{"id":20639,"date":"2014-05-28T03:12:40","date_gmt":"2014-05-28T01:12:40","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20639"},"modified":"2014-05-27T11:50:54","modified_gmt":"2014-05-27T09:50:54","slug":"raffiniertes-lignin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/raffiniertes-lignin\/","title":{"rendered":"Raffiniertes Lignin"},"content":{"rendered":"<p>Der Forscherdrang machte sich bei Anton Astner schon fr\u00fch bemerkbar. Die erste Versuchsanordnung war ein Modellflugzeug aus Balsaholz, dessen Bauteile er verst\u00e4rken wollte. Das S\u00e4gewerk seines Vaters in Werfenweng im Salzburger Land war sozusagen das erste Labor des Holzforschers. Und noch eine zweite Kindheitserfahrung war pr\u00e4gend f\u00fcr seinen heutigen Beruf: die ganzheitliche Nutzung von Holz.<\/p>\n<p>Seit 2008 arbeitet Astner &#8211; nicht mehr ganz vor der Haust\u00fcr &#8211; am Center for Renewable Carbon (CRC) der University of Tennessee in Knoxville. Seine Masterarbeit hat er im Rahmen eines Double-Degree-Studiums gemeinsam mit der FH-Salzburg durchgef\u00fchrt. Darin hat er ein aufw\u00e4ndiges Verfahren f\u00fcr die Nutzung von Lignin in Bioraffinerien optimiert. Nicht-essbare Biomasse wie Holz und Gr\u00e4ser werden dort in hochwertige Produkte umgewandelt, die l\u00e4ngerfristig Erd\u00f6lderivate ersetzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Damit die Einzelbestandteile in den Bioraffinerien effizient aufgespalten werden k\u00f6nnen, muss der Rohstoff vorbehandelt werden. F\u00fcr seine neuen Erkenntnisse zum sogenannten Organosolv-Verfahrens wurde der 40-j\u00e4hrige Salzburger im Vorjahr in M\u00fcnchen mit dem Leo-Sch\u00f6rghuber-Holzforschungspreis ausgezeichnet. In dem Prozess wird der Pflanzenklebstoff Lignin aus den St\u00fctzstrukturen herausgel\u00f6st und m\u00f6glichst rein aufbereitet.<\/p>\n<p>Nach dem Abschluss an der HTBLA Hallein begann Astners berufliche Laufbahn mit einem anderen Werkstoff: Er jobbte als Maschinenbauer und Betriebstechniker im F&amp;E-Labor des Eisenwerks Sulzau-Werfen. Mit der \u00dcbernahme des v\u00e4terlichen S\u00e4gewerks begann er mit dem Studium der Holztechnik und Holzwirtschaft an der FH Salzburg in Kuchl. Er absolvierte ein Praktikum an der University of Tennessee &#8211; und blieb dort h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Er plante und baute zun\u00e4chst zwei Reaktoren f\u00fcr das Verfahren, das er nun optimierte. Am CRC werden M\u00f6glichkeiten ausgelotet, Rohstoffe wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin f\u00fcr Karbonfasern, Ethanol, pharmazeutische Produkte und Biokunststoffe zu nutzen. F\u00fcr den Organosolv-Prozess braucht es L\u00f6sungsmittel, Ethanol, etwas Schwefels\u00e4ure und eine Prozesstemperatur von 160 Grad Celsius. F\u00fcr m\u00f6glichst reines Ligninpulver sind im Anschluss weitere zeitaufw\u00e4ndige Prozesse im Labor n\u00f6tig. Je wirtschaftlicher das Verfahren gestaltet werden kann, desto wahrscheinlicher ist die industrielle Realisierung in Bioraffinerien. Je reiner die Fraktionen, desto leichter die Weiterverarbeitung und Umwandlung in Endprodukte.<\/p>\n<h3>Pr\u00e4mierte Verfahren<\/h3>\n<p>Das pr\u00e4mierte Verfahren ist f\u00fcr die nordamerikanische Rutenhirse (Switchgras) und den dort heimischen Tulpenbaum (Pappelart) gepr\u00fcft: &#8220;Unsere Versuche haben gezeigt, dass sich vermutlich auch heimische Laubh\u00f6lzer und Gr\u00e4ser gut f\u00fcr den Prozess eignen. Nadelh\u00f6lzer durch ihren hohen Harzgehalt jedoch weniger.&#8221; Als N\u00e4chstes widmet er sich der m\u00f6glichst effizienten und reinen Hemicellulose- und Cellulose-Ausbeute und ab Herbst dem Doktorat.<\/p>\n<p>Immer wieder zieht es ihn in die Heimat, etwa zum Bergsteigen im Tennengebirge. Doch er erkundet auch die USA: Der letzte Urlaub f\u00fchrte ihn nach Florida. Die Freizeit verbringt er mit der Jagd, Pferden, Skitouren, Motorrad- und Radfahren. Hochfliegende Ideen hat er immer noch beim Modellflugsport.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Forscherdrang machte sich bei Anton Astner schon fr\u00fch bemerkbar. Die erste Versuchsanordnung war ein Modellflugzeug aus Balsaholz, dessen Bauteile er verst\u00e4rken wollte. Das S\u00e4gewerk seines Vaters in Werfenweng im Salzburger Land war sozusagen das erste Labor des Holzforschers. Und noch eine zweite Kindheitserfahrung war pr\u00e4gend f\u00fcr seinen heutigen Beruf: die ganzheitliche Nutzung von Holz. [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-20639","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20639"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20639\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20639"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=20639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}