6sische Konzern Lesaffre \u00fcbernimmt den Biokraftstoff-Spezialisten Butalco. Bisher verdiente Lesaffre sein Geld vor allem durch den Verkauf von B\u00e4ckerhefen und Hefeextrakten f\u00fcr die Lebensmittelindustrie. Mit Hilfe der neuerworbenen Butalco GmbH will das Unternehmen nun auch in der Bioethanol-Produktion weiter Fu\u00df fassen. Gelingen soll dies unter anderem mit speziellen Hefest\u00e4mmen, die in der Lage sind, Biomasse besonders effizient umzusetzen. Entwickelt wurden die Turbohefen von Butalco an der Universit\u00e4t Frankfurt.<\/p>\n<p>Hefen sind die Arbeitspferde in der industriellen Biotechnologie. Sie werden genutzt, um Biomasse zu verg\u00e4ren und bei dieser Umwandlung wertvolle Plattformchemikalien oder Alkohole wie Bioethanol herzustellen. Damit das m\u00f6glichst effizient gelingt, werden in der industriellen Biotechnologie fast ausschlie\u00dflich speziell entwickelte Produktionsst\u00e4mme eingesetzt. Sie werden ma\u00dfgeschneidert f\u00fcr die jeweilige Anwendung entwickelt, um gezielt ein bestimmtes Produkt herzustellen oder einen bestimmten Stoff umzuwandeln.<\/p>\n<h3>Turbohefen f\u00fcr effizientere Fermentation<\/h3>\n<p>Butalco hat sich auf genau diese Arbeiten spezialisiert. Das in der Schweiz angesiedelte Unternehmen hat gentechnisch ver\u00e4nderte Hefest\u00e4mme entwickelt, die in der Lage sind, verschiedene Zuckermolek\u00fcle aus pflanzlicher Biomasse zu nutzen und diese in die Kraftstoffe Ethanol oder Butanol umzusetzen (mehr&#8230;). Butalco wurde 2007 vom Frankfurter Biotechnologen Eckhard Boles gemeinsam mit dem Investor Gunter Festel in der Schweiz gegr\u00fcndet. An der Goethe-Universit\u00e4t ist Boles Professor f\u00fcr Molekulare Biowissenschaften. Bis heute verl\u00e4sst sich Butalco f\u00fcr die Forschungsarbeiten auf eine Kooperation mit der Universit\u00e4t. Das Unternehmen finanziert Forschungsprojekte, Mitarbeiter und Ger\u00e4te und darf im Gegenzug die Erfindungen nutzen, die sich daraus entwickeln. \u201eZwei Patentanmeldungen entstanden recht schnell, in denen es um Isobutanol geht. Vier weitere Erfindungen, die ich vorher zur Verg\u00e4rung von Abfallzuckern gemacht hatte, kaufte Butalco der Uni ab\u201c, erz\u00e4hlt Mitgr\u00fcnder Boles.<\/p>\n<p>Die Kooperation soll auch nach der \u00dcbernahme von Butalco durch Lesaffre weitergef\u00fchrt und sogar ausgebaut werden, so Boles. Auch Butalco und Lesaffre verbindet eine mehrere Jahre w\u00e4hrende Gesch\u00e4ftsbeziehung. Bereits Anfang 2012 sicherte sich Lesaffre die Rechte an einem Butalco-Patent f\u00fcr eine Hefe, mit der sich der Kraftstoff Bio-Ethanol aus dem Abfallzucker Xylose industriell herstellen l\u00e4sst (mehr&#8230;). Mehrere Millionen Euro sollen damals durch den Verkauf des Schutzrechts erl\u00f6st worden sein. Wie viel Geld f\u00fcr die nun erfolgte vollst\u00e4ndige \u00dcbernahme geflossen ist, teilen die Gesch\u00e4ftspartner hingegen nicht mit.<\/p>\n<h3>Lesaffre: Neuer Fokus auf industrielle Biotechnologie<\/h3>\n<p>Der weltweit agierende Konzern Lesaffre mit seinem Stammsitz im nordfranz\u00f6sischen Marcq-en-Baroeul setzte im vergangenen Jahr mit 7.700 Mitarbeitern rund 1,56 Milliarden Euro um, vor allem durch den Verkauf von B\u00e4ckerhefen und Hefeextrakten f\u00fcr die Lebensmittelindustrie. Durch die \u00dcbernahme k\u00f6nne sein Unternehmen das kommerzielle Angebot an Ethanol-Kraftstoffen der zweiten Generation optimieren, sagte Lesaffre-Manager Didier Masy in einer Pressemitteilung vom 23. Juli. Das Unternehmen hatte erst k\u00fcrzlich seine Gesch\u00e4ftseinheit Lesaffre Advanced Fermentation (Leaf-) Technologies gegr\u00fcndet. K\u00fcnftig soll auch die Butalco GmbH als eigenst\u00e4ndiges Unternehmen zu diesem Gesch\u00e4ftsbereich geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Ausbaupl\u00e4ne f\u00fcr diese Biotech-Sparte sind ehrgeizig. In f\u00fcnf Jahren will Lesaffre rund 30 Prozent seines Umsatzes in diesem Bereich erzielen. Daf\u00fcr ist das franz\u00f6sische Unternehmen gerade auf Einkaufstour in ganz Europa. Erst im Februar wurde Agrauxine \u00fcbernommen. Die Firma in Angers ist auf die Herstellung von biobasierten Pflanzenschutzmitteln und D\u00fcngern spezialisiert. Im vergangenen Dezember wurde Lesaffre in Italien f\u00fcndig und kaufte die Firma Omniabios. Das Unternehmen hat sich auf die Aufreinigung von S-Adenosyl-L-Methionin spezialisiert. Das nat\u00fcrlicherweise auch im menschlichen K\u00f6rper produzierte Molek\u00fcl wird als Nahrungsmittelzusatzstoff genutzt, und soll Osteoarthritis und Depression mildern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>29.07.2014 &#8211; Der franz\u00f6sische Konzern Lesaffre \u00fcbernimmt den Biokraftstoff-Spezialisten Butalco. Bisher verdiente Lesaffre sein Geld vor allem durch den Verkauf von B\u00e4ckerhefen und Hefeextrakten f\u00fcr die Lebensmittelindustrie. Mit Hilfe der neuerworbenen Butalco GmbH will das Unternehmen nun auch in der Bioethanol-Produktion weiter Fu\u00df fassen. 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