{"id":19970,"date":"2014-04-14T03:18:36","date_gmt":"2014-04-14T01:18:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=19970"},"modified":"2014-04-12T10:21:53","modified_gmt":"2014-04-12T08:21:53","slug":"weltweiter-agrarhandel-kann-wasserstress-mindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/weltweiter-agrarhandel-kann-wasserstress-mindern\/","title":{"rendered":"Weltweiter Agrarhandel kann Wasserstress mindern"},"content":{"rendered":"<p><strong>18.03.2014 &#8211; Durch den internationalen Handel von Agrarg\u00fctern wurde 2005 Wasser im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar eingespart, so zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung. Der Handel mit Nahrungsmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion ist auch ein Handel mit virtuellem Wasser &#8211; dem Wasser, das w\u00e4hrend der Produktion verbraucht wird. Der Verbrauch h\u00e4ngt dabei stark von den klimatischen Bedingungen in der Produktionsregion ab: F\u00fcr ein Kilo Getreide werden in Marokko etwa 2700 Liter Wasser aufgewendet, w\u00e4hrend die gleiche Menge Getreide in Deutschland mit nur 520 Litern Wasser hergestellt werden. Die Wissenschaftler haben den Einfluss des Welthandels auf regionale Wasserknappheit untersucht und herausgefunden: Nicht die Menge des verbrauchten Wassers an sich ist entscheidend, sondern der Ursprung des Wassers. W\u00e4hrend Teile Indiens oder des Mittleren Ostens Wasserknappheit durch den Import von Agrarg\u00fctern vermindern k\u00f6nnen, verst\u00e4rken L\u00e4nder in S\u00fcdeuropa ihre Wasserknappheit durch den Export.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAuf die Landwirtschaft gehen 70 Prozent unseres weltweiten Wasserverbrauchs zur\u00fcck, der potenzielle Einfluss auf lokale Wasserknappheit ist deshalb enorm\u201c, sagt Leitautorin Anne Biewald. Die Menge des verbrauchten Wassers w\u00e4hrend des gesamten Produktionsprozesses von Nahrungsmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion wird durch das Konzept des virtuellen Wassers erfasst. Bislang basierte das Konzept jedoch lediglich auf nationalen oder globalen Mittelwerten, statt die regionale Wassersituation zu ber\u00fccksichtigen. \u201eUnsere Studie zeigt, dass es nicht um die Menge des Wassers an sich geht, sondern darum, ob durch die Produktion von Lebensmitteln Wasserreserven in wasserknappen Regionen angegriffen oder geschont werden.\u201c<\/p>\n<p>Durch kombinierte Simulationen des Wasserverbrauchs im Pflanzenanbau und agrar\u00f6konomischer Land- und Wassernutzung konnten die Forscher erstmals die positiven wie negativen Folgen des internationalen Handels von Getreide und Pflanzen, Vieh und Futtermitteln f\u00fcr die Wasserknappheit ermitteln. Um gro\u00dfen L\u00e4ndern wie Indien oder den USA mit unterschiedlichen Klimazonen und damit zusammenh\u00e4ngender unterschiedlicher Wasserverf\u00fcgbarkeit und Wasserproduktivit\u00e4t gerecht zu werden, wurde der Effekt des Handels auf regionaler Ebene untersucht, w\u00e4hrend bislang nur nationale Durchschnittswerte f\u00fcr diese L\u00e4nder herangezogen werden konnten. \u201eLokale Wasserknappheit wird durch den Import von Agrarg\u00fctern reduziert und kann deshalb regionale Produktion vor allem in Teilen von Indien, Marokko, \u00c4gypten und Pakistan einsparen. Gleichzeitig wird Wasserknappheit in Teilen der T\u00fcrkei, Spaniens, Portugals, Afghanistans und der USA durch Exporte weiter versch\u00e4rft\u201c, sagt Biewald. Obwohl allein Europa virtuelles Wasser in Agrarg\u00fctern im Wert von 3,2 Milliarden US-Dollar exportiert, sorgt der internationale Handel insgesamt f\u00fcr Wassereinsparungen im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Die Studie am Beispiel des Jahrs 2005 macht deutlich, wie gro\u00df der potenzielle Einfluss des Handels auf die Agrarproduktion ist. Durch den Handel und die regional unterschiedliche Effizienz der Viehzucht werden insgesamt weniger Agrarg\u00fcter auf weniger Fl\u00e4che produziert: ein Kilo Rindfleisch kann etwa in den USA mit deutlich weniger Futteraufwand produziert werden als in Afrika &#8211; es kann deshalb \u00f6konomischer sein, wenn sich bestimmte Regionen auf bestimmte G\u00fcter und ihren Export spezialisieren. \u201eIm Gegensatz zur \u00f6ffentlichen Wahrnehmung haben der globale Handel mit Nahrungsmitteln aus landwirtschaflicher Produktion und die damit verbundenen Bewegungen virtuellen Wassers tats\u00e4chlich das Potenzial, Wasserstress zu lindern, und den globalen Wasserverbrauch effizienter zu machen\u201c, sagt Ko-Autor Hermann Lotze-Campen. \u201cWenn es um die Umsetzung von Politikinstrumenten mit Bezug auf den Welthandel geht &#8211; etwa die Liberalisierung des Handels, Handelshemmnisse oder Agrarsubventionen \u2013 m\u00fcssen Entscheidungstr\u00e4ger auch die indirekten Effekte auf die Wasserverf\u00fcgbarkeit mit ber\u00fccksichtigen. Den internatonalen Handel mit regionaler Wasserknappheit zu verkn\u00fcpfen kann ein wichtiger Beitrag sein, um diese Diskussion voranzubringen\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>(<strong>Artikel:<\/strong> Biewald, A., Rolinski, S., Lotze-Campen, H., Schmitz, C., Dietrich, J.P (2014): Valueing the impact of trade on local blue water. Ecological Economics, Volume 101 [10.1016\/j.ecolecon.2014.02.003])<\/em><\/p>\n<p><strong>Link zum Artikel<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0921800914000391\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0921800914000391<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18.03.2014 &#8211; Durch den internationalen Handel von Agrarg\u00fctern wurde 2005 Wasser im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar eingespart, so zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung. 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