{"id":19996,"date":"2014-04-16T03:06:56","date_gmt":"2014-04-16T01:06:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=19996"},"modified":"2014-04-15T08:32:55","modified_gmt":"2014-04-15T06:32:55","slug":"biotechnologietage-2014-branchentreff-mit-besucherrekord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biotechnologietage-2014-branchentreff-mit-besucherrekord\/","title":{"rendered":"Biotechnologietage 2014: Branchentreff mit Besucherrekord"},"content":{"rendered":"<p>Insgesamt 780 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik fanden am 9. und 10. April den Weg zu den diesj\u00e4hrigen \u201eDeutschen Biotechnologietagen 2014\u201c nach Hamburg \u2013 so viele wie noch nie. Der Branchentreff wird damit seinem Anspruch als Familientreffen immer mehr gerecht. Viele nutzen die Veranstaltung, um Kontakte und Netzwerke zu pflegen. Anwesende Vertreter der Politik versprachen mit neuen Initiativen in der Innovationspolitik, sich der Probleme der Branche zu widmen.<\/p>\n<p>Angesichts des neuen Besucherrekordes zeigten sich die Veranstalter um BIO Deutschland, dem Arbeitskreis der BioRegionen und Gastgeber Life Science Nord rundum zufrieden mit der nunmehr f\u00fcnften Ausgabe des Events in seiner aktuellen Form. Hinrich Habeck, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Life Science Nord, betonte: \u201eHamburg war und ist traditionell ein Warenumschlagplatz. F\u00fcr zwei Tage sind wir gern der Hafen f\u00fcr die Biotechnologie.\u201c Reichlich Gespr\u00e4chsstoff boten die rund 20 parallelen Foren zu Themen wie Immuntherapie, Bio\u00f6konomie, Technologietransfer oder Marktzugang. Das Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) nutzte die \u201eDeutschen Biotechnologietage 2014\u201c, um Ergebnisse aus der Projektf\u00f6rderung zu pr\u00e4sentieren. Insgesamt 32 Projektleiter \u2013 verteilt \u00fcber vier thematisch unterschiedliche Symposien \u2013 berichteten \u00fcber Ergebnisse aus der Pflanzenz\u00fcchtung, der Verfahrenstechnik, von neuen Plattformtechnologien und therapeutischen sowie diagnostischen Ans\u00e4tzen. So wurde von Forschern um Hans-Peter Mock des IPK in Gatersleben zum Beispiel ein Verfahren vorgestellt, um Biokraftstoffe aus Wolfsmilch herzustellen \u2013 eine gen\u00fcgsame Pflanze, die auch auf kargen B\u00f6den w\u00e4chst.<\/p>\n<h3>Mit Eiwei\u00dfen aus Fischen das Auftauen von Eis verhindern<\/h3>\n<p>Als Gastgeber setzten Schleswig-Holstein und Hamburg thematische Akzente bei mariner Biotechnologie und Medizintechnik. Dies war nicht nur in der Begleitausstellung deutlich sichtbar \u2013 hier war u.a. die Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Marine Biotechnologie sehr pr\u00e4sent \u2013 sondern auch im Programm. So stellte u.a. der niederl\u00e4ndisch-britische Konzern Unilever diverse marinbasierte Ans\u00e4tze vor: Etwa ein aus Fischen stammendes Anti-Freeze-Protein, das bei Eis daf\u00fcr sorgt, dass es sich auch bei schwankenden Temperaturbedingungen l\u00e4nger h\u00e4lt. \u201eDies ist insbesondere f\u00fcr unsere Eissorten relevant, die wir in Asien und S\u00fcdamerika verkaufen\u201c, sagte Dietmar Lang, Biotechprojektleiter bei Unilever. F\u00fcr alle Forschenden im Umfeld der \u201ablauen\u2019 Biotechnologie gab es zudem die Ank\u00fcndigung einer ersten Ausschreibung im gerade gestarteten europ\u00e4ischen Forschungsnetzwerk ERA-NET marine Biotechnologie, die noch f\u00fcr diesen Sommer erwartet wird.<\/p>\n<h3>Norden will in Life Sciences investieren<\/h3>\n<p>Aber auch die Schnittstelle zwischen Biotechnologie und Medizintechnik wurde in einer Session beleuchtet. Hans-Peter Bruch vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen zeigte sich begeistert: \u201eWenn es tats\u00e4chlich gelingt, rekombinante Proteine und damit ihre medizinische Wirksamkeit als Beschichtung auf Implantaten zu integrieren, dann w\u00e4re das ein faszinierender Ausblick.\u201c Von Seiten der Landesregierung in Schleswig-Holstein sollen die Life Science Aktivit\u00e4ten in der Region weiter gest\u00e4rkt werden. Ein Masterplan befindet sich derzeit in Arbeit, wie Landeswirtschaftsminister Ralph M\u00fcller-Beck auf den Biotechnologietagen berichtete. \u201eGerade mit Blick auf unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit m\u00fcssen wir die Axt sch\u00e4rfen und k\u00fcnftig st\u00e4rker investieren\u201c, sagte er und betonte: \u201eDas ist kein Modetrend.\u201c<\/p>\n<h3>Hei\u00df diskutiert: die Finanzierungssituation<\/h3>\n<p>Mit Blick auf die neuesten Branchenzahlen (mehr&#8230;) lag das Thema Finanzierung wie \u00fcblich hoch im Kurs: Befinden sich die Firmen hierzulande nur im \u00dcberlebensmodus und verlieren zunehmend an Wettbewerbsf\u00e4higkeit? Siegfried Bialojan von EY zeichnete ein eher d\u00fcsteres Bild: Deutschland habe im internationalen Vergleich zu wenig Medikamentenentwickler, die Finanzierung der Firmen werde nur von wenigen Investoren gestemmt und auch an der B\u00f6rse gebe es zu wenige Erfolgsgeschichten. Unter den Biotech-Entrepreneuren war die Stimmung gemischt. W\u00e4hrend die einen neidisch auf den neuen Biotech-B\u00f6rsenboom in den USA schauen und darauf hoffen, dass sich dieser Aufw\u00e4rtstrend auch in Deutschland irgendwann zeigt, pl\u00e4dierten andere f\u00fcr ein deutsches Modell, das vor allem mit Blick auf das sogenannte \u201aValley of death\u2019 bessere Finanzierungsm\u00f6glichkeiten bzw. Anreize f\u00fcr Investoren schafft. F\u00fcr neue Hoffnung sorgten Vertreter der Politik. So k\u00fcndigte Georg Sch\u00fctte, Staatssekret\u00e4r im Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF), spontan eine neue Initiative an, um Verbesserungen im Kapitalmarkt auszuloten. \u201eWir haben gerade hier die Idee f\u00fcr einen neuen interministeriellen Dialog mit dem Wirtschafs- und Finanzministerium geboren\u201c, sagte Sch\u00fctte. Sven Halldorn, Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundeswirtschaftsministerium, berichtete \u00fcber ein industriepolitisches Innovationskonzept seines Hauses, das noch vor der Sommerpause pr\u00e4sentiert werden soll und betonte: \u201eWir trauen uns inzwischen, Biotechnologie als Leitmarkt zu bezeichnen.\u201c Lutz Stroppe, Staatssekret\u00e4r im Bundesgesundheitsministerium, wiederum stellte Pl\u00e4ne f\u00fcr einen neuen \u201ePharmadialog\u201c der Regierung vor.<\/p>\n<h3>Innovationspreis f\u00fcr Imfpstoffverbesserung<\/h3>\n<p>Wie jedes Jahr wurden die Biotechnologietage aber auch zum Geld verteilen genutzt. Neben den neuen Preistr\u00e4gern im BMBF-Gr\u00fcndungswettbewerb GO-Bio (mehr&#8230;) wurde der mit jeweils 2.000 Euro dotierte Innovationspreis (mehr&#8230;) der BioRegionen an drei Forscherteams verliehen. Der erste Preis ging an Wilfried Weber, Professor f\u00fcr synthetische Biologie an der Universit\u00e4t Freiburg. Er hat ein Wirkstoffdepot entwickelt, durch das ein Impfstoff \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum im K\u00f6rper gelagert und durch eine Tablette aktiviert werden kann. \u201eImpfungen ben\u00f6tigen oft mehrere Injektionen, bevor sie ihren vollen Schutz entfalten. Die daf\u00fcr n\u00f6tigen Arztbesuche sind in Entwicklungsl\u00e4ndern sehr schwer zu koordinieren und in der westlichen Welt werden sie von Patienten als zeitraubend und l\u00e4stig empfunden\u201c, erkl\u00e4rt Weber den Hintergrund seines Ansatzes. \u201eImpfungen werden daher h\u00e4ufig nicht planm\u00e4\u00dfig abgeschlossen. Das ist schlecht f\u00fcr den Therapieerfolg und teuer f\u00fcr das Gesundheitssystem.\u201c<\/p>\n<h3>Zeit zum Netzwerken<\/h3>\n<p>Ob Forscher, Unternehmer oder Regionalmanager \u2013 die Biotechnologietage erwiesen sich erneut als wichtiger Branchentreff. Neben den vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) war in diesem Jahr die Pharmaindustrie stark vertreten. Hubert Haag von Sanofi warb zum Beispiel intensiv f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere KMU-Beteiligung bei der europ\u00e4ischen Innovative Medicines Initiative (IMI). Inzwischen gingen fast 20% der F\u00f6rdergelder an KMUs, es k\u00f6nnte aber noch deutlich mehr sein. Andere wiederum nutzten die Veranstaltung zum Netzwerken. \u201eF\u00fcr die Kontaktpflege bieten die Biotechnologietage ein gutes Umfeld\u201c, sagte Holger Schwarz von der Merck KGaA. Ein positives Fazit zog auch Viola Bronsema, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von BIO Deutschland: \u201eDie Vielzahl an Besuchern verdeutlicht die zunehmende Relevanz der Veranstaltung f\u00fcr die Branche.\u201c Die Messlatte f\u00fcr die n\u00e4chsten Biotechnologietage sind nun hoch: Sie sollen am 22. und 23. April in K\u00f6ln stattfinden. \u201eWir wollen die 800-Marke bei den Teilnehmern knacken\u201c, zeigte sich Bernward Garthoff von der dann gastgebenden Bioregion BIO.NRW k\u00e4mpferisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insgesamt 780 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik fanden am 9. und 10. April den Weg zu den diesj\u00e4hrigen \u201eDeutschen Biotechnologietagen 2014\u201c nach Hamburg \u2013 so viele wie noch nie. Der Branchentreff wird damit seinem Anspruch als Familientreffen immer mehr gerecht. Viele nutzen die Veranstaltung, um Kontakte und Netzwerke zu pflegen. 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