{"id":20039,"date":"2014-04-23T02:27:03","date_gmt":"2014-04-23T00:27:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/biowissenschaften-chemie\/pflanzen-gruene-fabriken-der-zukunft.html"},"modified":"2014-04-22T19:58:16","modified_gmt":"2014-04-22T17:58:16","slug":"pflanzen-grune-fabriken-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzen-grune-fabriken-der-zukunft\/","title":{"rendered":"Pflanzen &#8211; Gr\u00fcne Fabriken der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pflanzliche Inhaltstoffe werden seit Jahrtausenden u.a. zur Produktion von Arznei-, Futter- und Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln sowie f\u00fcr die Herstellung von Kosmetika genutzt. Dazu werden Wirkstoffe aus Pflanzen isoliert, extrahiert und angereichert oder ihr Aufbau und ihre Struktur dienen als Bauplan und Vorlage um sie chemisch nachzubauen und industriell herzustellen. Forscher der Abteilung \u201eOrganellenbiologie, Biotechnologie und molekulare \u00d6kophysiologie\u201c um Prof. Dr. Ralph Bock werden zusammen mit Kooperations-Partnern aus dem In- und Ausland neue Wege gehen, um bestimmte pflanzliche Stoffgruppen f\u00fcr die Nutzung in der Medizin, oder als wichtige Nahrungszusatz- oder Erg\u00e4nzungsmittel zu erschlie\u00dfen und ihre Produktion innerhalb der Pflanze zu optimieren.<\/strong><\/p>\n<h3>DISCO von der Entdeckung zum Produkt<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend der Projektlaufzeit werden nicht nur die Stoffwechselwege untersucht, die an der Synthese solcher biologisch aktiven Substanzen beteiligt sind, sondern es werden dar\u00fcber hinaus neue biotechnologische Verfahren entwickelt und angewendet werden, um Pflanzen als Fabrikationsorte verwenden zu k\u00f6nnen. \u201eWenn es uns gelingt Pflanzen als gr\u00fcne Fabriken zu nutzen, so leisten wir damit nicht nur einen Beitrag zur nachhaltigen Produktion, sondern tragen zur Entlastung der Umwelt bei, da auf manche chemische Syntheseverfahren zuk\u00fcnftig verzichtet werden k\u00f6nnte\u201c, \u00e4u\u00dfert sich Prof. Bock enthusiastisch zum Projekt.<\/p>\n<p>Der Begriff DISCO, den man zu aller erst mit einem Tanzlokal f\u00fcr junge Leute verbindet, steht f\u00fcr neue Verfahren zur nachhaltigen Nutzung von Bioressourcen, die von der Entdeckung (DISCOvery) zum Produkt f\u00fchren sollen.<\/p>\n<h3>Nachtschatten- und Schwertliliengew\u00e4chse stellen vielversprechende Bioressourcen dar<\/h3>\n<p>Zwei Pflanzenfamilien erscheinen f\u00fcr die Untersuchungen besonders vielversprechend: Nachtschattengew\u00e4chse wie Kartoffeln, Tomate oder Tabak und Schwertliliengew\u00e4chse zu denen u.a. Safran, eine Krokusart, geh\u00f6rt. Vertreter der beiden Familien enthalten nat\u00fcrlicherweise Verbindungen, die f\u00fcr unterschiedliche industrielle und pharmazeutische Zwecke verwendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eKonkret geht es zun\u00e4chst einmal um die Stoffe Solanesol, Scopolamin und verschiedene Carotinoide\u201c, erl\u00e4utert Ralph Bock den Ansatzpunkt des Projekts. Bei Solanesol handelt es sich um ein Terpenoid, das nat\u00fcrlicherweise in Tabak- und Kartoffelbl\u00e4ttern vorkommt und Krebserkrankungen vorbeugen kann, gegen Arteriosklerose wirksam ist oder auch als Anti-Aging-Mittel eingesetzt wird. Das Alkaloid Scopolamin kommt gleichfalls in Nachtschattengew\u00e4chsen vor und kann Schmerzen stillen und Reisekrankheiten (z.B. Seekrankheit) lindern. Bei den Carotinoiden handelt es sich um eine facettenreiche Gruppe pflanzlicher Farbstoffe, die bei Pflanzen weit verbreitet sind. Sie lassen sich u.a. als Futterzusatzstoff in Aquakulturen, sowie als Lichtschutz f\u00fcr die Haut und zur Vorbeugung gegen Hautalterung einsetzen. Neue Erkenntnisse \u00fcber den Gewinnungsprozess dieser Stoffe k\u00f6nnten auf andere wichtige Vertreter der jeweiligen Stoffgruppe \u00fcbertragen werden und somit auch zu deren Nutzbarmachung f\u00fchren.<\/p>\n<h3>Mit Hilfe von Biotechnologie und modernen Z\u00fcchtungsverfahren zu hochwertigen Produkten f\u00fcr Gesundheit und Sch\u00f6nheit<\/h3>\n<p>Im Projekt werden Methoden des \u201eMetabolic Engineering\u201c eingesetzt und weiterentwickelt, mit deren Hilfe es m\u00f6glich ist, die Produktion erw\u00fcnschter Verbindungen zu erh\u00f6hen, die Bildung unerw\u00fcnschter Stoffe zu reduzieren bzw. zu verhindern oder aber ganze Biosynthesewege von einem Organismus auf einen anderen zu \u00fcbertragen. Die Produktion von Wirkstoffen kann oft besonders effizient in den Chloroplasten der Pflanzen erfolgen. Au\u00dferdem kommen sogenannte molekulare Marker zum Einsatz, um die vielversprechendsten Genkandidaten f\u00fcr die Stoffproduktion schnell und effektiv aufzufinden und f\u00fcr die Weiterzucht zu verwenden.<\/p>\n<h3>DISCO<\/h3>\n<p>Am Projekt DISCO sind insgesamt 15 Kooperationspartner aus sieben L\u00e4ndern beteiligt. Wissenschaftler aus Belgien, Chile, Deutschland, England, Israel, Italien und Rum\u00e4nien arbeiten gemeinsam daran Pflanzen effektiv f\u00fcr die Produktion hochwertiger Wirkstoffe f\u00fcr den menschlichen Bedarf zu nutzen. Das Projekt hat eine Laufzeit von 4 Jahren und wird von der Europ\u00e4ischen Union mit 6,5 Mio. Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts f&uuml;r Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) werden im Rahme&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[5585,413],"class_list":["post-20039","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-european-union","supplier-max-planck-institut-fuer-molekulare-pflanzenphysiologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20039"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20039\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20039"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20039"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20039"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=20039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}