{"id":19679,"date":"2014-03-25T02:27:02","date_gmt":"2014-03-25T00:27:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.chemie.de\/news\/147471\/biotechnologische-erschliessung-von-seltenen-erden.html?WT.mc_id=ca0065"},"modified":"2014-03-24T14:33:59","modified_gmt":"2014-03-24T12:33:59","slug":"biotechnologische-erschliesung-von-seltenen-erden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biotechnologische-erschliesung-von-seltenen-erden\/","title":{"rendered":"Biotechnologische Erschlie\u00dfung von Seltenen Erden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zwingenberg und Chemnitz, 19.03.2014 \u2013 das Biotechnologieunter- nehmen BRAIN AG in Zwingenberg und das Bergbauunternehmen Seltenerden Storkwitz AG (SES) aus Chemnitz geben die Ausweitung einer strategischen Kooperation auf dem Gebiet der biotechnologischen Anreicherung von Seltenen Erden bekannt. Die beiden Partner verfolgen das Ziel, Vorkommen Seltener Erden unter Verwendung mikrobiologischer Verfahren nachhaltig zu erschlie\u00dfen. Erste erfolgversprechende Ergebnisse zur Anreicherung konnten bereits mit dem Seltenerden Metall Scandium erzielt und gesichert werden. Die SES verf\u00fcgt \u00fcber die exklusiven Nutzungsrechte an den Ergebnissen. Die Technologie soll nun einer breiten Anwendung zugef\u00fchrt und somit auch an Dritte lizenziert werden.<\/strong><\/p>\n<p>Die Metalle der Seltenen Erden sind allgegenw\u00e4rtig in den Gesteinen der Erdkruste. Sie reichern sich jedoch nur selten in wirtschaftlich interessanten Konzentrationen an. Zudem ist ihre Gewinnung oft mit unerw\u00fcnschten negativen Begleiterscheinungen verbunden, die h\u00e4ufig eine Wirtschaftlichkeit der Projekte in Frage stellen.<\/p>\n<p>BRAIN und SES beschreiten in der Anreicherungs- und der Gewinnungstechnologie nun alternative Wege. In der strategischen Kooperation stellt BRAIN ein umfangreiches \u201eBio-Archiv\u201c aus 30.000 Mikroorganismen zur Verf\u00fcgung. Daraus werden Organismen identifiziert und isoliert, welche die Seltenen Erden spezifisch anreichern k\u00f6nnen. Die Organismensammlung wird laufend erweitert und speist sich unter anderem aus Proben, die der Explorationsarbeit der SES entstammen.<\/p>\n<p>Die ersten, viel versprechenden, gemeinsam erzielten Ergebnisse haben die Parteien dazu bewogen, die strategische Kooperation in Zukunft auszuweiten. Die Partner setzen sich dabei zum Ziel, die bisher erarbeitete Technologie weiter zu verfeinern und zu skalieren. Mit dem neuen biologischen Verfahren erscheint eine Erschlie\u00dfung auch alternativer Seltenerd-Quellen m\u00f6glich. Ein Teil des nun folgenden Forschungsvorhabens wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) bis hin zur Realisierung einer Bio-Mining Pilotanlage gef\u00f6rdert. Die bereits auf dem Seltenerden-Element Scandium erarbeitete Technologie soll kurzfristig, z.B. durch Lizenzvergabe, einer breiten industriellen Nutzung zugef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Dr. J\u00f6rg Reichert, Vorstand der SES AG, stellt fest: \u201eWir freuen uns sehr \u00fcber diesen Erfolg. Die Zusammenarbeit mit BRAIN hat aus unserer Sicht ein besonderes hohes Innovationspotential. Die biotechnologische Erschlie\u00dfung von Metallen ist im Bereich der Seltenen Erden ein Novum. Einen Einsatz auch Abseits der klassischen Seltenerd-Gewinnung, ist sehr gut vorstellbar, beispielsweise um Scandium aus Industrieabf\u00e4llen und Haldenw\u00e4ssern zu gewinnen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit BRAIN.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eMit dem Unternehmen Seltenerden Storkwitz AG haben wir einen strategischen Partner gefunden, der mit uns innovative Wege als Pionier bei der nachhaltigen Erzaufbereitung und der industriellen Gewinnung von Wertelementen einschl\u00e4gt. Das hat uns auch dazu bewogen, eine Beteiligung an dem Bergbauunternehmen SES einzugehen\u201c, betont Dr. Holger Zinke, Vorsitzender des Vorstandes der BRAIN AG. \u201eDiese auf den ersten Blick ungew\u00f6hnliche strategische Kooperation ist ein weiterer Beleg f\u00fcr das Fortschreiten der Biologisierung von Industrien und f\u00fcr die wachsende Bedeutung der Bio\u00f6konomie f\u00fcr unsere Wirtschaft.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIm Zuge der Kooperation haben wir bereits eine Vielzahl von Mikroorganismen identifiziert und charakterisiert, die Seltene Erden direkt aus einer im klassischen Bergbauprozess anfallenden w\u00e4ssrigen L\u00f6sung anreichern k\u00f6nnen. Selbst dann, wenn die Ausgangskonzentration der Metalle in den Erzen sehr niedrig ist, gelingt es uns mit unserer Technologie, die Metalle in wirtschaftlich relevanten Quantit\u00e4ten anzureichern\u201c, freut sich Dr. Guido Meurer, Unit Head Microbial Production und Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung der BRAIN, \u00fcber das erfolgreiche Erreichen der gesetzten Meilensteine.<\/p>\n<p>Die Metalle der Seltenen Erden stellen f\u00fcr viele Hochtechnologieprodukte einen unverzichtbaren, weil kaum substituierbaren Rohstoff dar. Sie sind insbesondere f\u00fcr die Umsetzung der Energiewende \u2013 von Brennstoffzellen \u00fcber energiesparende LED\u2018s bis hin zu Hochleistungsmagneten f\u00fcr Elektromotoren und Windr\u00e4dern unerl\u00e4sslich. Derzeit stammt der \u00fcberwiegende Teil der Seltenen Erden Metalle aus China, das in den vergangenen 30 Jahren ein Monopol auf diese Rohstoffgruppe aufgebaut hat und somit Preis und Verf\u00fcgbarkeit bestimmt. Sowohl die deutsche Bundesregierung als auch die EU-Kommission stufen die Seltenen Erden als strategisch wichtige Metalle ein, deren Versorgungssicherheit geopolitisch gef\u00e4hrdet ist. Auch innerhalb der deutschen Wirtschaft wird die Versorgung mit den Seltenen Erden als kritisch angesehen.<\/p>\n<h3><em>\u00dcber BRAIN<\/em><\/h3>\n<p><em>Die BRAIN AG geh\u00f6rt in Europa zu den technologisch f\u00fchrenden Unternehmen auf dem Gebiet der industriellen \u201ewei\u00dfen\u201c Biotechnologie. Im Rahmen von strategischen Kooperationen identifiziert und entwickelt die BRAIN AG f\u00fcr Industrieunternehmen in der Chemie-, Pharma-, Kosmetik- und Nah- rungsmittelbranche innovative Produkte und L\u00f6sungen auf Basis der in der Natur vorhandenen aber bislang unerschlossenen biologischen L\u00f6sungen. Die aktiven Produktkomponenten ermittelt die BRAIN AG im unternehmenseigenen \u201eBioArchive\u201c, das zu den umfangreichsten Archiven seiner Art geh\u00f6rt. Seit der Unternehmensgr\u00fcndung im Jahr 1993 ist die BRAIN AG \u00fcber 80 strategische Ko- operationen mit nahezu allen relevanten Akteuren der chemischen Industrie eingegangen. Zu den Kooperationspartnern z\u00e4hlen unter anderem BASF, Bayer Schering, Clariant, DSM, Evonik Degus- sa, Henkel, Nutrinova, RWE, Sandoz, S\u00fcdzucker und Symrise. Das Unternehmen besch\u00e4ftigt zur- zeit 114 hoch qualifizierte Mitarbeiter.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fcr ihre wegweisenden Aktivit\u00e4ten zur nachhaltigen \u201eBiologisierung der Chemieindustrie\u201c unter Verwendung des \u201eWerkzeugkastens der Natur f\u00fcr industrielle Prozesse\u201c wurde die BRAIN AG mit ihrem Vorstandsvorsitzenden, Dr. Holger Zinke, 2008 mit dem Deutschen Umweltpreis der Deut- schen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet.<\/em><\/p>\n<h3><em>\u00dcber Seltenerden Storkwitz AG<\/em><\/h3>\n<p><em>Die langfristige Zielsetzung der Seltenerden Storkwitz AG ist es, eine bedeutende Position in der strategischen Rohstoffversorgung Deutschlands einzunehmen. Die 17 Elemente bzw. Metalle der Seltenen Erden finden vor allem in der Hoch- und Umwelttechnologie Verwendung und z\u00e4hlen zu den kritischen Rohstoffen f\u00fcr die deutsche und ausl\u00e4ndische Industrie. Die Entwicklung und Er- schlie\u00dfung verschiedener Rohstoffquellen und die Aufnahme einer Seltenerdenproduktion stehen im Fokus der Aktivit\u00e4ten. Ein weiteres wichtiges Aktivit\u00e4tsfeld der Gesellschaft liegt in der Entwick- lung neuer innovativer Methoden f\u00fcr die Separierung und Darstellung von Seltenen Erden.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRAIN AG und Seltenerden Storkwitz AG geben die Ausweitung einer strategischen Kooperation auf dem &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[736,187,6730],"class_list":["post-19679","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-brain-ag-biotechnology-research-and-information-network-ag","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-seltenerden-storkwitz-ag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19679\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19679"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=19679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}