{"id":21165,"date":"2014-06-27T03:09:20","date_gmt":"2014-06-27T01:09:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=21165"},"modified":"2014-06-27T10:54:55","modified_gmt":"2014-06-27T08:54:55","slug":"schaumstrukturen-aus-muschelschalen-und-meeresschwammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schaumstrukturen-aus-muschelschalen-und-meeresschwammen\/","title":{"rendered":"Schaumstrukturen aus Muschelschalen und Meeresschw\u00e4mmen"},"content":{"rendered":"<p><strong>In der Natur haben sich \u00fcber Millionen von Jahren Aufbauprinzipien bei Pflanzen und Lebewesen ausgebildet, die f\u00fcr Forschung und Industrie gro\u00dfe Potenziale zur Entwicklung ressourcenschonender Leichtbaul\u00f6sungen bieten. Spinnseide oder die gew\u00f6lbten Strukturen von Schildkr\u00f6tenpanzern sind einige Beispiele f\u00fcr Konstruktionsformen aus der Natur, die in der Evolution nahezu ein Optimum erreicht haben. Rund um den Globus versuchen Bioniker den Geheimnissen der Natur auf die Schliche zu kommen und die Erfolgsmodelle zu entschl\u00fcsseln. Vor allem bei noch wenig untersuchten Strukturen aus den Weltmeeren werden f\u00fcr die Zukunft weitreichende Erkenntnisse vermutet, die f\u00fcr das Bauwesen, die Luftfahrtindustrie und den Automobilbau von gro\u00dfer Bedeutung sein k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Einer der Bioniker, der in letzter Zeit mit einigen herausragenden Erkenntnissen aufwarten konnte, ist Filipe Natalio, der als Juniorprofessor seine am Max-Planck-Institut f\u00fcr Polymerforschung an der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz durchgef\u00fchrten Projekte aktuell an der MLU in Halle weiterverfolgt. Dort untersucht er M\u00f6glichkeiten, die Strukturen von Biomineralen wie Muschelschalen, Meeresschw\u00e4mme und Korallen f\u00fcr Industrieanwendungen nutzbar zu machen. &#8220;Schw\u00e4mme sind sehr widerstandsf\u00e4hig und trotzdem beweglich. Sie k\u00f6nnen Licht leiten und sind Leichtgewichte&#8221;, schw\u00e4rmt der Wissenschaftler von Glasschw\u00e4mmen, die in einer Tiefe von 5000 Metern unter dem Meeresspiegel beheimatet sind. Sie bestehen aus nadelf\u00f6rmigen Skelettelementen, die sich nur unter ganz besonderen Umweltbedingungen ausbilden. &#8220;Diesen nat\u00fcrlichen Entstehungsprozess haben wir erstmals erfolgreich im Labor nachahmen k\u00f6nnen&#8221;, berichtet Natalio in einem Paper f\u00fcr das renommierte Science Magazin. Die k\u00fcnstlich erzeugten Nadeln \u00e4hnelten \u00e4u\u00dferlich ihren nat\u00fcrlichen Vorbildern, waren flexibel und erreichten eine um das Dreifache verbesserte Robustheit. Hat sich Natalio in der Vergangenheit vor allem mit der Untersuchung von Schw\u00e4mmen und Muscheln besch\u00e4ftigt, so will er zuk\u00fcnftig die Baupl\u00e4ne von Korallen und anderen mikroskopischen Meerestieren entschl\u00fcsseln. Anwendungsm\u00f6glichkeiten sieht Natalio vor allem im Automobil- bzw. Karosseriebau, in der Architektur und der Medizin. So k\u00f6nnten beispielsweise Implantate und Prothesen nicht nur haltbarer, sondern auch deutlich leichter hergestellt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die Gr\u00fcndung eines Start-Up Unternehmen zur wirtschaftlichen Verwertung der Erkenntnisse werden derzeit Investoren gesucht.<\/p>\n<p>Kontakt<strong> <\/strong>Dr. Filipe Natalio<br \/>\nMartin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg<br \/>\nTel.: +49 345 5525622<br \/>\nEmail: <a href=\"mailto:filipe.natalio@chemie.uni-halle.de\" target=\"_blank\">filipe.natalio@chemie.uni-halle.de<br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/www.chemie.uni-halle.de\">www.chemie.uni-halle.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Natur haben sich \u00fcber Millionen von Jahren Aufbauprinzipien bei Pflanzen und Lebewesen ausgebildet, die f\u00fcr Forschung und Industrie gro\u00dfe Potenziale zur Entwicklung ressourcenschonender Leichtbaul\u00f6sungen bieten. 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