{"id":20157,"date":"2014-04-30T03:09:45","date_gmt":"2014-04-30T01:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20157"},"modified":"2014-04-29T09:26:10","modified_gmt":"2014-04-29T07:26:10","slug":"widerstandsfahige-pflanzen-ohne-gentechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/widerstandsfahige-pflanzen-ohne-gentechnik\/","title":{"rendered":"Widerstandsf\u00e4hige Pflanzen \u2013 ohne Gentechnik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dass die EU bald einen neuen Genmais zul\u00e4sst, wird immer wahrscheinlicher. Pflanzen widerstandsf\u00e4hig zu machen, geht aber auch ohne Gentechnik &#8211; so der Anspruch von Bioz\u00fcchtern. Unterst\u00fctzung erhalten sie von einem <a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/fb11agrar\/en\/sections\/fachgebiet-oekologische-pflanzenzuechtung-und-agrarbiodiversitaet-dach\/oekologische-pflanzenzuechtung-und-agrarbiodiversitaet\/home.html\" target=\"_blank\">neuen Fachgebiet<\/a> der Universit\u00e4t Kassel.<\/strong><\/p>\n<p>Rund 340.000 Pflanzenarten wachsen auf der Erde, doch nur ein Bruchteil davon landet auf dem Teller: 30 Arten liefern 95 % der pflanzlichen Nahrungsmittel. Insgesamt spielen nur rund 150 Arten f\u00fcr die Ern\u00e4hrung eine nennenswerte Rolle. Und es k\u00f6nnten noch weniger werden. Denn getrieben von Marktmechanismen konzentriert sich die konventionelle Landwirtschaft immer st\u00e4rker auf wenige ertragsstarke Sorten. Das tr\u00e4gt dazu bei, dass die Biodiversit\u00e4t drastisch sinkt.<\/p>\n<p>Gegen diesen Trend steuern Biobauern: &#8220;\u00d6kologische Landwirtschaft strebt nicht nur mehr Sortenvielfalt, sondern auch eine h\u00f6here genetische Variation innerhalb der Sorten an&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Gunter Backes, Leiter des Fachgebietes &#8220;<a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/fb11agrar\/en\/sections\/fachgebiet-oekologische-pflanzenzuechtung-und-agrarbiodiversitaet-dach\/oekologische-pflanzenzuechtung-und-agrarbiodiversitaet\/home.html\" target=\"_blank\">\u00d6kologische Pflanzenz\u00fcchtung und Agrarbiodiversit\u00e4t<\/a>&#8221; an der Universit\u00e4t Kassel. &#8220;Eine h\u00f6here Diversit\u00e4t innerhalb einer Sorte kann beg\u00fcnstigen, dass die Pflanzen langfristig widerstandsf\u00e4higer werden und sich besser an geografische und klimatische Schwankungen anpassen.&#8221;<\/p>\n<p>Dass die \u00f6kologische Landwirtschaft genetische Vielfalt st\u00e4rker f\u00f6rdert als die konventionelle, liegt an den unterschiedlichen Z\u00fcchtungszielen und -methoden. &#8220;Konventionelle Landwirtschaft schafft f\u00fcr die Pflanze eine k\u00fcnstliche und reduzierte Umwelt&#8221;, erkl\u00e4rt Backes. Minerald\u00fcnger sorgen f\u00fcr eine hohe N\u00e4hrstoffzufuhr, Chemikalien wie Pestizide halten Krankheiten und Sch\u00e4dlinge fern. Diese k\u00fcnstliche Umwelt wird kurzfristig an die Pflanze angepasst, mit dem Ziel, Ertr\u00e4ge zu optimieren. In der Biolandwirtschaft hingegen f\u00fcgt sich die Pflanze in ein bestehendes \u00d6kosystem ein. Alle Bestandteile dieses Systems werden so beeinflusst, dass sie die nachhaltige Produktion einer Feldfrucht bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen. &#8220;Das Ziel ist eine Pflanze, die in einem \u00f6kologischen Umfeld eine bessere Leistung bringt. Daf\u00fcr muss sie imstande sein, sich an ein spezifisches lokales System anzupassen sowie kurzfristig st\u00e4rkere Schwankungen der Bedingungen abzupuffern. Die potentiell h\u00f6here Diversit\u00e4t von \u00f6kologisch gez\u00fcchteten Sorten steigert diese Anpassungsf\u00e4higkeit&#8221;, erkl\u00e4rt Backes.<\/p>\n<p>Im Labor macht Backes gezielt genetische Ressourcen durch ihre Charakterisierung f\u00fcr die Z\u00fcchtung nutzbar. Am Beispiel Dinkel, Roggen, Hafer und wildem Weizen analysiert er derzeit, wie genetisch divers und somit wertvoll bestimmte Gruppen von Sorten sind. Die Diagnose genetischer Marker hilft, neue Kreuzungen zu planen. Backes kristallisiert heraus, welche Eigenschaften mit welchen Gen-Allelen verkn\u00fcpft sind, erkennt dadurch beispielsweise, welche Gene f\u00fcr Resistenzen verantwortlich sind. Dieses Wissen stellt er den Z\u00fcchtern zur Verf\u00fcgung, die dadurch sehen, welche Kreuzungspartner sich am besten eignen, wenn die am Ende des Z\u00fcchtungsprozesses stehende Sorte die erw\u00fcnschten Eigenschaften haben soll. Mit Gentechnik, bei der Gene von einer Art zu einer anderen \u00fcbertragen werden, hat die Kasseler Forschung nichts zu tun. Die Gen-Untersuchungen dienen nur der Diagnose. So l\u00e4sst sich beispielsweise auch langfristig beobachten, welche genetischen Ver\u00e4nderungen Z\u00fcchtungen verursachen.<\/p>\n<p>Backes arbeitet zuk\u00fcnftig eng mit Z\u00fcchtern zusammen. Er widmet sich Problemen, die sich f\u00fcr Bioz\u00fcchter oder aber konventionelle Z\u00fcchter, die f\u00fcr den \u00d6kolandbau arbeiten, ergeben. Die enge Zusammenarbeit mit Z\u00fcchtern soll sicherstellen, dass die Projektergebnisse den Weg in die Praxis finden. Neben der Charakterisierung genetischer Ressourcen will Backes sich zun\u00e4chst zwei anstehenden Projekten widmen: Er erforscht, wie man Ackererbsen mithilfe n\u00fctzlicher Begleitpilze vor Krankheiten sch\u00fctzen kann. Au\u00dferdem besch\u00e4ftigt er sich weiterhin verst\u00e4rkt mit Getreide &#8211; wie mit der Charakterisierung und Nutzung komplexer Weizensorten.<\/p>\n<p><strong>Kontakt<br \/>\n<\/strong>Prof. Dr. Gunter Backes<br \/>\nUniversit\u00e4t Kassel<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/fb11agrar\/en\/sections\/fachgebiet-oekologische-pflanzenzuechtung-und-agrarbiodiversitaet-dach\/oekologische-pflanzenzuechtung-und-agrarbiodiversitaet\/home.html\" target=\"_blank\">Fachgebiet \u00d6kologische Pflanzenz\u00fcchtung und Agrarbiodiversit\u00e4t<\/a><br \/>\nTel.: 05542-981140<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:gbackes@uni-kassel.de\" target=\"_blank\">gbackes@uni-kassel.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die EU bald einen neuen Genmais zul\u00e4sst, wird immer wahrscheinlicher. Pflanzen widerstandsf\u00e4hig zu machen, geht aber auch ohne Gentechnik &#8211; so der Anspruch von Bioz\u00fcchtern. 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