{"id":21177,"date":"2014-06-30T02:00:54","date_gmt":"2014-06-30T00:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/agrar-forstwissenschaften\/oekolandbau-foerdert-artenvielfalt-auf-ackerflaechen.html"},"modified":"2014-06-27T11:29:32","modified_gmt":"2014-06-27T09:29:32","slug":"okolandbau-fordert-artenvielfalt-auf-ackerflachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/okolandbau-fordert-artenvielfalt-auf-ackerflachen\/","title":{"rendered":"\u00d6kolandbau f\u00f6rdert Artenvielfalt auf Ackerfl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_21189\" aria-describedby=\"caption-attachment-21189\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21189 \" alt=\"623c906ef7\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/623c906ef7.jpg\" width=\"260\" height=\"195\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21189\" class=\"wp-caption-text\">Eine Wissenschaftlerin sammelt Regenw\u00fcrmer im Grasstreifen zwischen zwei Feldern. (Foto: S. Wolfrum \/ TUM).<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein internationales Team unter Beteiligung der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) untersuchte im Zeitraum von 2010 bis 2013 die Frage, ob der \u00f6kologische Landbau und extensive Formen der Landnutzung die Biodiversit\u00e4t f\u00f6rdern. Dabei interessierte die Forschenden die Frage, ob auf \u00f6kologischen Betrieben mehr Arten vorkommen als auf konventionellen Nachbarbetrieben. Durch die Verwendung europaweit einheitlicher Methoden wurden Daten erhoben, die es erm\u00f6glichen sowohl den Einfluss von Art und Intensit\u00e4t der Bewirtschaftung als auch der Landschaftsstruktur auf Biodiversit\u00e4t zu analysieren.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eVom \u00d6kolandbau profitiert die Artenvielfalt von Pflanzen und Wildbienen besonders. Die beobachteten Vorteile konzentrieren sich jedoch vor allem auf Ackerfl\u00e4chen\u201c, fasst Prof. Kurt-J\u00fcrgen H\u00fclsbergen von der TUM die Ergebnisse zusammen. Sein Lehrstuhl f\u00fcr \u00d6kologischen Landbau und Pflanzenbausysteme f\u00fchrte die Analysen in 16 bayerischen Milchviehbetrieben durch.<\/p>\n<p>Die Studie untersuchte Betriebe insgesamt zw\u00f6lf Regionen mit sehr unterschiedlichen nat\u00fcrlichen Produktionsbedingungen. In jeder Region wurden standorttypische Betriebe zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt, die H\u00e4lfte davon seit mindestens f\u00fcnf Jahren zertifiziert \u00f6kologisch bewirtschaftet. So wurden zum Beispiel in der Schweiz Futterbaubetriebe, in \u00d6sterreich und S\u00fcdfrankreich Ackerbaubetriebe, in Italien und Spanien Betriebe mit Dauerkulturen wie Wein oder Oliven und in Uganda kleinb\u00e4uerliche Selbstversorgerbetriebe untersucht.<\/p>\n<h3>Mehr Arten dank Hecken und Feldr\u00e4ndern<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Forscher auf Bio-\u00c4ckern deutlich mehr Arten fanden als auf Nicht-Bio-\u00c4ckern, war dies auf Wiesen oder in Rebkulturen nicht der Fall. Die vier Artengruppen Pflanzen, Regenw\u00fcrmer, Spinnen und Wildbienen, die stellvertretend f\u00fcr die gro\u00dfe Vielfalt an Lebewesen untersucht wurden, profitierten in unterschiedlichem Ma\u00df vom \u00d6kolandbau. Auf \u00d6ko-Fl\u00e4chen wurden mehr Pflanzen- und Wildbienenarten gefunden als auf konventionellen Fl\u00e4chen, jedoch nicht mehr Arten an Spinnen und Regenw\u00fcrmern.<\/p>\n<p>Wurden Arten aus Randfl\u00e4chen wie Hecken oder Feldr\u00e4ndern in den Vergleich einbezogen, so verringerten sich die Unterschiede zwischen \u00f6kologischem und konventionellem Landbau. \u201eOffenbar kommen die auf \u00f6kologischen \u00c4ckern gefundenen Arten in den \u00fcbrigen Betrieben eher in den Randbereichen vor, und die gesamte Artenzahl ver\u00e4ndert sich deshalb kaum\u201c, erkl\u00e4rt Max Kainz, Leiter des Teilprojekts an der TUM. Auch das Vorkommen seltener oder gef\u00e4hrdeter Arten war laut Kainz nicht von der \u00f6kologischen Bewirtschaftung abh\u00e4ngig.<\/p>\n<h3>Auch der \u00d6kolandbau braucht zus\u00e4tzliche Lebensr\u00e4ume<\/h3>\n<p>Zum Schutz der stark gef\u00e4hrdeten Artenvielfalt in der Agrarlandschaft braucht es neben dem \u00d6kolandbau auch die Erhaltung von Lebensr\u00e4umen. Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen die Anzahl an Lebensr\u00e4umen auf den Betrieben durch Strukturelemente wie zum Beispiel Geh\u00f6lze, Grasstreifen oder Brachfl\u00e4chen zu erh\u00f6hen. \u201eErstaunlicherweise fanden wir auf den \u00d6ko-Betrieben \u00fcber alle Regionen hinweg nicht mehr naturnahe Lebensr\u00e4ume als auf den \u00fcbrigen Betrieben\u201c, berichtet Kainz.<\/p>\n<p>\u201eEs zeigte sich sehr deutlich, dass die Vielfalt an Lebensr\u00e4umen entscheidend f\u00fcr die Artenvielfalt ist\u201c, bilanziert auch Prof. H\u00fclsbergen und erg\u00e4nzt: \u201eDie Ergebnisse der Studie unterstreichen, wie wichtig die Erhaltung und Neuschaffung von Landschaftsstrukturen ist, wie sie mit dem Greening-Programm der EU-Agrarpolitik umgesetzt werden sollen. Wenn sich die zus\u00e4tzlichen Lebensr\u00e4ume vom Rest der Betriebsfl\u00e4che unterscheiden, zum Beispiel Hecken in Graslandbetrieben oder Krautstreifen in Ackerbaubetrieben, erh\u00f6hen sie die gesamte Artenzahl des Betriebes stark.<\/p>\n<h3>Publikation:<\/h3>\n<p>Schneider M.K. et al. (2014): Gains to species diversity in organically farmed fields are not propagated at the farm level, Nature Communications 5:4151; <a href=\"http:\/\/www.nature.com\/ncomms\/2014\/140624\/ncomms5151\/full\/ncomms5151.html\">DOI: 10.1038\/ncomms5151<\/a><\/p>\n<h3>Das Projekt BioBio:<\/h3>\n<p>Ziel des Forschungsprojekts BioBio im 7. Rahmenprogramm der Europ\u00e4ischen Union bestand darin, eine Methode zu entwickeln, mit der die Biodiversit\u00e4t auf Landwirtschaftsbetrieben bestimmt werden kann. Das international zusammengesetzte Forschungsteam unter der Leitung von Agroscope erarbeitete dazu Biodiversit\u00e4tsindikatoren, die wissenschaftlich fundiert, auf europ\u00e4ischer Ebene anwendbar sowie f\u00fcr die Interessensgruppen relevant und n\u00fctzlich sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.biobio-indicator.org\">Mehr Informationen zum BioBio-Projekt<\/a><\/p>\n<h3>Kontakt:<\/h3>\n<p>Lehrstuhl f\u00fcr \u00d6kologischen Landbau und Pflanzenbausysteme<br \/>\nTechnische Universit\u00e4t M\u00fcnchen<br \/>\n<a href=\"www.wzw.tum.de\/oekolandbau\/index.php\">www.wzw.tum.de\/oekolandbau\/index.php<\/a><\/p>\n<p>Max Kainz<br \/>\nphone: +49 8161 71-3034<br \/>\n<a href=\"mailto:max.kainz@tum.de\">max.kainz@tum.de<\/a><\/p>\n<p>Sebastian Wolfrum<br \/>\nphone: +49 8161 71-2521<br \/>\n<a href=\"mailto:sebastian.wolfrum@tum.de\">sebastian.wolfrum@tum.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationales Projekt untersucht Biodiversit&auml;t in der LandwirtschaftBedeutet &ouml;kologischer Landbau &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[263],"class_list":["post-21177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-technische-universitaet-muenchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21177"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21177\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21177"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=21177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}