{"id":20473,"date":"2014-05-19T03:05:06","date_gmt":"2014-05-19T01:05:06","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20473"},"modified":"2014-05-16T21:59:45","modified_gmt":"2014-05-16T19:59:45","slug":"mit-algen-fliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-algen-fliegen\/","title":{"rendered":"Mit Algen fliegen"},"content":{"rendered":"<p><strong>J\u00fclich, 16. Mai 2014 \u2013 Eine globale Gesellschaft und funktionierende Weltwirtschaft ist ohne Mobilit\u00e4t nicht denkbar. Eine bedeutende Rolle spielt dabei der Luftverkehr, der mittelfristig nachhaltigen Treibstoff ben\u00f6tigt. Im Projekt AUFWIND wird die Produktion von Algen und deren Umwandlung zu Biokerosin untersucht. Im Schwesterprojekt OptimAL werden Algen in Bezug auf ihre Produktivit\u00e4t und Lichtnutzung optimiert. Dazu wurde nun das &#8220;Algen Science Center&#8221; im Forschungszentrum J\u00fclich in Betrieb genommen, in dem Algen gez\u00fcchtet und drei Produktionssysteme f\u00fcr diese Biomasse miteinander verglichen werden. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) f\u00f6rdert AUFWIND \u00fcber seinen Projekttr\u00e4ger \u2013 die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) \u2013 mit 5,75 Mio. Euro \u00fcber zweieinhalb Jahre (Gesamtvolumen 7,4 Mio. Euro). OptimAL wird mit 1,4 Mio. Euro drei Jahre vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger J\u00fclich (PTJ) unterst\u00fctzt.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_20474\" aria-describedby=\"caption-attachment-20474\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20474 \" alt=\"14-05-16-algensciencecentre2\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/14-05-16-algensciencecentre2.png\" width=\"450\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/05\/14-05-16-algensciencecentre2.png 450w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/05\/14-05-16-algensciencecentre2-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20474\" class=\"wp-caption-text\">Mit Aufwind fliegen: Am Freitag wurde das &#8220;Algen Science Center&#8221; im Forschungszentrum J\u00fclich in Betrieb genommen. &#8220;Mit der Entwicklung von Biokerosin aus Algen machen wir einen wichtigen Schritt &#8216;Weg vom \u00d6l&#8217;. Damit unterst\u00fctzt die Bundesregierung die Perspektive einer nachhaltigen Mobilit\u00e4t durch die St\u00e4rkung der Bio\u00f6konomie&#8221;, betonte der Parlamentarische Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung Thomas Rachel MdB im Rahmen der Veranstaltung. Quelle: Forschungszentrum J\u00fclich<\/figcaption><\/figure>\n<p>Treibstoff wird bislang \u00fcberwiegend aus dem immer knapper werdenden und nicht nachhaltigen Energietr\u00e4ger Erd\u00f6l hergestellt. Alternativ k\u00f6nnten Mikroalgen in Bioreaktoren die Basis f\u00fcr nachhaltigen Treibstoff und andere Rohstoffe liefern. Dabei soll aus winzigen Algen, die bis zu 70 Prozent fette \u00d6le enthalten, der Flugzeugtreibstoff Kerosin hergestellt werden. Die technologischen und wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten dazu untersuchen elf Einrichtungen aus Forschung und Industrie im Verbundprojekt AUFWIND (Algenproduktion und Umwandlung in Flugzeugtreibstoffe: WIrtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Demonstration), welches vom Forschungszentrum J\u00fclich koordiniert wird. In J\u00fclich gehen dazu im &#8220;Algen Science Center&#8221; auf je 500 Quadratmetern Fl\u00e4che drei Bioreaktorsysteme zur Algenproduktion in Betrieb. &#8220;Es gibt zwar schon viele Publikationen, die die Herstellung von Treibstoff aus Mikroalgen beschreiben. Aber es fehlt ein unabh\u00e4ngiger Vergleich, welche aktuell verf\u00fcgbaren Anlagen unter \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Aspekten die besten Ergebnisse liefern&#8221;, erkl\u00e4rt Andreas M\u00fcller vom J\u00fclicher Institut f\u00fcr Bio- und Geowissenschaften (IBG-2).<\/p>\n<p>Im Projekt OptimAL (Optimierte Algen f\u00fcr nachhaltige Luftfahrt) nutzen J\u00fclicher Wissenschaftler zudem die genetische Vielfalt der Algen bez\u00fcglich Photosynthese, Wachstum und Stoffproduktion, um die Produktionsleistung zu verbessern. Die heute verwendeten Algenst\u00e4mme sind quasi Wildst\u00e4mme und noch nicht an die Bedingungen in den Bioreaktoren angepasst. Insbesondere die Beleuchtung, die auf eine maximale Photosyntheseleistung der Algen abzielt, kann von den eigentlich auf geringe Lichtintensit\u00e4ten ausgerichteten Algen nicht optimal genutzt werden. Die optimierten Algen werden nachfolgend in den verschiedenen Produktionssystemen des Algen Sience Centers unter realen Bedingungen untersucht.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wird in AUFWIND eine \u00fcbergreifende Systemanalyse aus \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Sicht stattfinden. &#8220;Wir wollen auf nachhaltige Weise Biomasse f\u00fcr Treibstoff produzieren, ohne dabei landwirtschaftliche Fl\u00e4chen zu verbrauchen&#8221;, erl\u00e4utert Dominik Behrendt vom IBG-2. Die Algen wachsen in sogenannten Fotobioreaktoren \u2013 durchsichtigen Schl\u00e4uchen, R\u00f6hren oder Sieben -die sich platzsparend fast \u00fcberall aufstellen lassen, sei es auf Industriebrachen oder auf anderen ungenutzten Fl\u00e4chen. Auf vergleichsweise kleiner Fl\u00e4che k\u00f6nnen so gro\u00dfe Mengen Algen produziert werden. Die winzigen Organismen vermehren sich sehr rasch und ihre Produktivit\u00e4t ist pro Fl\u00e4che sieben- bis zehnmal so hoch wie die von Landpflanzen.<\/p>\n<p>Beim Projekt AUFWIND sind als Industriepartner unter anderem der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus Group und das internationale \u00d6l- und Gasunternehmen OMV beteiligt. &#8220;Im Luftverkehr gibt es zu fl\u00fcssigen Treibstoffen mittelfristig keine Alternative. Elektromotoren oder Brennstoffzellen \u2013 wie sie in Autos erprobt werden \u2013 kommen aus Gewichts- und Sicherheitsgr\u00fcnden f\u00fcr Flugzeuge nicht in Frage&#8221;, erkl\u00e4rt Siegfried Knecht, Vorstandsvorsitzender von Aireg (Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany).<\/p>\n<p>Im Rahmen der Algenprojekte werden aber nicht nur geeignete Aufschluss- und Extraktionsverfahren sowie die Umwandlung und Raffinierung der Biomasse zu Treibstoff untersucht. Es sollen auch die dabei entstehenden Nebenprodukte identifiziert und in Bezug auf ihre Verwertbarkeit analysiert werden. Denn wenn es gelingt, aus den Algen neben Kerosin weitere attraktive Produkte zu gewinnen, k\u00f6nnte das derzeit noch teure nachhaltige Kerosin aus dem Bioreaktor konkurrenzf\u00e4hig werden. Da die Algen Vitamine und Farbpigmente, Aminos\u00e4uren und Zucker beinhalten, w\u00e4re zum Beispiel die Gewinnung von Lebensmittelzusatzstoffen und von hochwertigen Produkten f\u00fcr die Kosmetik- und Chemieindustrie denkbar. Was dann noch \u00fcbrig bliebe, k\u00f6nnte als Viehfutter Verwendung finden oder in Kraftwerken verbrannt werden. So w\u00fcrde die gesamte Biomasse nachhaltig verwendet und eine Algen-basierte Bioraffinerie aufgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_20475\" aria-describedby=\"caption-attachment-20475\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20475 \" alt=\"14-05-16-algensciencecentre\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/14-05-16-algensciencecentre.png\" width=\"460\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/05\/14-05-16-algensciencecentre.png 460w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/05\/14-05-16-algensciencecentre-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20475\" class=\"wp-caption-text\">Von links: Prof. Bj\u00f6rn Usadel (Institut f\u00fcr Bio- und Geowissenschaften IBG-2), Dr. Andreas M\u00fcller (Institut f\u00fcr Bio- und Geowissenschaften IBG-2), Prof. Harald Bolt (Vorstandsmitglied des Forschungszentrums J\u00fclich), Peter Bleser MdB (Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft), Thomas Rachel MdB (Parlamentarischer Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung) und Prof. Achim Bachem (Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums J\u00fclich). Quelle: Forschungszentrum J\u00fclich<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fclich, 16. Mai 2014 \u2013 Eine globale Gesellschaft und funktionierende Weltwirtschaft ist ohne Mobilit\u00e4t nicht denkbar. Eine bedeutende Rolle spielt dabei der Luftverkehr, der mittelfristig nachhaltigen Treibstoff ben\u00f6tigt. Im Projekt AUFWIND wird die Produktion von Algen und deren Umwandlung zu Biokerosin untersucht. Im Schwesterprojekt OptimAL werden Algen in Bezug auf ihre Produktivit\u00e4t und Lichtnutzung optimiert. [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[3879,187,6286,19232,535],"class_list":["post-20473","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-aviation-initiative-for-renewable-energy-in-germany-aireg","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-forschungszentrum-juelich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20473"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20473\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20473"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=20473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}