{"id":20781,"date":"2014-06-05T03:00:02","date_gmt":"2014-06-05T01:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20781"},"modified":"2014-06-04T15:28:06","modified_gmt":"2014-06-04T13:28:06","slug":"ecover-wegen-synbio-waschmittel-der-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ecover-wegen-synbio-waschmittel-der-kritik\/","title":{"rendered":"Ecover wegen Synbio-Waschmittel in der Kritik"},"content":{"rendered":"<p>Der belgische Wasch- und Reinigungsmittelhersteller Ecover hat vor kurzem angek\u00fcndigt, Palm\u00f6l in seinen Produkten teilweise durch Algen\u00f6l zu ersetzen. Produziert wird das \u00d6l von Algen, deren Genom mittels Techniken der Synthetischen Biologie ver\u00e4ndert wurde. In einem offenen Brief an Ecover fordern NGOs, die Entscheidung f\u00fcr diese \u201eextreme Gentechnik\u201c zu \u00fcberdenken.<\/p>\n<p>Anders als bei der klassischen Gentechnik werden einem Organismus nicht die Gene eines anderen, nat\u00fcrlichen Organismus eingebaut \u2013 sondern es werden teils neue DNA-Konstrukte eingesetzt, die zuvor am Computer entworfen und mittels spezieller Drucker synthetisiert wurden. Mit einem Unternehmen der jungen Synbio-Branche, Solazyme aus Kalifornien, arbeitet nun auch Ecover zusammen.<\/p>\n<p>In den Fermentationstanks von Solazyme soll das \u00d6l der Synbio-Algen aus Zuckerrohr hergestellt werden. Ein Manager von Ecover best\u00e4tigte gegen\u00fcber der New York Times, dass es sich bei den Algen um Organismen handelt, die mittels Synthetischer Biologie ver\u00e4ndert werden \u2013 dar\u00fcber habe es intern eine gro\u00dfe Debatte gegeben, letztlich habe man sich aber daf\u00fcr entschieden, um vom Standardrohstoff der Branche, dem Palm\u00f6l, wegzukommen. F\u00fcr die Produktion von Palm\u00f6l werden riesige Fl\u00e4chen in Regenw\u00e4ldern gerodet.<\/p>\n<p>Den Urwald sch\u00fctzen m\u00f6chte auch die ETC Group, eine zivilgesellschaftliche Gruppe aus Kanada. Anders als Ecover sieht sie in dem Synbio-\u00d6l aus Zuckerrohr aber keine umweltschonende Alternative. Denn auch die daf\u00fcr n\u00f6tige Biomasse m\u00fcsse ja erst mal erzeugt werden \u2013 und daf\u00fcr gingen beispielsweise in Brasilien ebenfalls Fl\u00e4chen und Arten verloren, die CO<sub>2<\/sub>-Emmissionen seien hoch und die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen oft schlecht. Besser w\u00e4re laut ETC die Verwendung von Kokosnuss\u00f6l, das von nachhaltig wirtschaftenden Bauern produziert wird.<\/p>\n<p>Aus Sicht der ETC sind die Risiken von Organismen, die mittels Synthetischer Biologie \u2013 die Gruppe spricht von \u201eextremer Gentechnik\u201c &#8211; erzeugt wurden, noch \u00fcberhaupt nicht abzusehen. Sie kommerziell zu nutzen, sei daher verfr\u00fcht. Entt\u00e4uscht zeigte sich die ETC dar\u00fcber, dass Ecover die Reinigungsmittel aus Algen\u00f6l nicht extra kennzeichnen wolle. Ecover erkl\u00e4rte der New York Times, das Unternehmen pr\u00fcfe noch: \u201eWir wollen definitiv alle notwendigen Informationen zur Verf\u00fcgung stellen\u201c, sagte ein Sprecher.<\/p>\n<p>Mehr und mehr Unternehmen der Agrar-, Pharma- und Energiebranchen nutzen die Synthetische Biologie \u2013 meist um ben\u00f6tigte Rohstoffe und Zutaten g\u00fcnstiger und in gr\u00f6\u00dferen Mengen produzieren zu k\u00f6nnen. Zu ihnen geh\u00f6ren beispielsweise Unilever, L&#8217;Or\u00e9al, Exxonmobil und ADM.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der belgische Wasch- und Reinigungsmittelhersteller Ecover hat vor kurzem angek\u00fcndigt, Palm\u00f6l in seinen Produkten teilweise durch Algen\u00f6l zu ersetzen. Produziert wird das \u00d6l von Algen, deren Genom mittels Techniken der Synthetischen Biologie ver\u00e4ndert wurde. In einem offenen Brief an Ecover fordern NGOs, die Entscheidung f\u00fcr diese \u201eextreme Gentechnik\u201c zu \u00fcberdenken. 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