{"id":19508,"date":"2014-03-10T03:12:03","date_gmt":"2014-03-10T01:12:03","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=19508"},"modified":"2014-03-09T14:36:50","modified_gmt":"2014-03-09T12:36:50","slug":"efi-gutachten-kritisiert-eeg-und-hochschulmedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/efi-gutachten-kritisiert-eeg-und-hochschulmedizin\/","title":{"rendered":"EFI-Gutachten kritisiert EEG und Hochschulmedizin"},"content":{"rendered":"<p>Die sechsk\u00f6pfige Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat zum siebenten Mal ihr Jahresgutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsf\u00e4higkeit Deutschlands vorgelegt. Am 26. Februar wurde die 260-seitige Expertise an Bundeskanzlerin Angela Merkel \u00fcberreicht. Die Kritik der Berater fiel dieses Mal besonders deutlich aus. Ihr Urteil: das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ist \u00fcberfl\u00fcssig, Deutschland in der Hochschulmedizin abgeh\u00e4ngt und das deutsche Forschungssystem f\u00fcr Spitzenforscher zu unattraktiv. Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka widersprachen dieser Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Die mit sechs Forschungs- und Bildungsexperten besetzte Kommission ber\u00e4t seit 2006 die Bundesregierung in technologisch-wissenschaftlichen Zukunftsfragen. Sie gibt der Politik Empfehlungen zu aktuellen Herausforderungen f\u00fcr das deutsche Forschungs- und Innovationssystem. In diesem Jahren geh\u00f6rten zu den Kernthemen: die im EEG geregelte \u00d6kostrom-F\u00f6rderung, Forschung und Innovation in der Hochschulmedizin sowie die Internationale Mobilit\u00e4t von Wissenschaftlern und Erfindern. Auch in ihrem aktuellen Gutachten hat das EFI-Gremium ihre Forderung nach einer steuerlichen FuE-F\u00f6rderung bekr\u00e4ftigt. Die Einf\u00fchrung sei \u201eunerl\u00e4sslich, weil sie vor allem forschungsintensiven KMU, die f\u00fcr die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) eine wichtige Rolle spielen, zugute kommen w\u00fcrde\u201c, argumentieren die Berater.<\/p>\n<h3>EFI fordert Abschaffung des EEG<\/h3>\n<p>Vor allem im Hinblick auf das Erneuerbare Energie Gesetzt (EEG) fiel die Kritik der Kommission in diesem Jahr sehr deutlich aus. \u201eDas EEG hat als zentrales Instrument der deutschen Klima- und Energiepolitik versagt\u201c, urteilen die Berater. Ihr Fazit: Die Regelung mache den Strom teurer, trage aber weder zu mehr Klimaschutz bei, noch habe es zu Innovationen gef\u00fchrt. Aus ihrer Sicht geh\u00f6rt das Gesetz daher abgeschafft. Das f\u00fcr die Energiewende zust\u00e4ndige Bundeswirtschaftsministerium von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) protestiert erwartungsgem\u00e4\u00df: Eine Ministeriumssprecherin weist \u201edie pauschale Kritik des EFI- Gremiums nachdr\u00fccklich zur\u00fcck\u201c. Auch der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) widerspricht dem EFI-Gutachten entschieden. \u201eDie erneuerbaren Energietechnologien weisen zwischen 1991 und 2009 eine Verachtfachung der Patentanmeldungen auf und zeigen damit eine erfreulich hohe technologische Entwicklungsdynamik\u201c, argumentiert der Sprecher des FVEE, Ernst Huenges.<\/p>\n<h3>Hochschulmedizin ungen\u00fcgend<\/h3>\n<p>Auch um den Forschungsstandort Deutschland steht es laut EFI-Gutachten nicht zum Besten. Die Bedingungen f\u00fcr die akademische Forschung seien \u201eern\u00fcchternd\u201c, zudem gebe es insbesondere in der Hochschulmedizin erheblichen strukturellen Reformbedarf, argumentieren die Berater. \u201eDeutschland verf\u00fcgt zwar \u00fcber produktive hoch- schulmedizinische Einrichtungen. Die Qualit\u00e4t der Forschung erreicht allerdings nicht das Niveau internationaler Spitzenstandorte\u201c, hei\u00dft es. Eine vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung (ISI) im EFI-Auftrag durchgef\u00fchrte Analyse zeigt zudem: Egal ob Publikationsintensit\u00e4t, Exzellenzrate oder Forschungsqualit\u00e4t &#8211; im Vergleich zu US-amerikanische Einrichtungen wie der Universit\u00e4t Harvard oder den Instituten in der Region Boston\/Cambridge liegen renommierte deutsche Hochschulklinikstandorte wie T\u00fcbingen, Berlin oder Heidelberg bestenfalls im Mittelfeld, oftmals nur in unteren R\u00e4ngen.<\/p>\n<h3>Spitzenforscher wandern ab<\/h3>\n<p>Die M\u00e4ngelliste der EFI-Experten ist lang: Forschung sei f\u00fcr Mediziner an deutschen Unikliniken oft unattraktiv, Wagniskapital fehle, F\u00f6rdermittel w\u00fcrden mit der Gie\u00dfkanne verteilt. Auch von den Deutschen Zentren f\u00fcr Gesundheitsforschung des Bundesforschungsministeriums sind die EFI-Gutachter noch nicht \u00fcberzeugt. Bevor weitere Einrichtungen dieser Art gegr\u00fcndet werden, sollte die Evaluierung der bestehenden Zentren abgewartet werden, betonen sie. Das Gremium bem\u00e4ngelt ebenfalls, dass Deutschland \u201ein betr\u00e4chtlichem Umfang\u201c Spitzenforscher an das Ausland verliert. Demnach kamen zwischen 1996 und 2011 zwar 19.000 Wissenschaftler nach Deutschland, aber 23.000 deutsche Spezialisten wanderten im gleichen Zeitraum auch wieder aus. Die EFI- Kommission fordert daher von der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen f\u00fcr Spitzentechnologien deutlich zu verbessern\u201c.<\/p>\n<h3>Wanka widerspricht EFI-Gutachten<\/h3>\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) widersprach der Einsch\u00e4tzung der Expertenkommission. &#8220;Deutschland ist attraktiv f\u00fcr kluge K\u00f6pfe aus aller Welt&#8221;, hei\u00dft es dort. So w\u00fcrden aktuelle Zahlen dass der Standort Deutschland in j\u00fcngster Zeit wieder zunehmende Anziehungskraft auf Wissenschaftler, Experten und Studierende aus\u00fcbt. So konnte der Medizin-Nobelpreistr\u00e4ger von 2013, Thomas S\u00fcdhof, der als Professor f\u00fcr Zellphysiologie an der kalifornischen Stanford University t\u00e4tig ist \u2013 als Visiting Fellow f\u00fcr das Berliner Institut f\u00fcr Gesundheitsforschung (BIH) gewonnen werden. Der Zellphysiologe wird mit von der Stiftung Charit\u00e9 verwalteten Mitteln aus der &#8220;Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt&#8221; in Berlin ein Projekt betreuen. Gemeinsam mit Christian Rosenmund, Professor an der Charit\u00e9 &#8211; Universit\u00e4tsmedizin Berlin und Sprecher des Exzellenzclusters Neurocure, wie Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren. Forschungsministerin Wanka betonte: \u201eDie Zusage zeigt: Deutschland ist mit seiner erstklassigen Forschungslandschaft hochattraktiv f\u00fcr internationale Spitzenforscher.&#8221;<\/p>\n<p>Diese Meinung vertritt auch der Pr\u00e4sident der Helmholtz-Gemeinschaft, J\u00fcrgen Mlynek. Auch er zweifelt die EFI-Schlussfolgerungen an: &#8220;Hier zeichnen die EFI-Experten ein unvollst\u00e4ndiges und dadurch verzerrendes Bild.&#8221; Deutschlands Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen h\u00e4tten im Wettstreit um die kl\u00fcgsten K\u00f6pfe in den vergangenen zehn Jahren nicht nur Boden gutgemacht, in vielen Forschungsfeldern spielten sie l\u00e4ngst in der Weltspitze mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sechsk\u00f6pfige Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat zum siebenten Mal ihr Jahresgutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsf\u00e4higkeit Deutschlands vorgelegt. Am 26. 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