{"id":20114,"date":"2014-04-28T03:00:21","date_gmt":"2014-04-28T01:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=20114"},"modified":"2014-04-27T08:46:48","modified_gmt":"2014-04-27T06:46:48","slug":"neue-informationen-zu-deutschen-agrarflachen-via-satellit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-informationen-zu-deutschen-agrarflachen-via-satellit\/","title":{"rendered":"Neue Informationen zu deutschen Agrarfl\u00e4chen via Satellit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Julius K\u00fchn-Institut (JKI) ist am Nationalen Copernicus-Vorhaben mit zwei Forschungsprojekten beteiligt. Ziel des einen Projekts ist es, Ernteertr\u00e4ge regional aus dem Weltall abzusch\u00e4tzen. Das zweite Projekt kartiert mit Hilfe der Satellitendaten besondere \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen in den Agrarfl\u00e4chen. Im Rahmen des \u201eNationalen Forums f\u00fcr Fernerkundung und Copernicus\u201c moderierte das JKI die zwei Workshops zur Landwirtschaft und stellte eigene Aktivit\u00e4ten und Forschungen in diesem Bereich vor. Das Forum fand vom 8. &#8211; 10. April 2014 im Ministerium f\u00fcr Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin statt.<\/strong><\/p>\n<p>Mit den beiden Copernicus-Pilotprojekten \u201eRiflE\u201c und \u201eCopernicus 4 EFA\u201c erh\u00e4lt das JKI umfangreiche neue Daten und kann seine langj\u00e4hrige Expertise im Bereich Fernerkundungsaktivit\u00e4ten weiter st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Im Projekt RiflE (Regionale fernerkundliche Erfassung des aktuellen landwirtschaftlichen Ertragspotenzials) wird zum Beispiel das aktuelle Ertragspotenzial f\u00fcr wichtige landwirtschaftliche Kulturen mit Hilfe von Daten der Satelliten gesch\u00e4tzt. Durch einen kombinierten Ansatz aus Satellitenbildern, aktuellen Witterungsdaten des Deutschen Wetterdienstes und Modellans\u00e4tzen sch\u00e4tzen die Experten aus dem JKI zun\u00e4chst den zu erwartenden Ernteertrag teilschlagspezifisch ab. Begonnen wird 2014 mit der Landesfl\u00e4che von Niedersachsen, um die Qualit\u00e4t der Sch\u00e4tzungen, die Verarbeitungsabl\u00e4ufe und die technischen Anforderungen, die f\u00fcr eine bundesweite Ertragsabsch\u00e4tzung notwendig ist, zu evaluieren. Wenn ab 2015 geeignete Copernicus Satelliten verf\u00fcgbar sind, wollen die JKI-Wissenschaftler\/innen die Daten f\u00fcr das zust\u00e4ndige Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) und die \u00d6ffentlichkeit auswerten und kostenfrei zur Verf\u00fcgung stellen. \u201eDas JKI ist schon seit Jahren in zahlreichen Vorbereitungsprojekten f\u00fcr verschiedene Satellitenmissionen aktiv\u201c, sagte Dr. Holger Lilienthal vom JKI-Fachinstitut f\u00fcr Pflanzenbau und Bodenkunde. \u201eMit dem Copernicus Programm k\u00f6nnen wir nun die operationelle Auswertung von Satellitendaten f\u00fcr landwirtschaftliche Fragestellungen vorbereiten.\u201c<\/p>\n<p>Das JKI-Fachinstitut f\u00fcr Strategien und Folgenabsch\u00e4tzung will mit den Copernicus Daten die Landwirtschaft im Bereich des sogenannten \u201eGreening\u201c der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU unterst\u00fctzen. Das Fachinstitut arbeitet seit mehr als 20 Jahren u. a. an der Quantifizierung von Kleinstrukturen im Agrarraum, wie Feldgeh\u00f6lze, Hecken, Felds\u00e4ume oder Kleingew\u00e4sser. Diese Strukturen befinden sich in der Regel am Rand eines Schlags und sind mittlerweile gut durch bestehende Datenbanken am JKI erfasst. In dem Projekt \u201eCopernicus 4 EFA\u201c schaut das JKI aus dem All auf den Ackerschlag. Dabei geht es darum, Handlungsoptionen f\u00fcr die Landwirtschaft zu entwickeln. Dazu geh\u00f6ren z. B. Teilfl\u00e4chen in einer Ackerfl\u00e4che, die weniger ertragreich oder technisch nur schwer zu bewirtschaften sind. Es handelt sich u. a. um trockene Kuppen, arme Sandstandorte, Nassstellen oder st\u00e4ndig wiederkehrende Erosionsrillen. Diese Areale eignen sich aus landwirtschaftlicher Sicht hervorragend f\u00fcr die Einrichtung sogenannter \u00f6kologischer Vorrangfl\u00e4chen (Ecological Focus Areas), wie sie die \u201eGreening\u201c-Ma\u00dfnahmen fordern. \u201eWir sehen einen gro\u00dfen Bedarf f\u00fcr diese Informationen vor allem in Landschaften mit gro\u00dfen Ackerschl\u00e4gen wie in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Die f\u00fcr den Landwirt problematischen Teilfl\u00e4chen stellen als \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen so genannte Biotope mit Inselstruktur dar. Wenn die Lage mehrerer dieser \u201eInseln\u201c zueinander stimmt, sind sie ein wichtiger Beitrag zum Biotopverbund. Sie tragen damit zum Schutz der Biodiversit\u00e4t in Agrarlandschaften bei\u201c, so Burkhard Golla, der Projektleiter am JKI. Partner in diesem Projekt ist die RSS \u2013 Remote Sensing Solutions GmbH, Baierbrunn.<\/p>\n<p>Das Julius K\u00fchn-Institut wird s\u00e4mtliche Ergebnisse kostenfrei \u00fcber Webservices und das Geoportal des JKI der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen \u00fcber die Copernicus-Projekte \u201eRiflE\u201c und \u201eCopernicus 4 EFA\u201c k\u00f6nnen in K\u00fcrze \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.jki.bund.de\" target=\"_blank\">Homepage des JKI<\/a> abgerufen werden.<\/p>\n<p><em><strong>Hintergrundinformation<br \/>\n<\/strong>Copernicus ist ein europ\u00e4isches Erdbeobachtungssystem aus 12 unterschiedlichen Erdbeobachtungssatelliten, das in den n\u00e4chsten sechs Jahren neuartige Daten zur Erdbeobachtung liefern wird. Copernicus ist der neue Name des bisherigen Erdbeobachtungsprogramms GMES (Global Monitoring for Environment and Security). Das Herz von Copernicus sind die Copernicus Dienste. Sechs europ\u00e4ische Kerndienste (darunter der Dienst \u201eLand\u00fcberwachung\u201c) stellen Grundlageninformationen bereit, die f\u00fcr vielf\u00e4ltige Anwendungen weiter verarbeitet werden k\u00f6nnen. Mit Copernicus entsteht eine moderne und leistungsf\u00e4hige Infrastruktur f\u00fcr Erdbeobachtung und Dienstleistungen der Geoinformation. Auch f\u00fcr Deutschland ergeben sich durch Copernicus neue Chancen. Nationale Nutzer sollen von den europ\u00e4ischen Investitionen in Copernicus profitieren. Das Besondere an Copernicus ist, dass die Satellitendaten kostenfrei an alle Nutzer abgegeben werden k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.d-copernicus.de\" target=\"_blank\">www.d-copernicus.de<\/a> bzw. <a href=\"http:\/\/www.copernicus.eu\" target=\"_blank\">www.copernicus.eu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Julius K\u00fchn-Institut (JKI) ist am Nationalen Copernicus-Vorhaben mit zwei Forschungsprojekten beteiligt. 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