{"id":20812,"date":"2014-06-06T03:09:30","date_gmt":"2014-06-06T01:09:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20812"},"modified":"2014-06-05T11:30:00","modified_gmt":"2014-06-05T09:30:00","slug":"uni-rostock-stellt-neue-losung-bei-olhavarien-auf-see-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/uni-rostock-stellt-neue-losung-bei-olhavarien-auf-see-vor\/","title":{"rendered":"Uni Rostock stellt neue L\u00f6sung bei \u00d6lhavarien auf See vor"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_20813\" aria-describedby=\"caption-attachment-20813\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20813 \" alt=\"a19a391675\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/a19a391675.jpg\" width=\"200\" height=\"133\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20813\" class=\"wp-caption-text\">Die biologisch abbaubaren Binder haben eine Gr\u00f6\u00dfe von 5 x 5 cm und eine Dicke von 4 mm (Foto: Kristin N\u00f6lting\/Uni Rostock)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein Forschungsergebnis aus Rostock st\u00f6\u00dft europaweit auf Interesse. Und das nicht nur bei Umweltsch\u00fctzern: Wissenschaftler der Universit\u00e4t Rostock haben federf\u00fchrend eine neue Methode zur \u00d6lbek\u00e4mpfung im k\u00fcstennahen Bereich sowie in Flachwassergebieten, selbst bei hohem Wellengang entwickelt. Die L\u00f6sung: Aus der Luft werden vom Flugzeug aus biologisch abbaubare Binder in der Gr\u00f6\u00dfe von f\u00fcnf mal f\u00fcnf Zentimetern und einer Dicke von vier Millimetern abgeworfen. Auf den Bindern sind \u00f6labbauende Mikroorganismen immobilisiert.<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt ist mit zwei Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium gef\u00f6rdert worden. Mit im Boot f\u00fcr die neue Technologie zur \u00d6lbek\u00e4mpfung, die als potentielle Erg\u00e4nzung zu bestehenden Konzepten des Havariekommandos und der K\u00fcstenl\u00e4nder geplant ist, sind acht Partner aus Forschung und Wirtschaft. So auch das Leibniz-Institut f\u00fcr Ostseeforschung Warnem\u00fcnde (IOW).<\/p>\n<p>Am 11. und 12. Juni wird das neu entwickelte System mit einem Forschungsschiff vom IOW in der Ostsee getestet. Das Szenario bei einem \u00d6lunfall funktioniert dann so: Die Piloten der Flieger scannen die Oberfl\u00e4che des Meeres ab und legen die Koordinaten einer angenommenen \u00d6lverschmutzung fest. \u00dcber ein zweites Flugzeug werden die biologisch abbaubaren Binder dann abgeworfen.<\/p>\n<p>\u201eDie Binder lassen sich anschlie\u00dfend von der Wasseroberfl\u00e4che aus mit Netzsperren einfangen oder von Land aus mit Vakuumtechnik aufsaugen und werden thermisch entsorgt\u201c, schildert Prof. Mathias Paschen, Teilprojektleiter und Lehrstuhlinhaber Meerestechnik der Universit\u00e4t Rostock. Sein Ziel: Die kontaminierten \u00d6lbinder im schwimmenden Zustand rasch einsammeln. Dazu wurden Elemente klassischer \u00d6lsperren mit Fischereitechnik kombiniert. Die entwickelte Netzsperre ist an Bojen aufgeh\u00e4ngt und wird von zwei Schiffen gezogen. Die Biobinder wurden von der TU Dresden entwickelt und bestehen aus Holzfaserstoffen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_20814\" aria-describedby=\"caption-attachment-20814\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20814 \" alt=\"91091cf556\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/91091cf556.jpg\" width=\"200\" height=\"144\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20814\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Fokke Saathoff (li) hat die Gesamtprojektleitung f\u00fcr das Forschungsprojekt BioBind, Dr. Martin Powilleit ist Projektkoordinator (Foto: Edeltraud Altrichter\/Uni Rostock)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das s\u00e4chsische Institut f\u00fcr angewandte Biotechnologie hat St\u00e4mme gew\u00e4ssertypischer Mikroorgansimen untersucht und gefunden, mit denen die Binder best\u00fcckt werden. \u201eDas erm\u00f6glicht durch ein von uns entwickeltes Mikroorganismenkonsortium einen erh\u00f6hten \u00d6labbau\u201c, verdeutlicht Dr. Martin Powilleit vom Lehrstuhl f\u00fcr Geotechnik und K\u00fcstenwasserbau. Im Klartext: Die Mikroorganismen, die in der Lage sind, \u00d6l abzubauen, werden aus dem Ostseewasser gez\u00fcchtet. \u201eWir suchen die besten Bakterienst\u00e4mme aus, die mit giftigen \u00d6lkomponenten zurechtkommen m\u00fcssen und davon leben\u201c, erl\u00e4utert der Projektkoordinator. Das Besondere: Die Organismen k\u00f6nnen ein Jahr im trockenen Zustand leben. Kommen sie dann in Fl\u00fcssigkeiten, beginnen sie zu wachsen und tun ihre Arbeit, n\u00e4mlich \u00d6l abbauen.<\/p>\n<p>Das interdisziplin\u00e4re Verbundforschungsvorhaben zur luftgest\u00fctzten \u00d6lhavariebek\u00e4mpfung tr\u00e4gt den Namen BioBind. Es wirkt sehr \u00fcberzeugend in Erg\u00e4nzung zu bestehenden Systemen und bedeutet eine zeitnahe, weitgehend seegangsunabh\u00e4ngige Reinigung von Flachwassergebieten und k\u00fcstennahen Bereichen. Erste Reaktionen deuten darauf hin, dass diese neueste Technologie zur \u00d6lbek\u00e4mpfung auch im S\u00fc\u00dfwasser oder Bodden zum Einsatz kommen k\u00f6nnte. Das Team von Prof. Saathoff erarbeitet derweil f\u00fcr Nutzer eine Bedienungsanleitung. Forschungs-Folgeantr\u00e4ge sind in Vorbereitung. (Text: Wolfgang Thiel)<\/p>\n<p><strong>Kontakt<br \/>\n<\/strong>Universit\u00e4t Rostock<br \/>\nLehrstuhl f\u00fcr Geotechnik und K\u00fcstenwasserbau<br \/>\nUniv.-Prof. Dr.-Ing. Fokke Saathoff<br \/>\nFon 0381 498-3700<br \/>\nFax 0381 498-3702<br \/>\nMail <a href=\"mailto:fokke.saathoff@uni-rostock.de\" target=\"_blank\">fokke.saathoff@uni-rostock.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Forschungsergebnis aus Rostock st\u00f6\u00dft europaweit auf Interesse. 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