{"id":20625,"date":"2014-05-26T17:37:07","date_gmt":"2014-05-26T15:37:07","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20625"},"modified":"2014-05-30T10:06:33","modified_gmt":"2014-05-30T08:06:33","slug":"nova-paper-4-remd-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-paper-4-remd-de\/","title":{"rendered":"Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Reform der Richtlinie f\u00fcr erneuerbare Energien (RED) hin zu einer Richtlinie f\u00fcr erneuerbare Energien und Materialien (REMD)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff9900;\">English version:<\/span> <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/nova-paper-4-remd\" target=\"_blank\">www.bio-based.eu\/news\/nova-paper-4-remd<\/a><\/p>\n<p><em>\u00a0Michael Carus (nova-Institut), Lara Dammer (nova-Institut), Andreas Hermann (\u00d6ko-Institut) und Roland Essel (nova-Institut)<\/em><\/p>\n<p>Das nova-Paper #4 \u201eProposals for a Reform of the Renewable Energy Directive to a Renewable Energy and Materials Directive (REMD)\u201c ist ein Reformvorschlag, der die Gleichbehandlung von biobasierten Chemikalien und Materialien mit Bioenergie und Biokraftstoffen erreichen will. Der Vorschlag unterscheidet sich fundamental von anderen momentan diskutierten Reformen der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie, weil er den Blick nicht allein auf das Thema Energie, sondern auch auf die stoffliche Nutzung richtet.<\/p>\n<p>Der Vorschlag beruht auf der Analyse, dass die F\u00f6rderung von Bioenergie und Biokraftstoffen durch die EE-Richtlinie und die entsprechenden nationalen Gesetzgebungen einer der wichtigsten Faktoren ist, welche die Entwicklung der stofflichen Nutzung von Biomasse und somit der gesamten bio-basierten Wirtschaft behindern.<\/p>\n<p>Dabei sollte beachtet werden, dass die EE-Richtlinie aus einer Zeit stammt, in der Biomasse in H\u00fclle und F\u00fclle vorhanden und es sinnvoll war, einen solchen Rahmen zu schaffen. Heute jedoch ist Biomasse ein wertvoller Rohstoff, der m\u00f6glichst effizient genutzt werden sollte. Mehrere Unternehmen berichten, dass die aktuelle Gesetzgebung zu schweren Marktverzerrungen f\u00fcr bio-basierte Rohstoffe f\u00fchrt. Investoren schrecken aufgrund ung\u00fcnstiger Rahmenbedingungen in Kombination mit hohen Biomasse-Preisen davor zur\u00fcck, in bio-basierte Chemie und Materialien zu investieren.<a href=\"#fussnote1\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurden in den letzten Jahren mehrere Probleme in Zusammenhang mit den aktuellen Rahmenbedingungen deutlich. Zum Beispiel k\u00f6nnen einige Mitgliedstaaten voraussichtlich ihre Quoten nicht erf\u00fcllen und es kommt zu Rohstoffengp\u00e4ssen durch die erh\u00f6hte und unausgeglichene Nachfrage nach Biomasse.<\/p>\n<p>Der vorliegende Reformvorschlag soll L\u00f6sungen f\u00fcr all diese Fragen bieten und gleichzeitig zu mehr Wertsch\u00f6pfung, Besch\u00e4ftigung, Innovation und Investitionen in\u00a0Europa beitragen. Alle diese Kriterien k\u00f6nnen besser durch die stoffliche Nutzung von Biomasse als durch die energetische Nutzung (der gleichen Menge an Biomasse) erf\u00fcllt werden. Die St\u00e4rkung des stofflichen Sektors wird auch zur gew\u00fcnschten industriellen Renaissance beitragen, wie sie k\u00fcrzlich von der Europ\u00e4ischen Kommission angek\u00fcndet wurde. Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt sie weiter zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen und einer starken EU-Klimapolitik bei. Au\u00dferdem soll so die Abh\u00e4ngigkeit von \u00f6ffentlichen Subventionen verringert werden, w\u00e4hrend gleichzeitig die bestehenden Strukturen f\u00fcr Bioenergie und Biokraftstoffe erhalten, genutzt und ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Die Forderung dieses revolution\u00e4ren Vorschlags ist die \u00d6ffnung des Anreizsystems, so dass auch bio-basierte Chemikalien und Materialien in der Quote eines jeden Mitgliedsstaats angerechnet werden k\u00f6nnen. Der Grundgedanke ist es, die RED in eine REMD umzuwandeln, also eine \u201cRichtlinie f\u00fcr erneuerbare Energie und Materialien\u201d.\u00a0Dieser Vorschlag bedeutet nicht, eine neue Quote f\u00fcr die Chemische Industrie einzuf\u00fchren. Stattdessen soll die Nutzung bio-basierter Chemikalien und Materialien in gleicher Weise auf die Quote angerechnet werden, wie es z.B. bei der energetischen Verwendung von Bioethanol oder bio-basiertem Methan als Kraftstoff der Fall ist. Andere Plattformchemikalien, wie Bernsteins\u00e4ure, Milchs\u00e4ure usw. k\u00f6nnten auf der Basis einer Umrechnung in Bioethanol-\u00c4quivalente nach ihrem Brennwert angerechnet werden werden. Die Verminderung der Treibhausgas-Emissionen k\u00f6nnte ebenfalls Grundlage f\u00fcr eine solche Umrechnung sein.<\/p>\n<p>Sechs weitere evolution\u00e4re Vorschl\u00e4ge erg\u00e4nzen diese umfassende Idee einer REMD. Sie konzentrieren sich vor allem auf Ressourceneffizienz durch die Beschr\u00e4nkung des Anteils der Bioenergie an der RED-Quote, die St\u00e4rkung der Solar- und Windenergie und die Inklusion von mehr CO2-basierten Kraftstoffen in der Quote. Es wird vorgeschlagen, Mehrfachanrechnungen innerhalb der Quote abzuschaffen, mit Ausnahme von Rohstoffen, die aus Kaskadennutzung oder Recyclingverfahren stammen. Ferner sollten k\u00fcnftig Vertreter der stofflichen Nutzung in jede Reform \u00fcber Energie aus Biomasse einbezogen werden.<\/p>\n<p>Schlussendlich befasst sich dieses Reform-Papier mit der aktuellen Debatte \u00fcber Nachhaltigkeitszertifizierungen f\u00fcr Biomasse, die zu unterschiedlichen Zwecken genutzt wird. Die Nachhaltigkeitszertifizierungen f\u00fcr den Energiesektor wurden nur in Kombination mit erheblichen Anreizen umgesetzt. Dieser Aspekt wird in der Diskussion oft vergessen. Das Papier schl\u00e4gt vor, der stofflichen Nutzung von Biomasse die gleichen Nachhaltigkeitskriterien aufzuerlegen wie sie f\u00fcr die energetische Nutzung erforderlich sind, wenn zur selben Zeit auch die gleichen Anreize f\u00fcr den stofflichen Sektor eingef\u00fchrt werden. In diesem Zusammenhang w\u00e4re eine Erweiterung der heutigen Nachhaltigkeitsregelungen f\u00fcr den Biokraftstoffsektor um weitere Kriterien begr\u00fc\u00dfenswert.<\/p>\n<p>Zwei Anh\u00e4nge runden das Papier ab: Der erste enth\u00e4lt Aussagen von Unternehmen, die die negativen Auswirkungen der Marktverzerrung f\u00fcr Biomasse durch die EE-Richtlinie bereits zu sp\u00fcren bekommen; der andere pr\u00e4sentiert umfassende Hintergrundinformationen zu allen Aussagen des Hauptpapiers sowie Details zu spezifischen Aspekten der stofflichen Nutzung von Biomasse.<\/p>\n<p>Das <b>nova-Paper #4 <\/b><b>\u201eProposals for a Reform of the Renewable Energy Directive to a Renewable Energy and Materials Directive (REMD)\u201c<\/b> kann auf folgender Seite kostenlos heruntergeladen werden: <a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/nova-papers\" target=\"_blank\">www.bio-based.eu\/nova-papers<\/a><\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten diesen Reformvorschlag und andere politische Ideen mit Experten der bio-basierten Wirtschaft diskutieren! Auf einem<strong> eint\u00e4gigen Workshop in Br\u00fcssel am 26.06.2014<\/strong> werden wir Ideen und konkrete Vorschl\u00e4ge austauschen, wie der politische Rahmen f\u00fcr die stoffliche Nutzung von Biomasse verbessert werden kann. Kreative L\u00f6sungsans\u00e4tze und Denken \u201eau\u00dferhalb der Box\u201c sind herzlich willkommen!<\/p>\n<p>Wenn Sie Interesse an dem Workshop haben, dieses Papier unterst\u00fctzen oder kommentieren m\u00f6chten, k\u00f6nnen Sie dies auf der folgenden Seite tun und sich in die Liste der Unterst\u00fctzer eintragen:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/remd\" target=\"_blank\">www.bio-based.eu\/remd<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1:\u00a0Eine vor kurzem ver\u00f6ffentlichte Studie prognostiziert eine globale Verdopplung der bio-basierten Kapazit\u00e4ten auf 13,2 Mio. t bis 2017, wovon Europas Anteil jedoch von 37% im Jahr 2005 auf 14% im Jahr 2017 fallen wird. (<a href=\"http:\/\/www.biobasedpress.eu\/2014\/03\/biobased-chemicals-european-share-drop-sharply\" target=\"_blank\">www.biobasedpress.eu\/2014\/03\/biobased-chemicals-european-share-drop-sharply<\/a>)<\/p>\n<p>Diese Pressemitteilung als PDF:\u00a0<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/14-05-26-PM-nova-paper-4-Reformvorschlag-von-RED-zu-REMD1.pdf\">14-05-26 PM nova-paper 4 Reformvorschlag von RED zu REMD<\/a><\/p>\n<address>\u00a0<\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<h3><strong>\u00dcber das nova-Institut<\/strong><\/h3>\n<p>Die nova-Institut GmbH wurde 1994 als privates und unabh\u00e4ngiges Institut gegr\u00fcndet und ist im Bereich der Forschung und Beratung t\u00e4tig. Der Fokus liegt auf der bio-basierten und der CO<sub>2<\/sub>-basierten \u00d6konomie in den Bereichen Rohstoffversorgung, technisch-\u00f6konomische Evaluierung, Marktforschung, \u00d6kobilanzen (LCA), \u00d6ffentlichkeitsarbeit, B2B\u2013Kommunikation und Politik. Mit einem Team von mehr als 20 Mitarbeitern erzielt das nova-Institut einen j\u00e4hrlichen Umsatz von rund 2 Mio. \u20ac.<\/p>\n<h3><strong>Kontakt<\/strong><\/h3>\n<p>nova-Institut GmbH<\/p>\n<p>Chemiepark Knapsack<\/p>\n<p>Industriestra\u00dfe 300<\/p>\n<p>50354 H\u00fcrth<\/p>\n<p>Tel: +49 (0) 22 33-48 14 40<\/p>\n<p>Email: <a href=\"mailto:contact@nova-institut.de\" target=\"_blank\">contact@nova-institut.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English version: www.bio-based.eu\/news\/nova-paper-4-remd \u00a0Michael Carus (nova-Institut), Lara Dammer (nova-Institut), Andreas Hermann (\u00d6ko-Institut) und Roland Essel (nova-Institut) Das nova-Paper #4 \u201eProposals for a Reform of the Renewable Energy Directive to a Renewable Energy and Materials Directive (REMD)\u201c ist ein Reformvorschlag, der die Gleichbehandlung von biobasierten Chemikalien und Materialien mit Bioenergie und Biokraftstoffen erreichen will. 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