{"id":19682,"date":"2014-03-25T02:17:04","date_gmt":"2014-03-25T00:17:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/hannover-messe\/hannover-messe-2014-zucker-statt-erdoel.html"},"modified":"2014-03-24T16:36:44","modified_gmt":"2014-03-24T14:36:44","slug":"hannover-messe-2014-zucker-statt-erdol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hannover-messe-2014-zucker-statt-erdol\/","title":{"rendered":"Hannover Messe 2014: Zucker statt Erd\u00f6l"},"content":{"rendered":"<p><strong>So lautet die Devise nicht nur beim Biodiesel, sondern auch bei Isobuten, einem Basis-Stoff der chemischen Industrie. In einer Pilotanlage wollen Forscher diesen Stoff nun erstmals aus Zucker statt aus Erd\u00f6l gewinnen. Und um der Bev\u00f6lkerung die Nahrungsmittel nicht streitig zu machen, soll der Zucker langfristig aus Holz oder Stroh statt aus R\u00fcben stammen. Auf der Hannover Messe \/ IndustrialGreenTec vom 7. bis 11. April in Hannover stellen die Forscher die neuen Aktivit\u00e4ten vor (Halle 6, Stand J18).<\/strong><\/p>\n<p>Plastik, Benzin, Gummi \u2013 viele Dinge unseres t\u00e4glichen Lebens basieren auf Erd\u00f6l. Doch dieser Rohstoff wird zunehmend knapper. Schritt f\u00fcr Schritt sucht man daher nach M\u00f6glichkeiten, statt des Erd\u00f6ls nachwachsende Rohstoffe als Ausgangsmaterial zu verwenden. Ein bekanntes Beispiel ist der Biodiesel, der aus gelb bl\u00fchenden Rapsfeldern stammt statt aus Erd\u00f6lquellen. K\u00fcnftig soll ein weiterer Stoff aus Pflanzen gewonnen werden: Isobuten, eine Basis-Chemikalie der chemischen Industrie, aus der sich Treibstoffe, L\u00f6sungsmittel, Elastomere oder auch Antiklopfmittel im Treibstoff herstellen lassen. Um dieses Isobuten zu erzeugen, nutzt man bald Zucker statt Erd\u00f6l. Im Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna planen die Forscher eine Pilotanlage.<\/p>\n<h3>Wertvolles \u00bbVerdauungsprodukt\u00ab<\/h3>\n<p>Die Basis lieferten Mitarbeiter der Firma Global Bioenergies: Sie haben den einzigartigen Stoffwechsel, also den von Zucker zu Isobuten, in einen Mikroorganismus eingebracht: Gibt man Zucker zu diesem Mikroorganismus, \u00bbverdaut\u00ab er ihn \u2013 heraus kommt gasf\u00f6rmiges Isobuten. F\u00fcr diese Entwicklung und den Aufbau der Pilotanlage erh\u00e4lt Global Bioenergies 5,7 Millionen Euro vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung BMBF. Als Partner holte die Firma das CBP ins Boot. \u00bbWir haben sowohl das Know-how f\u00fcr biotechnologische als auch das f\u00fcr chemische Verfahren \u2013 und erf\u00fcllen alle Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung\u00ab, freut sich Gerd Unkelbach, Leiter des CBP. \u00bbWir k\u00f6nnen beispielsweise Isobuten handhaben: wenn es mit Luft zusammen kommt, bilden sich explosionsf\u00e4hige Gemische\u00ab.<\/p>\n<p>Ab Herbst 2014 ensteht im Technikum des CBP auf 600 Quadratmetern die Pilotanlage, die nach einem Jahr Aufbau einsatzbereit sein soll. Der Ablauf der Prozesse in gro\u00dfem Ma\u00dfstab ist \u00e4hnlich wie im Labor: Zucker und der Mikroorganismus kommen in einen Fermenter, der den Zucker zu gasf\u00f6rmigem Isobuten umsetzt. Das Isobuten wird abgetrennt, aufgereinigt, verfl\u00fcssigt und abgef\u00fcllt. Ist die \u00dcbertragung vom Labor in die Pilotanlage geschafft, soll die Anlage bis zu 100 Tonnen Isobuten pro Jahr produzieren.<\/p>\n<h3>Zucker aus Holz<\/h3>\n<p>Zucker als Rohstoff hat einen gro\u00dfen Vorteil gegen\u00fcber Erd\u00f6l: Er w\u00e4chst nach. Allerdings steht die Isobuten-Herstellung damit in Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie \u2013 denn der Zucker, der in der Pilotanlage landet, geht als Nahrungsmittel verloren. Deshalb wollen die Forscher k\u00fcnftig umsatteln: Weg vom Zucker aus Zuckerr\u00fcben, hin zu Zucker aus nachwachsenden Rohstoffen, die nicht f\u00fcr Lebensmittel geeignet sind, wie beispielsweise Holz.<\/p>\n<p>\u00bbDer Zucker, den wir verwenden, ist somit unabh\u00e4ngig von der Nahrungsmittelproduktion\u00ab, erl\u00e4utert Unkelbach. Die technologische Grundlage daf\u00fcr ist am CPB bereits vorhanden: In der Lignozellulose-Bioraffinerie. Hier spalten die Forscher Holz in seine Bestandteile auf: In Zellulose, also Zucker, Hemizellulosen und Lignin.<\/p>\n<p>Auf der IndustrialGreenTec vom 7. bis 11. April in Hannover, einer Teilmesse der Hannover-Messe, stellen die Forscher die neuartige Pilotanlage vor (Halle 6, Stand J18).<\/p>\n<p>Wissenswertes rund um den Fraunhofer-Auftritt auf der Hannover Messe gibt es auch in unserem <a href=\"http:\/\/fraunhoferhannovermesse.wordpress.com\">Blog<\/a> und auf unserem <a href=\"http:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/veranstaltungen-messen\/messen\/hm2014.html\">Onlineportal<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weg vom Erd&ouml;l &ndash; nachhaltige Rohstoffe sind die Zukunft. 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