{"id":20478,"date":"2014-05-20T03:00:20","date_gmt":"2014-05-20T01:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20478"},"modified":"2014-05-19T12:18:58","modified_gmt":"2014-05-19T10:18:58","slug":"mikropartikel-kosmetika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikropartikel-kosmetika\/","title":{"rendered":"Mikropartikel in Kosmetika"},"content":{"rendered":"<p>Mikropartikel, kleine Plastikk\u00fcgelchen, sind Tausendsassa der Kosmetikindustrie. Sie sind in Dusch- und Waschgelen, Zahncremes, aber auch Peelings zu finden. Das Problem dabei: Sie landen irgendwann im Abwasser und gelangen von dort in die Meere, wo bereits anderer Plastikm\u00fcll den Tieren das Leben schwer macht.<\/p>\n<p>Sie sind mikroskopisch klein und meist nur etwas dicker als ein Haar: Peeling-K\u00f6rper aus Kunststoff. Sie sollen etwa in Seife oder Duschgel tote Schuppen von unserer Haut entfernen. Doch diese kleinen Kunststoffk\u00f6rper \u2013 das Mikroplastik \u2013 gelangen etwa nach dem Duschen mit dem Abwasser in Kl\u00e4rwerke, von dort in den Kl\u00e4rschlamm oder auch in Fl\u00fcsse, Seen, Meere und Ozeane. Marcus Gast vom Umweltbundesamt:<\/p>\n<p>&#8220;Diese Partikel k\u00f6nnen von Fischen verschluckt werden und dann dazu f\u00fchren, dass die Tiere verhungern.&#8221;<\/p>\n<p>Der Ruf dieses Mikroplastiks, das meist aus dem Kunststoff Polyethylen besteht, ist daher ein schlechter. Umweltverb\u00e4nde wie der BUND und der NABU dr\u00e4ngen Kosmetikfirmen, auf Plastikk\u00fcgelchen in Seifen, Duschgels oder auch Zahncremes zu verzichten. UBA-Mann Marcus Gast:<\/p>\n<p>&#8220;Der ideale Peeling-K\u00f6rper w\u00e4re einer, der sich im Wasser aufl\u00f6st oder leicht biologisch abbaubar ist im Kl\u00e4rwerk.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr Kosmetikfirmen m\u00fcssen solche Partikel aber nicht nur schnell abbaubar sein, betonte David Eggler vom Schweizer Chemikalienh\u00e4ndler Permcos Anfang April auf der &#8220;in-cosmetics&#8221;, der Rohstoffmesse f\u00fcr kosmetische Produkte:<\/p>\n<p>&#8220;Die Herausforderung lag darin, ein Produkt zu finden, das auf der einen Seite die Weichheit in Anf\u00fchrungsstrichen angeboten hat, dass man vom Polyethylen-K\u00fcgelchen kennt, um Sch\u00e4digungen der Haut in Form von Kratzern oder L\u00e4sionen zu vermeiden. Auf der anderen Seite aber nach wie vor f\u00fcr den ausreichenden abrasiven Effekt gesorgt hat, um dann auch den gew\u00fcnschten Peeling-Effekt anzubieten.&#8221;<\/p>\n<h3>Umweltfreundliche Alternativen<\/h3>\n<p>Und es gibt sie inzwischen: die umweltfreundlicheren Peeling-K\u00f6rper. Die Chemiefirma Evonik etwa bietet Peeling-K\u00f6rper aus &#8216;k\u00fcnstlichem&#8217; Sand an. Dazu zerreibt sie keinen Meeressand, sondern stellt die kleinen Partikel aus hygienischen Gr\u00fcnden auf chemischem Wege her. Die amerikanische Firma Micro Powders wiederum verkauft Partikel aus Polymilchs\u00e4ure, einem Polymer, das Firmen aus Maisst\u00e4rke herstellen. Doch hierbei ist Marcus Gast vom Umweltbundesamt skeptisch:<\/p>\n<p>&#8220;Die Polymilchs\u00e4ure hat das Problem, dass sie sich im Wasser nicht schnell aufl\u00f6st und im Kl\u00e4rwerk nicht schnell abgebaut wird. Das hei\u00dft, sie bleibt uns noch eine Weile erhalten.&#8221;<\/p>\n<p>Permcos aus der Schweiz verkauft stattdessen Peeling-K\u00f6rper aus geh\u00e4rtetem Palm- oder Rhizinus\u00f6l. Mikropartikel aus dem Holzbestandteil Zellulose hat die Firma Induchem \u2013 ebenfalls aus der Schweiz \u2013 im Angebot wie auch die Firma J. Rettenmaier &amp; S\u00f6hne aus dem baden-w\u00fcrttembergischen Rosenberg. Armin Ungerer ist Forschungsleiter f\u00fcr K\u00f6rperpflegeprodukte der Rosenberger Firma:<\/p>\n<p>&#8220;Wir k\u00f6nnen runde Peelingk\u00f6rper machen und wir k\u00f6nnen abrasive, mehr kantige, granul\u00e4re Peelingk\u00f6rper herstellen und die zeichnen sich durch eine gute Stabilit\u00e4t in der Rezeptur aus, sind aber im Abwasser zu 100 Prozent biologisch abbaubar.&#8221;<\/p>\n<h3>Bis 2015 kein Mikroplastik mehr?<\/h3>\n<p>Einige Kosmetikfirmen tauschen bereits die herk\u00f6mmlichen Peeling-K\u00f6rper aus Plastik durch die neuentwickelten, umweltfreundlicheren Partikel aus. Armin Ungerer:<\/p>\n<p>&#8220;Wir haben schon eine ganze Reihe Kunden \u2013 sowohl kleinere Firmen als auch gr\u00f6\u00dfere Firmen, wobei jetzt auch ganz gro\u00dfe Konzerne sehr gutes Interesse zeigen an den Produkten.&#8221;<\/p>\n<p>Marcus Gast vom Umweltbundesamt h\u00e4lt es daher f\u00fcr m\u00f6glich, dass kosmetische Produkte schon bald kein Mikroplastik mehr enthalten.<\/p>\n<p>&#8220;In der Regel ben\u00f6tigen Sie bei der Produktumstellung einen Zeitrahmen von etwa eineinhalb Jahren. Das geht mit der Produktentwicklung los und geht dann in die Produktionsstrecke und bis diese l\u00e4uft, dauert es etwa eineinhalb Jahre. Das hei\u00dft, bis 2015 sollte es eigentlich m\u00f6glich sein, dass keine Produkte mit Mikroplastik mehr angeboten werden.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr Verbraucher, die bereits jetzt die Umwelt nicht mit Mikropartikeln aus Plastik belasten wollen, hat Markus Gast eine Empfehlung:<\/p>\n<p>&#8220;Der Verbraucher kann jetzt schon Alternativprodukte verwenden \u2013 zum Beispiel in Form von B\u00fcrsten, Schw\u00e4mmen und \u00c4hnlichem. Oder er kann auch alternative Produkte nehmen, die zum Beispiel Sand oder andere Granulate enthalten, um die Haut damit zu reinigen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikropartikel, kleine Plastikk\u00fcgelchen, sind Tausendsassa der Kosmetikindustrie. Sie sind in Dusch- und Waschgelen, Zahncremes, aber auch Peelings zu finden. Das Problem dabei: Sie landen irgendwann im Abwasser und gelangen von dort in die Meere, wo bereits anderer Plastikm\u00fcll den Tieren das Leben schwer macht. Sie sind mikroskopisch klein und meist nur etwas dicker als ein [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[1950,43,661,7108,848,7107,342],"class_list":["post-20478","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bund-fuer-umwelt-und-naturschutz-bund-landesverband-mecklenburg-vorpommern-ev","supplier-evonik-industries-ag","supplier-j-rettenmaier-soehne-gmbh-co","supplier-micropowders","supplier-naturschutzbund-deutschland-ev-nabu","supplier-permcos","supplier-umweltbundesamt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20478"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20478\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20478"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=20478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}