{"id":20372,"date":"2014-05-12T03:00:11","date_gmt":"2014-05-12T01:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20372"},"modified":"2014-05-10T16:33:50","modified_gmt":"2014-05-10T14:33:50","slug":"wundermittel-aus-altpapier-schwamme-aus-nanozellulose-gegen-die-olpest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wundermittel-aus-altpapier-schwamme-aus-nanozellulose-gegen-die-olpest\/","title":{"rendered":"Wundermittel aus Altpapier &#8211; Schw\u00e4mme aus Nanozellulose gegen die \u00d6lpest"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_20374\" aria-describedby=\"caption-attachment-20374\" style=\"width: 140px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20374 \" alt=\"19139\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/19139.jpg\" width=\"140\" height=\"107\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20374\" class=\"wp-caption-text\">Beweis f\u00fcr die zugleich hydrophoben und oleophilen Eigenschaften der chemisch modifizierten Nanozellulose: Ein Wassertropfen (blau eingef\u00e4rbt) perlt ab, w\u00e4hrend ein \u00d6ltropfen (rot eingef\u00e4rbt) aufgesogen wird. (Bild: Empa)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein neues, saugf\u00e4higes Material aus der Empa-Holzforschung k\u00f6nnte bei k\u00fcnftigen \u00d6lkatastrophen helfen: chemisch modifizierte Nanozellulose. Der leichte Stoff saugt die \u00d6llache auf, schwimmt auf dem Wasser und kann dann eingesammelt werden. Das Material l\u00e4sst sich aus Altpapier, Stroh oder landwirtschaftlichen Abf\u00e4llen herstellen.<\/strong><\/p>\n<p>Alle Industrienationen ben\u00f6tigen grosse Mengen Erd\u00f6l, das meist per Hochseetanker oder Binnenschiff zum Bestimmungsort geliefert wird. Bei Unf\u00e4llen droht eine \u00d6lpest. Die umweltfreundlichste Methode, um die Natur nach einem \u00d6lunfall zu s\u00e4ubern, ist das Aufsaugen und Einsammeln des schwimmenden \u00d6lfilms. Den Empa-Forschern Tanja Zimmermann und Philippe Tingaut ist es zusammen mit Gilles S\u00e8be von der Universit\u00e4t Bordeaux gelungen, ein sehr wirksames Saugmaterial zu entwickeln, welches gezielt den \u00d6lfilm vom Wasser abtrennt und sich danach leicht einsammeln l\u00e4sst: Schw\u00e4mme aus chemisch ver\u00e4nderter, \u00absilylierter\u00bb Nanozellulose. In Laborversuchen saugten diese Schw\u00e4mme bis zum 50-fachen ihres Eigengewichts an Mineral\u00f6l oder Motor\u00f6l auf und blieben dabei so in Form, dass sie mit einer Pinzette aus dem Wasser gezogen werden konnten. Nun gilt es, die Schw\u00e4mme weiterzuentwickeln, um sie nicht nur im Labormassstab, sondern bei echten Ungl\u00fccksf\u00e4llen einsetzen zu k\u00f6nnen. Dazu wird nun ein Industriepartner gesucht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_20373\" aria-describedby=\"caption-attachment-20373\" style=\"width: 140px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20373 \" alt=\"19141\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/19141.jpg\" width=\"140\" height=\"104\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-20373\" class=\"wp-caption-text\">Nachdem der Schwamm die rot eingef\u00e4rbte \u00d6lschicht aufgesaugt hat, l\u00e4sst er sich einfach aus dem Wasser ziehen und bleibt dabei in Form. Die \u00d6lschicht wird selektiv vom Wasser abgetrennt. (Bild: Empa)<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Herstellung in einem Schritt \u2013 aus Zellulose<\/h3>\n<p>Nanofibrillierte Zellulose (NFC), das Basismaterial f\u00fcr die Schw\u00e4mme, wird aus zellulosehaltigen Abfallstoffen wie Stroh, Holzschliff oder Altpapier gewonnen, in dem diese mit Wasser versetzt und der w\u00e4ssrige Brei unter hohem Druck durch mehrere enge D\u00fcsen gepresst wird. Es entsteht eine gel-artige Suspension aus langen, feinen, untereinander verbundenen Zellulosefasern und Wasser.<\/p>\n<p>Entzieht man nun dem Gel per Gefriertrocknung das Wasser, so entsteht ein Nanozellulose-Schwamm. Das unbehandelte Material saugt gleichermassen Wasser und \u00d6l auf \u2013 es ist also f\u00fcr den vorgesehenen Zweck noch untauglich. Den Empa-Forschern gelang es, die chemischen Eigenschaften der Nanozellulose in nur einem Verfahrensschritt zu ver\u00e4ndern, in dem sie dem Gel vor der Gefriertrocknung ein reaktives Alkoxysilan zusetzten. Dadurch verliert die Nanozellulose ihre hydrophilen Eigenschaften, wird nicht mehr von Wasser benetzt und verbindet sich nur noch mit \u00f6ligen Substanzen.<\/p>\n<p>Im Labor saugte die \u00absilylierte\u00bb Schwamm aus Nanozellulose innerhalb von Sekunden verschiedene Testsubstanzen wie Motor\u00f6l, Silikon\u00f6l, Ethanol, Aceton oder Chloroform auf. Nanofibrillierte Zellulose-Schw\u00e4mme vereinen damit mehrere w\u00fcnschenswerte Eigenschaften: sie sind sehr saugf\u00e4hig, schwimmen auch im vollgesogenen Zustand zuverl\u00e4ssig auf dem Wasser und sind dazu biologisch abbaubar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Literaturhinweis<br \/>\n<\/strong>Ultralightweight and Flexible Silylated Nanozellulose Sponges for the Selective Removal of Oil from Water, Zhang Z., S\u00e8be G., Rentsch D., Zimmermann T., Tingaut P., Chem. Mater. 2014, 26, 2659&amp;#8722;2668.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues, saugf\u00e4higes Material aus der Empa-Holzforschung k\u00f6nnte bei k\u00fcnftigen \u00d6lkatastrophen helfen: chemisch modifizierte Nanozellulose. Der leichte Stoff saugt die \u00d6llache auf, schwimmt auf dem Wasser und kann dann eingesammelt werden. Das Material l\u00e4sst sich aus Altpapier, Stroh oder landwirtschaftlichen Abf\u00e4llen herstellen. 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