{"id":20972,"date":"2014-06-16T03:12:03","date_gmt":"2014-06-16T01:12:03","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20972"},"modified":"2014-06-16T10:33:45","modified_gmt":"2014-06-16T08:33:45","slug":"grune-architektur-us-startup-will-hauser-aus-hanf-bauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/grune-architektur-us-startup-will-hauser-aus-hanf-bauen\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Architektur: US-Startup will H\u00e4user aus Hanf bauen"},"content":{"rendered":"<p><strong>H\u00e4user aus Nutzhanf \u2013 diese Parole haben sich zwei US-Nachwuchs-Architekten auf die Fahnen geschrieben. Mit ihrem Unternehmen Hempitecture m\u00f6chten Matthew Mead and Tyler Mauri m\u00f6glichst viele Geb\u00e4ude aus Hanfbeton bauen.<\/strong><\/p>\n<p>In den USA sto\u00dfen sie damit allerdings auf gro\u00dfe rechtliche H\u00fcrden. Denn bisher erlauben nur neun Bundesstaaten den Anbau von kommerziellem Nutzhanf. Der Rohstoff wird fast vollst\u00e4ndig importiert und das macht ihn teuer.<\/p>\n<p>Per Crowdfunding-Kampagne werben Mead und Mauri nun auf Kickstarter f\u00fcr die Finanzierung ihres ersten Projekts: eine Schule, die komplett aus Hanfbeton gebaut und mit Hanfmatten ged\u00e4mmt ist. In dem Geb\u00e4ude im Bundesstaat Idaho, wo auch Hempitecture seinen Sitz hat, sollen Workshops f\u00fcr Jugendliche und Erwachsene rund um das Thema Nachhaltigkeit stattfinden. Mead and Mauri hoffen auf Spendengelder von umgerechnet 20.000 Euro.<\/p>\n<h3>Hanf als Multitalent<\/h3>\n<p>Doch die Mission der Jung-Unternehmer geht weiter. Sie wollen ihre Mitb\u00fcrger \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Nutzen von Hanf informieren. Tats\u00e4chlich ist die Pflanze mit den unverkennbar langen schmalen Bl\u00e4ttern ein echtes \u00f6kologisches Multitalent. Sie w\u00e4chst schnell und fast \u00fcberall, braucht weniger Wasser als Baumwolle und auch weniger D\u00fcnger. Viele Produkte wie beispielsweise Kleidung, \u00d6le und Papier werden dank Nutzhanf nachhaltiger.<\/p>\n<p>Weniger bekannt ist, dass Hanf auch als \u00f6kologischer Baustoff einiges zu bieten hat. Die Stengel der Pflanze werden zum Beispiel Beton und M\u00f6rtel beigemischt. Und die Hanffasern lassen sich zu Matten weben, die sich dann zur W\u00e4rmed\u00e4mmung von D\u00e4chern und W\u00e4nden eignen.<\/p>\n<p>Vollkommen absurd sei das Anbau-Verbot in den USA, finden Mead and Mauri. Dabei sei schon George Washington \u2013 der erste Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten \u2013 ein Bef\u00fcrworter von Hanf und passionierter Hanfg\u00e4rtner gewesen. So jedenfalls besagt es die Legende.<\/p>\n<h3>Bisher verhindert die US-Drogenbeh\u00f6rde die Legalisierung von Nutzhanf<\/h3>\n<p>In den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist der Anbau von Nutzhanf legal, seit 1996 mit Genehmigung auch in Deutschland. Die Pflanze als Zier im Zimmer oder auf dem Balkon zu z\u00fcchten, ist hierzulande allerdings verboten.<\/p>\n<p>Aus schierem Unwissen w\u00fcrden viele US-Amerikaner die Hanfpflanze mit Haschisch oder Marihuana gleichsetzen, kritisieren Mead und Mauri. Zu Unrecht: Denn die zur kommerziellen Nutzung angebauten Hanfpflanzen haben nur einen winzigen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und sind somit als Drogenlieferant ungeeignet.<\/p>\n<h3>Auch in Deutschland gibt es Vorbehalte<\/h3>\n<p>In Deutschland steckt der Einsatz von Nutzhanf als \u00f6kologischem Baustoff noch in den Kinderschuhen. Der Marktanteil der nachwachsenden Rohstoffe im Bereich W\u00e4rmed\u00e4mmung von Geb\u00e4uden liegt bei rund sieben Prozent. Nutzhanf hat davon einen Anteil von rund einem Prozent, sch\u00e4tzt Hans-J\u00f6rg Gusovius vom Leibniz-Institut f\u00fcr Agrartechnik in Potsdam-Bornim.<\/p>\n<p>\u201eIm Baumarkt muss man schon ganz gezielt nach Hanfmatten zum D\u00e4mmen fragen\u201c, sagt Gusovius, der seit mehreren Jahren zu Nutzhanf forscht.<\/p>\n<p>Letzendlich ist der entscheidende Faktor aber auch der Preis. Herk\u00f6mmliche Baumaterialien wie Styropor oder andere Kunststoffe seien in der Herstellung zwar enorm energieintensiv, meistens jedoch g\u00fcnstiger, erkl\u00e4rt Gusovius. \u201eWir m\u00fcssen weiter daran arbeiten, dass nachhaltige Rohstoffe wie Nutzhanf auch als Baumaterial wettbewerbsf\u00e4hig werden\u201d, meint der Forscher. Das tun derzeit auch Initiativen wie Hemp Architecture, die Designer, Materialforscher und Architekten vereint.<\/p>\n<p>Viel Arbeit hat auch das Startup Hempitecture vor sich. Von Idaho aus planen Mead und Mauri eine gro\u00dfangelegte Info-Kampagne in mehreren US-Bundesstaaten zu den Vorteilen von Nutzhanf. Es soll schlie\u00dflich nicht bei einem Haus aus Hanfbeton bleiben.<\/p>\n<p>Sehen Sie hier das <a href=\"http:\/\/www.hempitecture.com\/\" target=\"_blank\">Video zur Crowdfunding-Kampagne von Hempitecture<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4user aus Nutzhanf \u2013 diese Parole haben sich zwei US-Nachwuchs-Architekten auf die Fahnen geschrieben. Mit ihrem Unternehmen Hempitecture m\u00f6chten Matthew Mead and Tyler Mauri m\u00f6glichst viele Geb\u00e4ude aus Hanfbeton bauen. In den USA sto\u00dfen sie damit allerdings auf gro\u00dfe rechtliche H\u00fcrden. Denn bisher erlauben nur neun Bundesstaaten den Anbau von kommerziellem Nutzhanf. 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