{"id":19871,"date":"2014-04-08T03:00:14","date_gmt":"2014-04-08T01:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2014\/140404-hannover-messe.html"},"modified":"2014-04-06T08:12:13","modified_gmt":"2014-04-06T06:12:13","slug":"neue-nutzungskonzepte-fur-biomasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-nutzungskonzepte-fur-biomasse\/","title":{"rendered":"Hannover Messe 2014: Neue Nutzungskonzepte f\u00fcr Biomasse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fraunhofer UMSICHT ist im Rahmen der Hannover Messe 2014, vom 7. bis 11. April, auf drei Messest\u00e4nden vertreten. Das Oberhausener Forschungsinstitut zeigt mit dem Konzept Biobatterie und dem Innovationscluster Bioenergy Aktivit\u00e4ten zur dezentralen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Ebenso werden neue umweltfreundliche Trennverfahren zur Aufbereitung von Fl\u00fcssigkeiten thematisiert. Den Messeauftritt komplettieren wird die Pr\u00e4sentation zukunftsf\u00e4higer Produktl\u00f6sungen nach Vorbildern aus der Natur.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_19900\" aria-describedby=\"caption-attachment-19900\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19900 \" alt=\"TCR-Produkte-160.1396596868631\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/TCR-Produkte-160.1396596868631.jpg\" width=\"160\" height=\"120\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19900\" class=\"wp-caption-text\">Beim thermo-katalytischen Reforming werden organische Reststoffe zu \u00d6l, Gas und Biokoks gewandelt.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die stoffliche und energetische Biomassenutzung wird k\u00fcnftig einen wichtigen Beitrag zur Deckung des weltweiten Rohstoff- und Energiebedarfs einnehmen. Am Messestand der Fraunhofer-Allianz Energie (Halle 13, Stand C10) wird \u00fcber den Fraunhofer-Innovationscluster Bioenergy informiert, der \u00ad\u2013 neben der Behandlung trockener \u2013 vor allem nasse und lignocellulosehaltige Biomasse betrachtet. Es sollen mobil und dezentral einsetzbare Technologien bereitgestellt werden, um aus lignocellulosehaltiger und\/oder feuchter Biomasse sowie entsprechenden Reststoffen lager- und transportf\u00e4hige Zwischenprodukte wie Pflanzenkohlen, Pyrolyse\u00f6l, getrocknete bzw. entw\u00e4sserte Biomasse als Energietr\u00e4ger oder zur weiteren stofflichen Nutzung herzustellen. M\u00f6gliche Einsatzstoffe sind Stroh, Bio- und Gr\u00fcnabf\u00e4lle oder Produktionsreste aus der Lebensmittelindustrie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_19901\" aria-describedby=\"caption-attachment-19901\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19901 \" alt=\"Radula-Replika_160.1396596868631\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Radula-Replika_160.1396596868631.jpg\" width=\"160\" height=\"120\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19901\" class=\"wp-caption-text\">Radulareplikat, aufgenommen mit einem Rasterelektronenmikroskop<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um L\u00f6sungen zur nachhaltigen Verwertung biogener Reststoffe geht es auch beim Konzept Biobatterie des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg. Durch ein mehrstufiges thermo-chemisches Verfahren werden beim thermo-katalytischen Reforming (TCR) verschiedenste organische Abf\u00e4lle wie Agrarr\u00fcckst\u00e4nde, Kl\u00e4rschl\u00e4mme und Recyclingabf\u00e4lle aus der Papierindustrie in \u00d6l, Gas und Biokoks umgewandelt. Die TCR-Anlagen wandeln in einem robusten und kontinuierlichen Prozess \u00fcber 75 Prozent des Energieeinsatzes in qualitativ hochwertige Energietr\u00e4ger um. F\u00fcr den so produzierten Biokoks ist eine stoffliche Nutzung als Bodenverbesserer vorstellbar. Durch eine hohe Kapitaleffizienz ist der dezentrale Einsatz von semimobilen Einheiten m\u00f6glich. Ein erstes gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr den TCR-Prozess in Deutschland stellen die zahlreichen Biogasanlagen dar.<\/p>\n<h3>Sauberes Trinkwasser mit optimierten Separationsprozessen<\/h3>\n<p>Filtrationsverfahren k\u00f6nnen durch die gezielte Trennung von Stoffstr\u00f6men in einzelne, wiederverwertbare Komponenten nicht nur Wasserkreisl\u00e4ufe schlie\u00dfen, Abwasser reinigen und Wasser in Trinkwasserqualit\u00e4t \u00fcberf\u00fchren, auch eignen sie sich zur Wertstoffr\u00fcckgewinnung. Fraunhofer UMSICHT entwickelt neuartige Mikrosiebe aus Metallen, Edelstahl und Polymeren mit Porendurchmessern von 0,5 bis 50 Mikrometer. Neben der rein mechanischen wird durch Oberfl\u00e4chenbeschichtung eine zus\u00e4tzliche chemische Trennwirkung erzeugt. Dazu werden Mikrosiebe mit bakteriell erzeugten Proteinen (S-Layer-Proteine) beschichtet, die Metalle wie Platin, Palladium und Gold binden k\u00f6nnen. Erwartet werden auch gute Bindungseigenschaften f\u00fcr verschiedene Vertreter der Seltenerdmetalle.<\/p>\n<p>Ein weiteres neues Trennmaterial sind cellulosebasierte, chemisch modifizierte Adsorbenzien, die perfluorierte Tenside (PFT) aus Wasser abtrennen. PFT sind persistent, das hei\u00dft sie werden auf nat\u00fcrlichem Wege nicht abgebaut und lassen sich auch nicht mit den \u00fcblichen Verfahren zerst\u00f6ren. Da sich l\u00e4ngerkettige PFT wie Perfluoroctansulfonat (PFOS) relativ gut mit herk\u00f6mmlicher Aktivkohle entfernen lassen und mittlerweile in der Mehrzahl verboten sind, haben sich die Forscher von Fraunhofer UMSICHT auf die k\u00fcrzerkettigen, hydrophilen Vertreter konzentriert. Hierzu z\u00e4hlt zum Beispiel Perfluorbutansulfons\u00e4ure (PFBS). Die bereits patentierten Adsorbenzien basieren auf Hanfsch\u00e4ben und Holzsp\u00e4nen. Nach Beladung sollen die Adsorbenzien k\u00fcnftig bei hohen Temperaturen verbrannt werden, wodurch auch die PFT in ihre Elemente zerlegt werden und somit keine Belastung mehr f\u00fcr die Umwelt darstellen. Die neuen Trennmaterialien werden am Gemeinschaftsstand des Fraunhofer-Verbunds Produktion (Halle 17, Stand F14) pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<h3>Bionik \u2013 das geniale Ingenieurb\u00fcro der Natur<\/h3>\n<p>Fraunhofer UMSICHT ist mit einem weiteren Thema \u2013 Funktionalisierte Oberfl\u00e4chen nach Vorbildern der Natur \u2013 am Bionik-Gemeinschaftsstand der Akteure der Forschungsgemeinschaft Bionik-Kompetenznetz e.V. (BIOKON; Halle 2, Stand A01) vertreten. Tribologisch optimierte Werkstoffe, funktionale Oberfl\u00e4chen, selbstheilende Polymere und selbstsch\u00e4rfende Schneidwerkzeuge \u2013 in interdisziplin\u00e4ren Forschungsgruppen werden zukunftsf\u00e4hige Produktl\u00f6sungen nach Vorbildern aus der Natur entwickelt. Eingesetzt werden diese in Assistenzsystemen f\u00fcr Gesundheit, Hygiene und Sport, aber auch in der Maschinen- und Werkstofftechnik. Kernziele sind die Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t der Menschen und die St\u00e4rkung der Innovationsf\u00e4higkeit der Wirtschaft. Fraunhofer UMSICHT pr\u00e4sentiert mikrostrukturierte Polymeroberfl\u00e4chen zum effizienteren Abtrag oraler Biofilme. Als Vorbild dient hier die Radula, das charakteristische Mundwerkzeug von Weichtieren. Ebenfalls wird \u00fcber Nanostrukturierung von Polymerfolien zur Verbesserung der Verschlei\u00dfbest\u00e4ndigkeit informiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fraunhofer UMSICHT ist im Rahmen der Hannover Messe 2014, vom 7. bis 11. 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