{"id":20931,"date":"2014-03-28T13:34:22","date_gmt":"2014-03-28T11:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20931"},"modified":"2014-06-12T13:43:58","modified_gmt":"2014-06-12T11:43:58","slug":"kraftstoffproduktion-aus-muhlennebenprodukten-wirtschaftlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kraftstoffproduktion-aus-muhlennebenprodukten-wirtschaftlich\/","title":{"rendered":"Kraftstoffproduktion aus M\u00fchlennebenprodukten wirtschaftlich"},"content":{"rendered":"<p><strong>24.03.2014 &#8211; Das Forschungsprojekt \u201eGewinnung von Biobutanol als Energietr\u00e4ger und Plattformchemikalie aus M\u00fchlennebenprodukten\u201c endet vielversprechend: Die Projektpartner Lehrstuhl f\u00fcr Mikrobiologie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Fritzmeier Umwelttechnik und der Bayerische M\u00fcllerbund zeigten, dass es wirtschaftlich rentabel ist, die in M\u00fchlen anfallenden Nebenprodukte biotechnologisch in Biobutanol umzuwandeln. Butanol kann Kraftstoffen zugesetzt werden und besitzt im Vergleich zu Ethanol eine h\u00f6here Energiedichte. Ob als L\u00f6sungsmittel in Lacken, Farben und Reinigungsmitteln oder als Ausgangsmaterial f\u00fcr weitere Produkte in der Chemieindustrie, Butanol ist vielf\u00e4ltig einsetzbar. Aufgrund der positiven Ergebnisse sollen in einem deutlich gr\u00f6\u00dferen Folgeprojekt die vorhandenen Resultate weiter untersucht und umgesetzt werden. Als Koordinator begleitete die IBB Netzwerk GmbH das Projekt und wird beim Folgeprojekt ebenfalls die Koordination und das administrative Management \u00fcbernehmen.<\/strong><\/p>\n<p>Untersuchungen des Forschungsverbundes ergaben, dass Weizennachmehl oder Kleie als M\u00fchlennebenprodukte in ausreichenden Mengen anfallen und daher f\u00fcr eine Veredelung, wie die Umwandlung in Biobutanol, prinzipiell in Frage kommen. Die Partner zeigten au\u00dferdem, dass die bakterielle Verg\u00e4rung der Reststoffe eine \u00fcberdurchschnittlich gute Ausbeute an Butanol erzielt. Damit w\u00e4ren bei Nachmehlen bereits kleine Fermentationsanlagen mit einer Kapazit\u00e4t von 20 Tonnen Ausgangsmaterial pro Tag rentabel. Im Folgeprojekt im technischen Ma\u00dfstab werden sogar noch h\u00f6here Butanolausbeuten und damit eine bessere Wirtschaftlichkeit erwartet.<\/p>\n<p>Die Umwandlung in Biobutanol k\u00f6nnte k\u00fcnftig f\u00fcr die M\u00fchlenbetreiber ein neuartiger und umweltschonender Verwertungsweg eines Abfallproduktes sein. In Bayern vermahlen rund 150 M\u00fchlen j\u00e4hrlich circa 1,3 Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Die dabei entstehenden M\u00fchlennebenprodukte machen etwa 20 Prozent der vermahlenen Getreidemenge aus. Derzeit werden die Nebenprodukte haupts\u00e4chlich verf\u00fcttert, das Angebot \u00fcbersteigt die Nachfrage jedoch bei weitem.<\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber das Projekt \u201eGewinnung von Biobutanol als Energietr\u00e4ger und Plattformchemikalie aus M\u00fchlennebenprodukten\u201c<br \/>\n<\/strong>M\u00fchlennebenprodukte sind ein fester Bestandteil des Mahlprozesses. Mit einer sehr hohen Dichte an M\u00fchlen fallen in Bayern \u00fcberdurchschnittlich gro\u00dfe Menge an Nebenprodukten an, die im L\u00e4ndervergleich aufgrund des gro\u00dfen Angebotes unter Wert verkauft werden m\u00fcssen. Im Projekt wurde untersucht, ob M\u00fchlennebenprodukte als Ausgangssubstrate zur Erzeugung von Biobutanol verwendet werden k\u00f6nnen. Potentiell geeignete Bakterienst\u00e4mme wurden ausgew\u00e4hlt und die Substratvorbehandlung sowie die Produktionsbedingungen im Laborma\u00dfstab optimiert. Modellfermentationen erlaubten eine Absch\u00e4tzung der Produktivit\u00e4t. Ziel der durchgef\u00fchrten Versuche war neben der grunds\u00e4tzlichen Machbarkeitsuntersuchung zus\u00e4tzlich auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Das Projekt startete am 1.3.2013 und wurde vom Bayerischen Staatsministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten gef\u00f6rdert.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber die Partner<br \/>\n<\/strong>Der Lehrstuhl f\u00fcr Mikrobiologie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (Prof. Dr. W. Liebl, Arbeitsgruppe Dr. W. H. Schwarz) hat viele Jahre Erfahrung mit der Arbeit von L\u00f6sungsmittel bildenden Bakterien. Schwerpunkte sind insbesondere die Biologie der anaeroben Clostridien, die Verwertung von pflanzlichen Polysacchariden wie St\u00e4rke, Cellulose und Hemicellulose durch diese Bakterien, und die Isolierung neuer Bakterien-St\u00e4mme, die aus nat\u00fcrlicher Umgebung herausgereinigt und angezogen werden. Die Fermentation von pflanzlichen Rohstoffen zu n\u00fctzlichen Chemikalien stand dabei im Mittelpunkt des Interesses der Arbeitsgruppe von Dr. Schwarz und Dr. Zverlov. Hierbei wird die Produktion von Butanol als wertvollem Produkt mit vielfachen Anwendungsm\u00f6glichkeiten sowohl als Biokraftstoff als auch als Basischemikalie intensiv untersucht. Die Ergebnisse werden in Kooperationsprojekten mit anderen akademischen Institutionen und mit der anwendenden Industrie verwertet. Mehr unter <a href=\"http:\/\/www.mibio.wzw.tum.de\/\" target=\"_blank\">www.mibio.wzw.tum.de\/<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber Fritzmeier Umwelttechnik<br \/>\n<\/strong>FRITZMEIER Umwelttechnik GmbH &amp; Co. KG ist ein inhabergef\u00fchrtes Familienunternehmen und Spezialist f\u00fcr hoch entwickelte Sensorsysteme und Biotechnologie f\u00fcr den Einsatz in Landwirtschaft, Industrie und Umwelttechnik. Die Abteilung inocre\u00ae der Fritzmeier GmbH und Co. KG entwickelt, patentiert und fertigt mikrobiologische Produkte und Verfahren f\u00fcr eine wirtschaftliche Anwendung in den Gesch\u00e4ftsbereichen Geruchsfilter, Abbau von Enteisungsmitteln an Flugh\u00e4fen, biotechnologische Wertstoffgewinnung und Biogas.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber den Bayerischen M\u00fcllerbund<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Der Bayerische M\u00fcllerbund e.V., Landesverband der Bayerischen M\u00fchlen, wurde am 1.8.1910 in Landshut &#8211; Ellerm\u00fchle als \u201eVereinigung bayerischer mittlerer und kleinerer Handels- und Kundschaftsm\u00fchlenbesitzer\u201c gegr\u00fcndet. Innerhalb weniger Monate entwickelte er sich zum mitgliederst\u00e4rksten Berufsverband der M\u00fcller in Deutschland. Der Bayerische M\u00fcllerbund besitzt die Rechtsform des eingetragenen Vereins mit Gemeinn\u00fctzigkeitscharakter. Sein Fachgebiet umfasst die mittelst\u00e4ndische M\u00fcllerei, einschlie\u00dflich Back- und Futterschrotm\u00fcllerei, die Mischfutterherstellung sowie Sonderformen der M\u00fchlenwirtschaft. Der Bayerische M\u00fcllerbund hat die Aufgabe, die Interessen der mittelst\u00e4ndischen M\u00fchlenwirtschaft wahrzunehmen. Er vertritt die wirtschaftlichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder. Zu diesem Zweck kann er insbesondere Einrichtungen zur Erh\u00f6hung der Leistungsf\u00e4higkeit der Betriebe vor allem in technischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht schaffen und unterst\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (IBB Netzwerk GmbH) ist eine Netzwerk- und Dienstleistungsorganisation auf dem Gebiet der Industriellen Biotechnologie. Ziel ist es, die Umsetzung wertvoller wissenschaftlicher Erkenntnisse auf diesem Gebiet in innovative, marktf\u00e4hige Produkte und Verfahren zu katalysieren. Sie betreibt das Management und die Koordination des IBB-Netzwerks mit fast 100 Mitgliedern aus Gro\u00dfindustrie, mittelst\u00e4ndischen Unternehmen und Akademie. Sitz des Unternehmens ist Martinsried bei M\u00fcnchen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.03.2014 &#8211; Das Forschungsprojekt \u201eGewinnung von Biobutanol als Energietr\u00e4ger und Plattformchemikalie aus M\u00fchlennebenprodukten\u201c endet vielversprechend: Die Projektpartner Lehrstuhl f\u00fcr Mikrobiologie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Fritzmeier Umwelttechnik und der Bayerische M\u00fcllerbund zeigten, dass es wirtschaftlich rentabel ist, die in M\u00fchlen anfallenden Nebenprodukte biotechnologisch in Biobutanol umzuwandeln. 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