{"id":21457,"date":"2014-07-16T03:03:49","date_gmt":"2014-07-16T01:03:49","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=21457"},"modified":"2014-07-15T13:09:10","modified_gmt":"2014-07-15T11:09:10","slug":"palmolanbau-plantagen-bedrohen-afrikas-menschenaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/palmolanbau-plantagen-bedrohen-afrikas-menschenaffen\/","title":{"rendered":"Palm\u00f6lanbau: Plantagen bedrohen Afrikas Menschenaffen"},"content":{"rendered":"<p>Neue Palm\u00f6l-Plantagen in Afrika bedrohen die Lebensr\u00e4ume von Menschenaffen. Die Areale, f\u00fcr die Unternehmen Anbaulizenzen erhielten, liegen zu gro\u00dfen Teilen in den Lebensr\u00e4umen von Gorillas, Schimpansen und Bonobos, mahnt ein internationales Forscherteam. Die Wissenschaftler appellieren an die betroffenen L\u00e4nder in West- und Zentralafrika, die Lebensr\u00e4ume der Affen zu sch\u00fctzen. Auch Verbraucher k\u00f6nnen demnach aktiv zum Schutz der Affen beitragen.<\/p>\n<p>Die Nachfrage nach aus \u00d6lpalmen produziertem Pflanzen\u00f6l steigt, Palm\u00f6l steckt in Hunderten Alltagsprodukten. Die Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) sch\u00e4tzt, dass etwa die H\u00e4lfte der Produkte hiesiger Superm\u00e4rkte Palm\u00f6l enthalten, von Lebensmitteln \u00fcber Kosmetikartikel bis zu Reinigungsprodukten. Gro\u00dfe Plantagen gibt es vor allem in S\u00fcdostasien in Indonesien und Malaysia, wo daf\u00fcr riesige Waldareale abgeholzt wurden &#8211; mit fatalen Folgen beispielsweise f\u00fcr die Population der Orang-Utans. Nun orientieren sich viele Unternehmen nach Afrika, berichten die Forscher um Serge Wich von der Liverpool John Moores University.<\/p>\n<h3>Winziger Schutzraum<\/h3>\n<p>Um die Folgen f\u00fcr die Tierwelt abzusch\u00e4tzen, glichen die Wissenschaftler vergebene Lizenzen f\u00fcr afrikanische Palm\u00f6l-Plantagen mit den Lebensr\u00e4umen von Menschenaffen ab. Unter Schutz &#8211; und damit weitgehend unzug\u00e4nglich f\u00fcr Firmen &#8211; sind demnach nur etwa 10 Prozent der Menschenaffen-Habitate in Afrika. 40 Prozent der nicht gesch\u00fctzten Verbreitungsgebiete decken sich zudem mit Arealen, die sich zum Palm\u00f6l-Anbau eignen, <a href=\"http:\/\/www.cell.com\/current-biology\/abstract\/S0960-9822%2814%2900680-0\" target=\"_blank\">schreiben die Forscher im Fachmagazin &#8220;Current Biology&#8221;<\/a>.<\/p>\n<p>Betroffen sind vor allem Lebensr\u00e4ume in Sierra Leone, Liberia, Elfenbeink\u00fcste und Ghana in Westafrika und die L\u00e4nder Zentralafrikas wie Kamerun oder Gabun. Schon jetzt \u00fcberlappen sich rund 59 Prozent der geplanten Anbaugebiete mit den Habitaten von Westlichen Flachlandgorillas, Gemeinen Schimpansen und Bonobos.<\/p>\n<p>&#8220;Die \u00d6lpalmenindustrie stellt eine bedeutende und stetige Bedrohung f\u00fcr Menschenaffen in Afrika dar&#8221;, betonen die Forscher. &#8220;Unsere Analyse zeigt, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Menschenaffen-Areale auf gesch\u00fctztem Land liegt.&#8221;<\/p>\n<p>Doch auch dort seien Tiere gef\u00e4hrdet, da Anbaugebiete h\u00e4ufig auf angrenzende Schutzgebiete ausgedehnt w\u00fcrden. Zudem w\u00fcrden in Plantagen oft Schimpansen get\u00f6tet, die sich bei Futterknappheit gerne an \u00d6lpalmen bedienen. Im <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/regenwald-illegale-abholzung-steigt-trotz-rodungsgenehmigungen-a-965448.html\" target=\"_blank\">April 2014 hatte eine Studie im peruanischen Amazonas-Regenwald gezeigt<\/a>, dass Holzf\u00e4ller dort staatliche Rodungsgenehmigungen nutzen, um in Schutzgebiete vorzudringen und gesch\u00fctzte B\u00e4ume zu schlagen.<\/p>\n<h3>Ertrag mehr als verdoppeln<\/h3>\n<p>&#8220;Wir bef\u00fcrworten kein striktes Verbot der \u00d6lpalmen-Entwicklung in Afrika&#8221;, betonen die Forscher der aktuellen Studie. Im Gegenteil b\u00f6ten die Plantagen der verarmten Region gro\u00dfe \u00f6konomische M\u00f6glichkeiten. Wichtig sei aber, die Plantagen in geeigneten Regionen anzulegen, die nicht von Menschenaffen bewohnt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcsse jedes Land sowohl die Lebensr\u00e4ume der Tiere kartieren als auch die f\u00fcr Palm\u00f6l geeigneten Anbaufl\u00e4chen. Zudem k\u00f6nne man den Anbau auf den bestehenden Plantagen intensivieren. Der Ertrag liege in Afrika bei durchschnittlich 7,8 Tonnen Palm\u00f6l pro Hektar, in S\u00fcdostasien aber bei 16,9 Tonnen. Hier k\u00f6nnten etwa eine bessere Qualit\u00e4t der Samen und bessere Anbaumethoden helfen.<\/p>\n<p>Aber auch die Verbraucher weltweit k\u00f6nnten dazu beitragen, die Lebensr\u00e4ume der Affen zu sch\u00fctzen. &#8220;Der erste Schritt ist, das Thema ins \u00f6ffentliche Bewusstsein zu r\u00fccken und auf die Pl\u00e4ne von in Afrika t\u00e4tigen Unternehmen und Regierungen innerhalb und au\u00dferhalb Afrikas zu bringen&#8221;, so Wich. &#8220;\u00d6ffentliches Bewusstsein ist der Schl\u00fcssel, denn Verbraucher haben durch ihr Kaufverhalten Einfluss.&#8221; Die \u00d6ffentlichkeit solle die Unternehmen dazu dr\u00e4ngen, nachhaltig zu wirtschaften.<\/p>\n<p>So finden sich etwa auf Verpackungen mancher Produkte Zertifikate daf\u00fcr, dass das verwendete Palm\u00f6l aus nachhaltigem Anbau stammt. Vor zehn Jahren wurde auf Anregung des WWF der Runde Tisch f\u00fcr nachhaltiges Palm\u00f6l (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) gegr\u00fcndet. Die beteiligten Unternehmen verpflichten sich, keine \u00f6kologisch wichtigen Fl\u00e4chen f\u00fcr Plantagen zu roden.<\/p>\n<p>Aus einem anderen Grund warnt auch ein <a href=\"http:\/\/sensorproject.net\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Change-in-carbon-stocks-arising-from-land-FINAL.pdf\" target=\"_blank\">Gutachten eines internationalen Forscherteams<\/a> davor, Regenwald f\u00fcr Palm\u00f6l-Plantagen zu opfern. Da nat\u00fcrliche W\u00e4lder viel Kohlenstoff speichern, w\u00fcrde eine Umwandlung solcher Areale zu einer Freisetzung gro\u00dfer Mengen des Treibhausgases f\u00fchren. Daher solle man neue Palm\u00f6l-Plantagen auf Gras- oder Buschland anlegen, raten die Forscher um Jennifer Lucey von der Universit\u00e4t York.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Palm\u00f6l-Plantagen in Afrika bedrohen die Lebensr\u00e4ume von Menschenaffen. 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