{"id":20398,"date":"2014-05-14T03:00:13","date_gmt":"2014-05-14T01:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20398"},"modified":"2021-09-09T21:49:59","modified_gmt":"2021-09-09T19:49:59","slug":"billige-chemie-dank-co2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/billige-chemie-dank-co2\/","title":{"rendered":"Billige Chemie dank CO<sub>2<\/sub>"},"content":{"rendered":"<p>Ein Start-up arbeitet an neuartigen Prozessen, mit denen sich das Klimagas effizient zur Herstellung wichtiger Rohstoffe nutzen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wenn es nach der jungen Firma Liquid Light geht, wird das Klimagas CO<sub>2<\/sub>, das in Kraftwerken entsteht, in wenigen Jahren zu einem billigen Grundmaterial f\u00fcr die Chemieproduktion. Dazu hat das Start-up ein spezielles elektrochemisches Verfahren entwickelt, das deutlich effizienter sein soll als bisherige Methoden.<\/p>\n<p>Die Firma aus Monmouth in New Jersey hat Anfang M\u00e4rz die Fertigstellung eines Prototypsystems angek\u00fcndigt, das aus Kohlendioxid Ethylenglykol produziert. Dazu ist zus\u00e4tzlich nur Strom und eine Wasserstoffquelle \u2013 beispielsweise schlichtes Wasser \u2013 notwendig. Liquid Light sch\u00e4tzt, dass die Herstellung einer Tonne der Chemikalie nur CO<sub>2<\/sub> im Wert von 125 US-Dollar erfordern w\u00fcrde. Greift man zu anderen Rohstoffen wie \u00d6l oder Erdgas, m\u00fcsste man mehr als 600 Dollar investieren. Noch g\u00fcnstiger wird es, wenn man das Klimagas einfach \u00fcber bereits existierende Abscheidungstechnologien an Schornsteinen von Verbrennungs\u00f6fen oder Generatoren abzapft.<\/p>\n<p>Die Technik von Liquid Light besteht aus mehreren Stufen. In einem ersten Schritt produzierte eine mit einem Katalysematerial \u00fcberzogene Elektrode ein Oxalat aus zwei Kohlenstoffmolek\u00fclen. Ein zweiter Katalyseprozess treibt dann eine Reaktion, um schlie\u00dflich das Ethylenglykol zu produzieren.<\/p>\n<p>Die Industriechemikalie wird weitl\u00e4ufig eingesetzt \u2013 nicht nur als Frostschutzmittel, sondern auch als Vorl\u00e4uferstoff f\u00fcr Polyesterfasern oder Kunststoffverpackungen.<\/p>\n<p>Der Hauptvorteil der neuen Methode sind die potenziell geringeren Rohstoffkosten. Wenn der Strom aus Erdgas, Atomkraft oder erneuerbaren Quellen kommt, k\u00f6nnte die Produktion zudem wesentlich klimafreundlicher sein als traditionelle Verfahren.<\/p>\n<p>Die Verwendung von Katalysatoren zur Umformung von CO<sub>2<\/sub> zu Chemikalien und Treibstoffen gilt als ein zunehmend attraktives Forschungsfeld, auch wenn es noch zahlreiche technische H\u00fcrden gibt. Beispielsweise m\u00fcssen die Reaktionen noch deutlich schneller und effizienter werden. Ein weiteres Problem sei die Wirtschaftlichkeit, meint Joel Rosenthal, Juniorprofessor an der University of Delaware, der an den Verfahren forscht. Oft ben\u00f6tigten die Prozesse gro\u00dfe Strommengen.<\/p>\n<p>Zudem kommt es bei der Verwendung von Metallkatalysatoren oft zur Herstellung weiterer Stoffe, die eigentlich unerw\u00fcnscht sind, etwa Kohlenmonoxid und Methan. Die lassen sich aber nur teuer wieder abscheiden.<\/p>\n<p>Bei der Technik Liquid Light sei das aber nicht der Fall, so Rosenthal. Hier scheine es zu gelingen, einen kommerziell relevanten chemischen Rohstoff ohne unerw\u00fcnschte Nebenprodukte herzustellen. &#8220;Wenn die Firma Ethylenglykol wirklich selektiv aus CO<sub>2<\/sub> mit einem funktionierenden Reaktionsablauf fertigen kann, ohne dass enorme Energiemengen ben\u00f6tigt werden, w\u00e4re das eine ganz gro\u00dfe Sache.&#8221;<\/p>\n<p>Liquid Light verr\u00e4t derzeit leider noch nicht, welches Katalysematerial verwendet wird. Es sei aber billig, auf l\u00e4ngere Zeit stabil und ben\u00f6tige relativ wenig Strom, so das Unternehmen. Das Prototypsystem besteht aus zwei quadratischen Metallplatten, die 90 Zentimeter breit sind und wenige Zentimeter auseinander stehen. Um eine Massenproduktion aufzubauen, m\u00fcssten mehrere dieser Zellen miteinander kombiniert werden, \u00e4hnlich wie man dies von Brennstoffzellen kennt.<\/p>\n<p>Zu den Investoren von Liquid Light z\u00e4hlt der Erd\u00f6lriese BP. Das Start-up hofft, in den n\u00e4chsten zwei oder drei Jahren Versuche mit Industriekunden zu beginnen.<\/p>\n<p>Die elektrochemische Herstellungsmethode w\u00e4re wom\u00f6glich eine attraktive Alternative zu petrochemischen Verfahren, meint auch Gary Dirks, ein fr\u00fcherer BP-Manager und heute wissenschaftlicher Berater von Liquid Light. &#8220;Man erh\u00e4lt Produkte, die sich aus \u00f6lbasierten Kohlenwasserstoffen nicht ganz leicht herstellen lassen, in einem viel einfacheren und billigeren Prozess.&#8221;<\/p>\n<p>In Zukunft k\u00f6nnten auch erneuerbare Energiequellen wie Sonnen- und Windkraft die Umwandlung von CO<sub>2<\/sub> zu Chemikalien und Brennstoffen treiben. Dies w\u00fcrde dann eine CO<sub>2<\/sub>-neutrale Produktion erm\u00f6glichen oder gar eine CO<sub>2<\/sub>-negative, meint Thomas Jaramillo, Professor an der Stanford University, der sich mit elektrokatalytischen Umwandlungsprozessen besch\u00e4ftigt. &#8220;Hinzu kommt, dass elektrochemische Prozesse ja bereits heute im gro\u00dfen Ma\u00dfstab angewendet werden.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Start-up arbeitet an neuartigen Prozessen, mit denen sich das Klimagas effizient zur Herstellung wichtiger Rohstoffe nutzen l\u00e4sst. Wenn es nach der jungen Firma Liquid Light geht, wird das Klimagas CO2, das in Kraftwerken entsteht, in wenigen Jahren zu einem billigen Grundmaterial f\u00fcr die Chemieproduktion. 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