{"id":20132,"date":"2014-04-29T03:00:27","date_gmt":"2014-04-29T01:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20132"},"modified":"2014-04-28T15:38:30","modified_gmt":"2014-04-28T13:38:30","slug":"2013-mit-mengen-und-umsatzruckgangen-enttauschend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/2013-mit-mengen-und-umsatzruckgangen-enttauschend\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichische Zellstoff- und Papierindustrie: 2013 mit Mengen- und Umsatzr\u00fcckg\u00e4ngen entt\u00e4uschend"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>2013 &#8211; ein Jahr gro\u00dfer Herausforderungen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Produktions- und Umsatzr\u00fcckgang um mehr als 3 Prozent<\/strong><\/li>\n<li><strong>Schwacher Verbrauch der graphischen Papiere<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kritische Holzversorgung als Folge fehlgeleiteter F\u00f6rderpolitik<\/strong><\/li>\n<li><strong>Realisierung gro\u00dfer Projekte bei insgesamt geringen Investitionen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Forderung nach Abkehr von industriefeindlicher Rohstoff- und Energiepolitik<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h3>R\u00fcckgang von Produktion, Absatz und Umsatz<\/h3>\n<p>Bei ihrer Pressekonferenz legte Austropapier wenig erfreuliche Zahlen f\u00fcr die heimische Zellstoff- und Papierindustrie zum Jahr 2013 vor. \u201eDer Produktionsr\u00fcckgang von 3,3 Prozent auf 4,8 Millionen Tonnen ging mit einem fast ebenso hohen Absatz- und Umsatzr\u00fcckgang einher. Auch die Ergebnislage kann als Folge der hohen Rohstoff- und Energiekosten nicht wirklich befriedigen\u201c, bedauerte Wolfgang Pfarl, Pr\u00e4sident von Austropapier, in seinem Einleitungsstatement.<\/p>\n<h3>Starke Weltmarkstellung \u00fcberdeckt Nachfrageschw\u00e4che<\/h3>\n<p>Vom Rekordjahr 2006 und dem damaligen Papier-Produktionsrekord von 5,2 Millionen Tonnen ist die heimische Industrie mit einem Aussto\u00df von 4,8 Millionen Tonnen weiter entfernt denn je. Bei den graphischen Papieren, deren Verbrauch durch die enorme und weltweite Verbreitung der elektronischen Medien r\u00fcckl\u00e4ufig ist, war ein R\u00fcckgang um minus 3,6 Prozent zu verzeichnen, wobei allerdings das Absatzvolumen im Bereich Zeitungspapiere umgekehrt leicht anstieg. Hygienepapier, Spezialpapiere und D\u00fcnn- und technische Papiere sind stabil geblieben, w\u00e4hrend die Verpackungspapiere um 3,6 Prozent zur\u00fcckfielen, was sich allerdings zur G\u00e4nze aus der Schlie\u00dfung der Wellpappepapier-Fabrik Hamburger in Frohnleiten erkl\u00e4rt. Die Zellstoffproduktion erreichte im Berichtsjahr 2,2 Millionen Tonnen und war damit um minus 2,0 Prozent unter dem Vorjahr.<\/p>\n<p>Angesichts r\u00fcckl\u00e4ufiger Verbr\u00e4uche, insbesondere der graphischen Papiere (in \u00d6sterreich minus 4,5 Prozent) war und bleibt der Export sowohl in Tonnen wie in Euro erfolgsentscheidend. Vom Gesamtumsatz der Branche von 3,9 Milliarden Euro entfallen 87 Prozent auf das Auslandsgesch\u00e4ft. Mit dieser hohen Exportquote z\u00e4hlt \u00d6sterreich weiterhin zu den st\u00e4rksten Anbietern auf den Weltm\u00e4rkten und st\u00fctzt den \u00f6sterreichischen Au\u00dfenhandel in durchaus beachtlicher Weise. Leider wird diese starke Stellung im Ausland durch tendenziell schwieriger werdende Rahmenbedingungen f\u00fcr die heimischen Standorte unterlaufen. Konsequentes Kostenmanagement wird auf Dauer den Auftrieb der kritischen Faktorkosten, insbesondere f\u00fcr Holz, Energie und Arbeit, nicht ausgleichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Investitionen als Bekenntnis zum Standort \u00d6sterreich<\/h3>\n<p>Im l\u00e4ngerfristigen Vergleich liegen die Investitionen 2013 mit 140 Millionen Euro auf niedrigem Niveau. G\u00e4be es nicht zwei Gro\u00dfprojekte, einen neuen Laugenkessel in Frantschach und die Papiermaschine 2 f\u00fcr Spezialpapier in P\u00f6ls, w\u00fcrden die f\u00fcr diese Darstellung verbleibenden Energie-, Umwelt- und Ersatzinvestitionen ein Menetekel f\u00fcr unsere Industrie sein. \u201eF\u00fcr die Papierindustrie bedeutet Stillstand R\u00fcckschritt!\u201c erkl\u00e4rt Mark Lunabba, Vorstand der Laakirchen Papier AG: \u201eWer im globalen Wettbewerb mit dabei und m\u00f6glichst obenauf bleiben will, Absatz und damit Auslastung sichern und gute Ergebnisse einfahren m\u00f6chte, der braucht hohe Performance in Produktion, Qualit\u00e4t und Logistik und muss auf dem Stand der Technik sein. Das ist gleichbedeutend mit permanentem Re-Investment, nicht in zwangsl\u00e4ufig immer gr\u00f6\u00dfere Kapazit\u00e4ten, unbedingt aber verbesserte Technologien!\u201c. Lunabba weist darauf hin, dass Konzerne in den vergangenen Jahren leider eher im Ausland investieren, was nicht zuletzt auf die hohen inl\u00e4ndischen Faktorkosten und ung\u00fcnstige Rahmenbedingungen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden muss.<\/p>\n<h3>Gefahr der De-Industrialisierung<\/h3>\n<p>Max Oberhumer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Sappi Austria Produktions-GmbH &amp; Co KG, f\u00fchrt aus: \u201eEines der gr\u00f6\u00dften Probleme, mit denen wir als Branche zur Zeit k\u00e4mpfen, ist die Auswirkung des \u00d6kostromgesetzes auf unseren Rohstoffbedarf, auf das Holz. Durch die F\u00f6rderung der Verbrennung von Holz wird uns dieser Prim\u00e4r-Rohstoff so weitgehend entzogen, dass langfristig daraus eine ernsthafte Gef\u00e4hrdung einzelner Standorte unserer Industrie entsteht.\u201c Tats\u00e4chlich mussten 2013 mangels Inlandslieferungen von Rundholz und Hackschnitzel mehr als 40 Prozent des Gesamtbedarfs importiert werden, davon rund 25 Prozent aus weit entfernten L\u00e4ndern, teilweise sogar aus \u00dcbersee. Die Industrie verlangt die \u00dcberarbeitung des \u00d6kostromgesetzes, dabei vor allem die Umstellung der F\u00f6rderungen auf Investitionshilfen statt in ausufernde Gr\u00fcnstromtarifierung, und ein definitives Stop f\u00fcr weitere Gro\u00dfkraftwerke auf Biomassebasis. Die kaskadische Nutzung von Holz, n\u00e4mlich stoffliche vor thermischer Verwertung, schafft auch volkswirtschaftlich einen nachweislich viel h\u00f6heren Nutzen.<\/p>\n<h3>Nachhaltigkeit und Verantwortung<\/h3>\n<p>Die Industrie warnt vor j\u00fcngst ausgegebenen, noch ehrgeizigeren klimapolitischen Vorstellungen der EU-Kommission, wobei ein angepeiltes CO<sub>2<\/sub>-Reduktionsziel von 40 Prozent bis 2030 eine weitere Reduktion von 25 Prozent in nur 10 Jahren verlangen w\u00fcrde, was technologisch unrealistisch ist.<\/p>\n<p>Hingegen hat sich \u00d6sterreichs Papierindustrie in das europ\u00e4ische Projekt \u201eRoadmap 2050\u201c aktiv eingebracht und nimmt die langfristige Ausrichtung auf eine \u201eLow-Carbon-Industry\u201c ernst. Um ehrgeizige Ziele \u2013 80 Prozent-Abbau des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes bis 2050 \u2013 auch tats\u00e4chlich erreichbar zu machen, sind aber unterst\u00fctzende politische Rahmenbedingungen erforderlich, nicht zuletzt um \u201ebreak through technologies\u201c am Standort Europa zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><br \/>\nAustropapier \u2013 Vereinigung der \u00d6sterreichischen Papierindustrie<br \/>\nDI Ilse Dostal-Wanivenhaus<br \/>\nTel. 01-58886-209<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:dostal@austropapier.at\" target=\"_blank\">dostal@austropapier.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2013 &#8211; ein Jahr gro\u00dfer Herausforderungen Produktions- und Umsatzr\u00fcckgang um mehr als 3 Prozent Schwacher Verbrauch der graphischen Papiere Kritische Holzversorgung als Folge fehlgeleiteter F\u00f6rderpolitik Realisierung gro\u00dfer Projekte bei insgesamt geringen Investitionen Forderung nach Abkehr von industriefeindlicher Rohstoff- und Energiepolitik R\u00fcckgang von Produktion, Absatz und Umsatz Bei ihrer Pressekonferenz legte Austropapier wenig erfreuliche Zahlen f\u00fcr [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[3677],"class_list":["post-20132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-austropapier"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20132\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20132"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=20132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}