{"id":21014,"date":"2014-06-18T03:06:04","date_gmt":"2014-06-18T01:06:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=21014"},"modified":"2014-06-17T07:50:53","modified_gmt":"2014-06-17T05:50:53","slug":"junge-biotechnologen-stellen-zukunftspapier-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/junge-biotechnologen-stellen-zukunftspapier-vor\/","title":{"rendered":"Junge Biotechnologen stellen Zukunftspapier vor"},"content":{"rendered":"<p>12.06.2014 &#8211; Vor 40 Jahren ver\u00f6ffentlichten Experten der Fachgesellschaft Dechema eine Studie mit dem schlichten Titel \u201eBiotechnologie\u201c. Das maschinengetippte B\u00fcchlein lotete das Potenzial einer aufstrebenden Zukunftstechnologie aus \u2013 und wurde schnell zum einflussreichen Klassiker. In dieser Tradition hat ein Team junger Biotechnologen des Zukunftsforums der Dechema zum runden Jubil\u00e4um nun ein neues Zukunftspapier vorgelegt. Das Papier mit dem Titel \u201eBiotechnologie \u2013 der Schl\u00fcssel zur Bio\u00f6konomie\u201c wurde am 11. Juni im Rahmen einer Festveranstaltung in Berlin vorgestellt. Es liefert einen kompakten \u00dcberblick \u00fcber die Forschungs- und Entwicklungstrends der modernen Biotechnologie, h\u00e4lt sich aber mit Botschaften an Politik und Forschungsf\u00f6rderer zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die 16 Autoren sind Mitglieder des Zukunftsforums Biotechnologie der Dechema, einer Art akademischer Denkfabrik, der \u00fcberwiegend junge Forschungsgruppenleiter angeh\u00f6ren. Im Kern beleuchtet das neue Diskussionspapier auf knapp 100 Seiten, in welchen Feldern die Biotechnologie auf dem Weg in eine biobasierte Wirtschaft eine herausragende Rolle spielen wird. Die Autoren haben sich dabei insbesondere an den Handlungsfeldern der \u201eNationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030\u201c der Bundesregierung orientiert. So gibt es Kapitel zur Ern\u00e4hrungssicherheit, zur nachhaltigen Agrarproduktion, zur industriellen Nutzung nachwachsender Rohstoffe und zu Energietr\u00e4gern aus Biomasse. Zus\u00e4tzlich wurde dem Bereich Gesundheit viel Platz einger\u00e4umt.<\/p>\n<h3>Leitthema Synthetische Biologie<\/h3>\n<p>\u201eEines der Leitthemen in der Studie ist die Synthetische Biologie\u201c, so Kai Muffler von der TU Kaiserslautern, einer der Co-Autoren des Papiers. Zentral f\u00fcr die Biotechnologie der Zukunft seien zweckgerichtet programmierte Zellen, die mit Werkzeugen der neuesten Generation hergestellt werden k\u00f6nnten. Neue Technologien erm\u00f6glichten es immer besser, biologische Systeme quantitativ zu erfassen, zu verstehen und zu modellieren. Auch die Gr\u00fcne Gentechnik halten die Autoren f\u00fcr unverzichtbar f\u00fcr eine nachhaltige Agrarproduktion. Sie sei eine \u201enotwendige, aber keineswegs hinreichende technologische L\u00f6sung\u201c. Mit v\u00f6llig neuen, unerh\u00f6rten Konzepten oder markanten Botschaften an Politik und Forschungsf\u00f6rderer haben die jungen Autoren in ihrem Diskussionspapier indes gespart. Das Werk bietet vielmehr einen kompakten wie umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Forschungs- und Entwicklungstrends der modernen Biotechnologie.<\/p>\n<h3>Br\u00fcckenschlag zur \u201elegend\u00e4ren\u201c Studie<\/h3>\n<p>Die Festveranstaltung im Berliner Humboldt Carr\u00e9, zu der rund einhundert G\u00e4ste gekommen waren, spannte immer wieder den Bogen zu der vor 40 Jahren erschienenen Studie \u201eBiotechnologie\u201c. Der auch im Zuge der \u00d6lkrise 1974 erstmals von der Dechema ver\u00f6ffentlichte Band sorgte national wie international f\u00fcr Aufsehen, wurde wegen gro\u00dfer Nachfrage dreimal aufgelegt und war wichtiger Impuls f\u00fcr die sp\u00e4tere Biotechnologie-F\u00f6rderung durch das Bundesforschungsministerium.<\/p>\n<p>\u201eViele Themen, die in der legend\u00e4ren Studie bereits erw\u00e4hnt sind, sind heute Realit\u00e4t\u201c, sagte Alfred P\u00fchler von der Universit\u00e4t Bielefeld in seinem Vortrag. So sei schon 1974 die Rohstoffsicherung durch Verwertung von Abf\u00e4llen und R\u00fcckst\u00e4nden als Zukunftsthema f\u00fcr die Biotechnologie formuliert worden. Heute st\u00fcnden daf\u00fcr Konzepte wie die \u201eBioraffinerie\u201c oder die Nutzung von Lignocellulose oder Kohlenstoffdioxid als Rohstoff. Auch die damals als Forschungsaufgabe formulierte Optimierung von mikrobiellen Produktionsst\u00e4mmen f\u00fcr die Industrie habe sich seither rasant entwickelt. Hierbei seien die Genomforschung, Systembiologie und die Synthetische Biologie wichtige Schrittmacher. Andere Themen hingegen, wie die biologische Stickstofffixierung, h\u00e4tten sich jedoch bis heute als harte Nuss f\u00fcr eine biotechnologische Nutzung erwiesen.<\/p>\n<h3>Mikroben als Fabriken f\u00fcr hochwertige Chemie<\/h3>\n<p>Dass biotechnologisch umprogrammierte Mikroben au\u00dferordentlich wertvolle kleine Produzenten sein k\u00f6nnen, hat der Biotechnologe Simon Boecker von der TU Berlin bewiesen. Ihm ist es in seiner Diplomarbeit gelungen, den Pilz Aspergillus niger zu einer Zellfabrik umzufunktionieren, die fortan hohe Ausbeuten der Substanz Enniatin in Reinform herstellen kann. Dieser antimikrobielle Stoff ist in der Pharmaindustrie gefragt \u2013 und hat ihren stolzen Preis: \u201eMit den 400 Milligramm des Pulvers, die ich in meiner Diplomarbeit hergestellt habe, k\u00f6nnte man sich einen Porsche Boxter kaufen\u201c, so Boecker. Zun\u00e4chst einmal darf er sich schon mal \u00fcber den mit 3000 Euro dotierten Preis des Dechema-Zukunftsforums freuen, der ihm in Berlin \u00fcberreicht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.06.2014 &#8211; Vor 40 Jahren ver\u00f6ffentlichten Experten der Fachgesellschaft Dechema eine Studie mit dem schlichten Titel \u201eBiotechnologie\u201c. Das maschinengetippte B\u00fcchlein lotete das Potenzial einer aufstrebenden Zukunftstechnologie aus \u2013 und wurde schnell zum einflussreichen Klassiker. In dieser Tradition hat ein Team junger Biotechnologen des Zukunftsforums der Dechema zum runden Jubil\u00e4um nun ein neues Zukunftspapier vorgelegt. 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