{"id":19261,"date":"2014-02-18T02:56:50","date_gmt":"2014-02-18T00:56:50","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=19261"},"modified":"2021-09-09T21:50:22","modified_gmt":"2021-09-09T19:50:22","slug":"einfach-und-untoxisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/einfach-und-untoxisch\/","title":{"rendered":"Einfach und untoxisch"},"content":{"rendered":"<p>Forschern des LIKAT gelingt die Herstellung von speziellen Esterderivaten erstmals aus CO<sub>2<\/sub>, Alkoholen und Alkenen. Eine k\u00e4ufliche Ruthenium-Verbindung macht durch Beimischung anderer Hilfsstoffe diese Reaktion m\u00f6glich. In der j\u00fcngsten Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals NATURE COMMUNICATIONS berichten die Forscher ausf\u00fchrlich \u00fcber diese untoxische und effiziente Methode der Gewinnung von vielseitig verwendbaren Zwischenprodukten der chemischen Industrie. Diese Art von Esterderivaten werden im &gt;100.000 Tonnenma\u00dfstab gro\u00dftechnisch genutzt und zu wichtigen Detergentien wie Waschmitteln oder auch zu Polymeren, die f\u00fcr die Herstellung z.B. von Plexiglas sehr wichtig sind, \u201everedelt\u201c.<\/p>\n<p>Alle heute \u00fcblichen Verfahren der chemischen Gro\u00dfindustrie nutzen f\u00fcr die Gewinnung von beispielsweise Methylmethacrylaten \u2013 solche Verbindungen geh\u00f6ren zu der gro\u00dfen Gruppe der Esterderivate \u2013 das giftige Kohlenmonoxid als Kohlenstoffquelle. Die Wissenschaftler um Prof. Matthias Beller, Direktor des Leibniz-Instituts f\u00fcr Katalyse &#8211; LIKAT Rostock, weisen einen v\u00f6llig neuen Weg \u00fcber das untoxische und in gro\u00dfen Mengen verf\u00fcgbare Kohlendioxid. Der Einsatz von Ruthenium in Gegenwart sogenannter \u201eionischer Fl\u00fcssigkeiten\u201c erm\u00f6glicht den neuen Forschungsansatz. Der f\u00fcr die Reaktion erforderliche Wasserstoff wird aus Methanol oder anderen Alkoholen direkt innerhalb des Reaktionszyklus bereitgestellt, somit ergibt sich ein weiterer Vorteil der Reaktion. Ein direkter Einsatz des brennbaren und explosiven Wasserstoffgases ist nicht erforderlich. Die Forscher arbeiten bei Temperaturen von ca. 160\u00b0C und Dr\u00fccken bis zu 40 bar in Autoklaven. Das sind Reaktionsgef\u00e4\u00dfe, die f\u00fcr Dr\u00fccke oberhalb des Atmosph\u00e4rendrucks ausgelegt sind. In den bisher verwendeten Verfahren der Gro\u00dfindustrie kommt als Katalysatormetall im allgemeinen Palladium zum Einsatz. Das jetzt verwendete Ruthenium ist um einen Kostenfaktor von rund 10 preiswerter. Durch sehr spezielle spektroskopische Untersuchungen konnte die Wissenschaftler im LIKAT das Kohlendioxid eindeutig und \u00fcberzeugend als Quelle des Kohlenstoffs im neuartigen System identifizieren, so ist der Wechsel vom giftigen CO zum untoxischen CO<sub>2<\/sub> m\u00f6glich. Bisher sind die Reaktionsbedingen im Labor noch keiner Optimierung unterzogen worden und weisen schon heute Ums\u00e4tze aus, die mit den aktuellen Verfahren durchaus konkurrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hintergrundinformationen:<\/p>\n<p>Katalyse &#8211; ein Ph\u00e4nomen der Natur abgeschaut \u2013 ist die Wissenschaft von der Beschleunigung chemischer Prozesse. Das Leibniz-Institut f\u00fcr Katalyse (LIKAT Rostock) ist das gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Forschungsinstitut im Bereich der Erforschung und Entwicklung von Katalysatoren sowie von katalytischen Verfahren und Technologien. Hauptziele der wissenschaftlichen Arbeiten sind die Gewinnung neuer Erkenntnisse in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Katalyse und deren Anwendung bis hin zur technischen Umsetzung.<\/p>\n<p>Das Leibniz-Institut f\u00fcr Katalyse ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbst\u00e4ndige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften \u00fcber die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, \u00f6konomisch und \u00f6kologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und \u00d6ffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen &#8211; u.a. in Form der Wissenschaftscampi -, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem ma\u00dfstabsetzenden transparenten und unabh\u00e4ngigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung f\u00f6rdern Bund und L\u00e4nder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute besch\u00e4ftigen rund 16.500 Personen, darunter 7.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,4 Milliarden Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschern des LIKAT gelingt die Herstellung von speziellen Esterderivaten erstmals aus CO2, Alkoholen und Alkenen. Eine k\u00e4ufliche Ruthenium-Verbindung macht durch Beimischung anderer Hilfsstoffe diese Reaktion m\u00f6glich. In der j\u00fcngsten Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals NATURE COMMUNICATIONS berichten die Forscher ausf\u00fchrlich \u00fcber diese untoxische und effiziente Methode der Gewinnung von vielseitig verwendbaren Zwischenprodukten der chemischen Industrie. 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