{"id":19442,"date":"2014-03-05T03:09:34","date_gmt":"2014-03-05T01:09:34","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=19442"},"modified":"2014-03-04T17:31:45","modified_gmt":"2014-03-04T15:31:45","slug":"inm-entwickelt-kooperation-mit-namibia-nachhaltige-baustoffe-aus-naturlichen-ressourcen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/inm-entwickelt-kooperation-mit-namibia-nachhaltige-baustoffe-aus-naturlichen-ressourcen-2\/","title":{"rendered":"INM entwickelt in Kooperation mit Namibia nachhaltige Baustoffe aus nat\u00fcrlichen Ressourcen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien startet eine Kooperation mit Namibia. Darin wollen die Forscher aus dem Saarland und Afrika in einem Pilotprojekt Kleber entwickeln, die sich aus nat\u00fcrlichen Ressourcen gewinnen lassen und die Entwicklung nachhaltiger Baumaterialien erm\u00f6glichen. Das Projekt NaMiBIND ist auf zwei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 250.000 Euro gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n<p>Akazien und Sand gibt es in Namibia in H\u00fclle und F\u00fclle. Besonders die Arten Acacia mellifera und Dichrostachys cinerea ver\u00e4ndern durch ihren starken Wildwuchs die Biodiversit\u00e4t bei Pflanzen und Tieren. Sie gef\u00e4hrden dadurch ganze \u00d6kosysteme. Um dem Wuchs Einhalt zu gebieten, werden die B\u00fcsche bisher lediglich abgeholzt und als Brennstoff genutzt.<\/p>\n<p>Das INM will nun gemeinsam mit den Universit\u00e4ten UNAM und Polytechnic Namibia sowie dem Namibian Business &amp; Innovation Centre (NBIC) einen Weg einschlagen, um die wuchernden B\u00fcsche in Form von \u00f6kologisch zertifizierten Holzgrundstoffen auch als nachhaltige Baumaterialien zu verwenden. Dazu wollen sie den Sand aus der W\u00fcste Namibias und die nat\u00fcrlichen Inhaltsstoffe der Akazien als Bestandteile in einem Kleber nutzen, mit dem sie Akazienholz zu einfachen Bauplatten, \u00e4hnlich Spanplatten, verarbeiten k\u00f6nnen. Der Verkauf solcher Materialien in Afrika und als Export kurbele gleichzeitig die wirtschaftliche Prosperit\u00e4t in Afrika an. Damit blieben Sand und Buschwerk in einem Kreislauf, der wirklich nachhaltig, n\u00e4mlich umweltfreundlich, wirtschaftsf\u00f6rdernd und sozialvertr\u00e4glich sei, so Rainer Hanselmann, Vertriebsleiter des INM.<\/p>\n<p>\u201eTypische Binder, die man heute f\u00fcr den Holzbau verwendet, bestehen aus Industrie-Polymeren und Harzen, die zum Teil leicht entflammbar sind\u201c, erkl\u00e4rt Ingrid Weiss, Leiterin des Programmbereichs Biomineralisation, \u201edie Entwicklung alternativer Binder aus Silan-Vorstufen und anorganischen Nanopartikeln basierend auf INM-Technologie erm\u00f6glicht die Herstellung von Materialien, die sehr hitzebest\u00e4ndig, wasserabweisend und antimikrobizid sind. F\u00fcr eine \u00f6konomische Nutzung ist diese Technologie aber viel zu teuer\u201c, meint Weiss weiter.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Basis unseres neuen \u201cNamib\u201d-Binders wollen wir direkt den Sand aus der W\u00fcste verwenden und zun\u00e4chst nach altbew\u00e4hrten, einfachen Verfahren mit Kaliumcarbonat zu Glas umwandeln\u201c, sagt die Biologin. Danach wird dieses Glas pulverisiert und in eine \u201eWasserglas-Suspension\u201c \u00fcbergef\u00fchrt. Weitere Bestandteile, wie bestimmte Kohlenwasserstoffe br\u00e4chten die Akazien gleich selbst mit. Genau hier setze die Neuentwicklung des nachhaltigen Verfahrens an.<\/p>\n<p>Das Akazienbuschwerk in Namibia birgt viele Arten, wie zum Beispiel Acacia mellifera, Acacia reficiens, Dichrostachys cinerea, Colophospermum mopane, Terminalia sericea und Rhigozum trichotomum. \u201eF\u00fcr die Verwendung als Baumaterial und Binder m\u00fcssen wir sie systematisch analysieren und erst einmal herausfinden, welche Bestandteile, wie zum Beispiel Gummi, phenolische Harze oder Lignin, enthalten sind und wie sie sich \u2013 geschickt extrahiert und kombiniert \u2013 f\u00fcr feuerfeste und best\u00e4ndige Baumaterialien eignen k\u00f6nnten\u201c, sagt die Expertin Weiss, \u201ePflanzen enthalten eine Vielzahl artspezifischer, bisher ungenutzter Naturstoffe. In enger Kooperation mit unseren afrikanischen Kollegen und jungen Nachwuchswissenschaftlern k\u00f6nnen wir dazu beitragen, gerade diese Naturstoffe in ihrer Vielfalt und Komplexit\u00e4t nutzbar zu machen. Denn nur so lassen sich langfristig lokal einzigartige und \u00f6kologisch sinnvolle Wertsch\u00f6pfungsketten generieren.\u201c<\/p>\n<p>Physikalische und Chemische Daten zu einem solchen Projekt sind bisher nicht bekannt. \u201eWir verstehen NaMiBIND als eine Pilotstudie, die sich im Erfolgsfall auch auf andere Regionen und H\u00f6lzer \u00fcbertragen l\u00e4sst\u201c, fasst die Expertin f\u00fcr Biomineralisation zusammen. Schlie\u00dflich seien nat\u00fcrliche Baumaterialien im Zuge der Nachhaltigkeit in allen Erdteilen von Bedeutung, um Rohstoffe in einem \u00f6kologischen Wirtschaftskreislauf zu belassen.<\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber NaMiBIND<\/strong><\/em><br \/>\n<em>\u201eNat\u00fcrliche und Mineral-basierte Binder f\u00fcr die \u00f6kologische Baustoff-INDustrie\u201c (NaMiBIND) wurde vom BMBF im Rahmen der F\u00f6rderung \u201ePartnerschaften f\u00fcr nachhaltige L\u00f6sungen mit Subsahara Afrika\u201c als eines der ersten Projekte seiner Art mit herausragendem Verwertungspotential eingestuft. Es ist auf zwei Jahre angelegt. Die F\u00f6rdersumme betr\u00e4gt 250.000 Euro. NaMiBIND ist eine Kooperation des INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien, Programmbereich Biomineralisation, mit den Universit\u00e4ten UNAM und Polytechnic of Namibia, sowie dem Namibian Business &amp; Innovation Centre (NBIC).<\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber das INM <\/strong><\/em><br \/>\n<em>Das INM erforscht und entwickelt Materialien \u2013 f\u00fcr heute, morgen und \u00fcbermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler pr\u00e4gen die Arbeit am INM. Vom Molek\u00fcl bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zuk\u00fcnftig f\u00fcr industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen? Dabei bestimmen vier Leitthemen die aktuellen Entwicklungen am INM: Neue Materialien f\u00fcr Energieanwendungen, Neue Konzepte f\u00fcr Implantatoberfl\u00e4chen, Neue Oberfl\u00e4chen f\u00fcr tribologische Anwendungen sowie Nanosicherheit. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzfl\u00e4chenmaterialien und Materialien in der Biologie. Das INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien mit Sitz in Saarbr\u00fccken ist ein internationales Zentrum f\u00fcr Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt f\u00fcr Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und besch\u00e4ftigt rund 190 Mitarbeiter.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das INM \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Neue Materialien startet eine Kooperation mit Namibia. 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