{"id":21140,"date":"2014-06-26T03:09:03","date_gmt":"2014-06-26T01:09:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/biowissenschaften-chemie\/suesses-stroh.html"},"modified":"2014-06-26T11:13:34","modified_gmt":"2014-06-26T09:13:34","slug":"suses-stroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/suses-stroh\/","title":{"rendered":"S\u00fc\u00dfes Stroh"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erythritol ist ein S\u00fc\u00dfstoff mit vielen Vorteilen: Er macht nicht dick, ist nicht kari\u00f6s, wirkt nicht auf den Blutzuckerspiegel und hat im Gegensatz zu anderen Zuckerersatzstoffen keine laxative Wirkung. In Asien wird er heute schon in gro\u00dfem Umfang eingesetzt, auch in Europa wird er mittlerweile verwendet. Allerdings konnte man ihn bisher nur mit Hilfe bestimmter Hefest\u00e4mme in hochkonzentrierten Zuckerl\u00f6sungen herstellen. An der TU Wien wurde nun eine Methode entwickelt, ihn mit Hilfe eines Pilzes auf recht einfache Weise aus ganz gew\u00f6hnlichem Stroh zu erzeugen. Nach den erfolgreichen Experimenten will man das Verfahren nun gro\u00dfindustriell optimieren.<\/strong><\/p>\n<h3>Von Stroh \u00fcber Zucker zu Erythritol<\/h3>\n<figure id=\"attachment_21149\" aria-describedby=\"caption-attachment-21149\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21149 \" alt=\"58d2b7760d\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/58d2b7760d.jpg\" width=\"240\" height=\"180\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21149\" class=\"wp-caption-text\">Verschiedene St\u00e4mme von Trichoderma reesei<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zum blo\u00dfen Verbrennen ist Stroh viel zu schade. Einige seiner chemischen Bestandteile k\u00f6nnen zu wertvollen Produkten weiterverarbeitet werden. Das fein zerh\u00e4ckselte Stroh wird zun\u00e4chst \u201evoraufgeschlossen\u201c \u2013 die Zellw\u00e4nde werden mit Hilfe von L\u00f6sungsmitteln aufgebrochen, das Lignin wird herausgel\u00f6st, weiterverwendet werden Xylane und Zellulose.<\/p>\n<p>\u201eNormalerweise muss man das Stroh dann mit teuren Enzymen fertig aufschlie\u00dfen und in Zucker zerlegen, oder Zucker enzymatisch aus St\u00e4rke gewinnen\u201c erkl\u00e4rt Prof. Robert Mach vom Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien. \u201eSpezielle Hefest\u00e4mme k\u00f6nnen dann, wenn man sie unter extremen osmotischen Stress setzt, aus einer hochkonzentrierten Zuckerl\u00f6sung das gew\u00fcnschte Erythritol herstellen.\u201c<\/p>\n<h3>Mit Pilz ohne Zwischenschritt zum Ziel<\/h3>\n<p>Die Enzyme, mit denen das Stroh vollst\u00e4ndig aufgeschlossen wird, lassen sich aus dem Schimmelpilz <em>Trichoderma reesei<\/em> gewinnen. Dieser Pilz spielt nun auch im neuen Herstellungsverfahren die entscheidende Rolle, das an der TU Wien entwickelt wurde.<\/p>\n<p>Allerdings wurde der Pilz genetisch so ver\u00e4ndert, dass sich zwei entscheidende Vorteile ergeben: Erstens muss man die Enzyme nun nicht mehr m\u00fchsam aus der Pilzkultur gewinnen und chemisch reinigen, sondern man kann den verbesserten Pilz-Stamm direkt auf das voraufgeschlossene Stroh aufbringen. Zweitens erzeugt der Pilz nun direkt aus dem Stroh das gew\u00fcnschte Erythritol. Der Zwischenschritt \u00fcber die Produktion von Zuckerl\u00f6sung ist nicht mehr n\u00f6tig, auf die Verwendung von Hefe kann man ganz verzichten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_21151\" aria-describedby=\"caption-attachment-21151\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-21151 \" alt=\"677eb8e391\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/677eb8e391.jpg\" width=\"240\" height=\"180\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-21151\" class=\"wp-caption-text\">Das Biolabor an der TU Wien<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eWir wussten, dass der Pilz<em> Trichoderma reesei<\/em> grunds\u00e4tzlich in der Lage ist, Erythritol zu produzieren, allerdings normalerweise nur in winzigen Mengen\u201c, sagt Robert Mach. \u201eUns gelang es, den Pilz gentechnologisch zur Produktion eines Enzyms anzuregen, das die Produktion des S\u00fc\u00dfstoffes in gro\u00dfem Ausma\u00df erm\u00f6glicht.\u201c<\/p>\n<p>Erythritol hat etwa 70 bis 80% der S\u00fc\u00dfkraft von gew\u00f6hnlichem Zucker. Die weltweite Produktion liegt derzeit bei 23.000 Tonnen im Jahr. Das k\u00f6nnte sich aber noch deutlich steigern, wenn sich der Trend, auf Erythrotol als S\u00fc\u00dfungsmittel umzusteigen, aus Asien auch nach Europa und in die USA ausweitet. Robert Mach und Astrid Mach-Aigner vom Team der TU Wien hat die neue Herstellungsmethode gemeinsam mit der Firma ANNIKKI GmbH bereits patentiert. \u201eDass das neue Prinzip funktioniert, haben wir nun bewiesen\u201c, sagt Robert Mach. \u201eNun wollen wir das Verfahren gemeinsam mit Partnerfirmen verbessern und es f\u00fcr den gro\u00dfindustriellen Einsatz vorbereiten.\u201c<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.tuwien.ac.at\/dle\/pr\/aktuelles\/downloads\/2014\/suesses_stroh\/\" target=\"_blank\">Bilderdownload<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.amb-express.com\/content\/4\/1\/34\" target=\"_blank\">Originalpublikation<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Dr. Astrid Mach-Aigner<br \/>\nInstitut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften<br \/>\nTechnische Universit\u00e4t Wien<br \/>\nGumpendorfer Stra\u00dfe 1a, 1040 Wien<br \/>\nT: +43 (1) 58801 &#8211; 166 558<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:astrid.mach-aigner@tuwien.ac.at\" target=\"_blank\">astrid.mach-aigner@tuwien.ac.at<\/a><\/p>\n<p>Prof. Robert Mach<br \/>\nInstitut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Techn. Biowissenschaften<br \/>\nTechnische Universit\u00e4t Wien<br \/>\nGumpendorfer Stra\u00dfe 1a, 1040 Wien<br \/>\nT: +43 (1) 58801 &#8211; 166 502<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:robert.mach@tuwien.ac.at\" target=\"_blank\">robert.mach@tuwien.ac.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kalorienfreie S&uuml;&szlig;stoff Erythritol ist in Asien sehr beliebt und gewinnt auch in Europa an Bedeut&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[7416,2883],"class_list":["post-21140","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-annikki","supplier-technische-universitaet-wien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21140\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21140"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=21140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}