{"id":20747,"date":"2014-06-04T03:03:15","date_gmt":"2014-06-04T01:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20747"},"modified":"2014-06-03T06:47:55","modified_gmt":"2014-06-03T04:47:55","slug":"luftfahrtmesse-ila-abheben-mit-biokerosin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/luftfahrtmesse-ila-abheben-mit-biokerosin\/","title":{"rendered":"Luftfahrtmesse ILA: Abheben mit Biokerosin"},"content":{"rendered":"<p>28.05.2014 &#8211; Seit Jahren w\u00e4chst der Luftverkehr, zuletzt stiegen Passagier- und Frachtaufkommen um rund f\u00fcnf Prozent j\u00e4hrlich. Damit steigt auch der Treibstoffverbrauch: Rund 213 Milliarden US-Dollar werden die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr allein f\u00fcr Kerosin ausgeben, sch\u00e4tzt die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA. Der Flugtreibstoff wird so zu einem wesentlichen Kostentreiber f\u00fcr die Branche. Die Suche nach Alternativen hat l\u00e4ngst begonnen. Das wurde auch auf Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Luftfahrt-Messe, der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin deutlich: Neben Programmen zur Effizienzsteigerung werden auch Forschungsprojekte mit alternativen Treibstoffen wie Algenkerosin vorangetrieben.<\/p>\n<p>Auf der ILA sind alternative Flugkraftstoffe noch ein Nischenthema, die Bedeutung f\u00fcr die Branche wird aber zweifelsohne in Zukunft stetig zunehmen. Ab 2020 will die Branche CO<sub>2<\/sub>-neutral wachsen, haben die IATA-Mitglieder in einer Selbstverpflichtung beschlossen. Und die deutsche Luftfahrt will dem herk\u00f6mmlichen Flugbenzin bis zum Jahr 2025 rund 10 Prozent Biosprit beimischen, sagt Joachim Szodruch. Im Verband Aireg, der Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany (mehr&#8230;), ist er Pr\u00e4sident f\u00fcr Wissenschaft und Forschung. Die Biokraftstoffinitiative der deutschen Luftfahrt wurde 2011 gegr\u00fcndet, um den alternativen Antrieben zum Durchbruch zu verhelfen.<\/p>\n<h3>Forschungsprojekte zeigen Praxistauglichkeit<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich sind in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Forschungsprojekten angelaufen, um Fliegen weniger klimasch\u00e4dlich zu machen. Erst Mitte Mai startete ein Passagierflugzeug von Amsterdam-Schiphol zum l\u00e4ngsten kommerziellen Flug mit nachhaltigen Flugkraftstoffen, der je mit einem Airbus-Flugzeug durchgef\u00fchrt wurde. F\u00fcr den zehnst\u00fcndigen Flug zur niederl\u00e4ndischen Karibikinsel Aruba wurde der Flieger mit einer 20-prozentigen Beimischung mit einem nachhaltigen Kraftstoff aus recyceltem Speise\u00f6l betankt. Die Lufthansa hatte bereits 2011 erste Probefl\u00fcge mit Biokerosin unternommen. Und die Fluggesellschaft British Airways hat k\u00fcrzlich bekannt gegeben, ab 2017 aus Londoner Abfall j\u00e4hrlich 50.000 metrische Tonnen Kerosin herstellen zu wollen. Bei dem von der amerikanischen Firma Solena Fuels entwickelten Verfahren wird M\u00fcll zun\u00e4chst auf 3500 Grad erhitzt um daraus Synthesegas herzustellen, welches anschlie\u00dfend zu Kerosin verarbeitet wird.<\/p>\n<h3>Algen oder Abf\u00e4lle f\u00fcr die Biokerosin-Pipeline<\/h3>\n<p>Derzeit werden in den Forschungsprojekten noch eine ganze Reihe unterschiedlicher Ans\u00e4tze verfolgt. Kraftstoffe aus Pflanzenresten, Algen, Abf\u00e4llen oder aus N\u00fcssen von auch auf kargen B\u00f6den wachsenden Pflanzen wie die Brechnuss (Jatropha) k\u00f6nnten helfen, eine Konkurrenz zum Lebensmittelanbau zu vermeiden. Welche Methode sich letztlich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Gut m\u00f6glich, dass auch in Abh\u00e4ngigkeit von den lokalen Gegebenheiten mal der einen und mal der anderen Technik der Vorzug gegeben wird.<\/p>\n<h3>Kerosin aus Sonnenlicht<\/h3>\n<p>In der Grundlagenforschung ist man bereits einen Schritt weiter: Statt auf Biomasse als Rohstoff f\u00fcr Kerosin zu setzen, suchen Forscher nach M\u00f6glichkeiten, aus Kohlendioxid und Wasser mit Hilfe von Sonnenlicht direkt Flugtreibstoff zu entwickeln. Im Labor konnten Forscher der ETH Z\u00fcrich das sogenannte Solar Fuel bereits herstellen: Mit Kunstlicht wird ein Katalysator aus Cerium-Oxid auf rund 1500 Grad erhitzt. Das Material gibt Sauerstoff ab, wird abgek\u00fchlt und erzeugt aus Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) und Wasser Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Die weitere Verarbeitung dieses sogenannten Synthesegases ist dann unproblematisch. Seit Jahrzehnten nutzt die Industrie das sogenannte Fischer-Tropsch-Verfahren um daraus Diesel, Benzin oder Kerosin herzustellen. Eines Tages k\u00f6nnten gro\u00dfe Solarturmkraftwerke genutzt werden, um den Solarkraftstoff zu produzieren. Bis es jedoch soweit ist \u2013 fr\u00fcbhestens in20 Jahren, so erste, optimistische Sch\u00e4tzungen \u2013 m\u00fcssen andere Verfahren genutzt werden. Hier k\u00f6nnte das Biokerosin eine gute Wahl sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.05.2014 &#8211; Seit Jahren w\u00e4chst der Luftverkehr, zuletzt stiegen Passagier- und Frachtaufkommen um rund f\u00fcnf Prozent j\u00e4hrlich. Damit steigt auch der Treibstoffverbrauch: Rund 213 Milliarden US-Dollar werden die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr allein f\u00fcr Kerosin ausgeben, sch\u00e4tzt die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA. Der Flugtreibstoff wird so zu einem wesentlichen Kostentreiber f\u00fcr die Branche. 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