{"id":19233,"date":"2014-02-14T02:05:56","date_gmt":"2014-02-14T00:05:56","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=19233"},"modified":"2014-02-13T14:23:27","modified_gmt":"2014-02-13T12:23:27","slug":"multitalent-bio-klaranlage-lebensraum-und-baumaterial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/multitalent-bio-klaranlage-lebensraum-und-baumaterial\/","title":{"rendered":"Multitalent: Bio-Kl\u00e4ranlage, Lebensraum und Baumaterial"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_19234\" aria-describedby=\"caption-attachment-19234\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19234 \" alt=\"Die Fachwerkfassade aus dem sp\u00e4ten 17. Jahrhundert konnte mit den schlanken, aber massiven Baustoffplatten aus Rohrkolben beim energetischen Sanieren erhalten bleiben. \u00a9 Uwe Kabelitz\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/phpThumb_generated_thumbnailjpg.jpeg\" width=\"280\" height=\"186\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19234\" class=\"wp-caption-text\">Die Fachwerkfassade aus dem sp\u00e4ten 17. Jahrhundert konnte mit den schlanken, aber massiven Baustoffplatten aus Rohrkolben beim energetischen Sanieren erhalten bleiben. \u00a9 Uwe Kabelitz<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Postm\u00fcnster\/N\u00fcrnberg. Die Erfolgsgeschichte der Sumpfpflanze Rohrkolben begann vor 18 Jahren mit ihrem Anbau in Niedermooren. Gef\u00f6rdert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) offenbarte ein Modellprojekt die \u00d6kovorteile der Pflanze: Da f\u00fcr ihren Anbau hohe Wasserst\u00e4nde n\u00f6tig sind, k\u00f6nnen sich die seit Jahrhunderten f\u00fcr die Landwirtschaft trockengelegten Niedermoore wieder erholen. Au\u00dferdem reinigt sie das Wasser und speichert gro\u00dfe Mengen Kohlendioxid. Dabei wurde die Pflanze eigentlich f\u00fcr das Herstellen von Baumaterial aus nachwachsenden Rohstoffen angebaut. Auch dies ist nun in einem an den Rohrkolbenanbau ankn\u00fcpfenden DBU-Projekt gelungen. Das B\u00fcro f\u00fcr Denkmalpflege und Baustoffentwicklung aus Postm\u00fcnster entwickelte aus der Wasserpflanze ein zugleich d\u00e4mmendes und tragendes Baumaterial, das sich besonders f\u00fcr die Sanierung historischer Fachwerkh\u00e4user sehr gut eignet. \u201eWenn sich aus einem Naturschutzprojekt Perspektiven f\u00fcr weitere Entwicklungen etwa im \u00f6kologischen Bauen ergeben, ist das der Idealfall einer erfolgreichen F\u00f6rderung\u201c, sagte DBU-Generalsekret\u00e4r Dr. Heinrich Bottermann.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_19235\" aria-describedby=\"caption-attachment-19235\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-19235 \" alt=\"Aus den Bl\u00e4ttern der Rohrkolben-Pflanze wurde ein D\u00e4mmmaterial f\u00fcr Fachwerkh\u00e4user hergestellt. Sie spendet aber auch Lebensraum, speichert Kohlendioxid und reinigt n\u00e4hrstoffbelastetes Wasser. \u00a9 Christian Gruber, Bayerisches Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/phpThumb_generated_thumbnailjpg-1.jpeg\" width=\"280\" height=\"241\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-19235\" class=\"wp-caption-text\">Aus den Bl\u00e4ttern der Rohrkolben-Pflanze wurde ein D\u00e4mmmaterial f\u00fcr Fachwerkh\u00e4user hergestellt. Sie spendet aber auch Lebensraum, speichert Kohlendioxid und reinigt n\u00e4hrstoffbelastetes Wasser. \u00a9 Christian Gruber, Bayerisches Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Rohrkolben: Von der kohlendioxidspeichernden Bio-Kl\u00e4ranlage zum \u00d6ko-Baustoff<\/h3>\n<p>Die Rohrkolben funktionierten wie eine nat\u00fcrliche Kl\u00e4ranlage, erl\u00e4uterte DBU-Referent Dr. Reinhard Stock. Sie k\u00e4men sehr gut mit teils aus der Landwirtschaft stammendem n\u00e4hrstoffbelastetem Wasser zurecht und reinigten es. \u201eZudem binden die Pflanzen Kohlendioxid, die vern\u00e4ssten Anbaufl\u00e4chen verhindern die Freisetzung von Treibhausgasen und sind gleichzeitig Lebensraum f\u00fcr daran angepasste Tier- und Pflanzenarten\u201c, so Stock. Aufbauend auf dem 1996 begonnenen DBU-Projekt von Werner Theuerkorn vom B\u00fcro f\u00fcr Denkmalpflege und Baustoffentwicklung sowie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen zur schonenden Wiedervern\u00e4ssung von Mooren im bayerischen Donaumoos liege nun das Endergebnis vor: Baustoffplatten aus Rohrkolben f\u00fcr das Ausf\u00fcllen von Fachwerkgef\u00fcgen. Besonders die energiearme Produktion des Baustoffs und die Tatsache, dass das Produkt wieder in den Stoffkreislauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nne, sprechen f\u00fcr die neuartigen Platten.<\/p>\n<h3>Massives, aber schlankes D\u00e4mmmaterial f\u00fcr energetisches Sanieren von Altbauten<\/h3>\n<p>\u201eWir haben zusammen mit dem Fraunhofer Institut f\u00fcr Bauphysik aus den Bl\u00e4ttern von Rohrkolben ein massives D\u00e4mmmaterial hergestellt, das auch bei schlanker Bauweise die Vorgaben der Energieeinsparverordnung von 2009 erf\u00fcllen und den Anforderungen beim energetischen Sanieren von Altbauten gerecht werden kann\u201c, so Projektleiter Theuerkorn. Bei der D\u00e4mmung im Gefach mit zus\u00e4tzlicher Innend\u00e4mmung konnte trotz einer relativ geringen Wandst\u00e4rke von 20 Zentimetern mit einem W\u00e4rmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,35 (Watt pro Quadratmeter und Kelvin) ein D\u00e4mmstandard wie bei einem durchschnittlichen Wandaufbau mit konventionellen D\u00e4mmstoffen erreicht werden. Theuerkorn: \u201eWenn man die Fachwerk-Fassade erhalten oder freilegen m\u00f6chte, kann man nur nach innen d\u00e4mmen und verliert so wertvollen Platz. Durch den schlanken Baustoff aus Rohrkolben hat man dieses Problem in deutlich geringerem Umfang.\u201c<\/p>\n<h3>Ohne chemische Zus\u00e4tze &#8211; vertr\u00e4glich mit der Umwelt und historischen Materialen<\/h3>\n<p>Au\u00dferdem \u00fcberzeuge die Vertr\u00e4glichkeit mit den historischen Materialien Holz, Flechtwerk und Lehm. Dadurch k\u00f6nne m\u00f6glichst viel der originalen Bausubstanz erhalten werden. Die biologisch abbaubaren Rohrkolben-Platten leiteten auch sehr gut die Feuchtigkeit ab und seien durch die enthaltenen Gerbstoffe schimmelresistent, was chemische Zus\u00e4tze \u00fcberfl\u00fcssig mache. Mit knapp 75.000 Euro f\u00f6rderte die DBU das Erproben des neuen Baustoffs an einem denkmalgesch\u00fctzten Haus in N\u00fcrnberg, das im Kern aus dem 15. Jahrhundert stammt und dessen Fachwerkfassade im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert erbaut wurde.<\/p>\n<h3>Vereinbarkeit von Denkmalschutz und energetischer Sanierung<\/h3>\n<p>Gleichwohl stelle sich zurzeit noch das \u201eHenne-Ei-Problem\u201c, so Theuerkorn: Eine erfolgreiche Vermarktung funktioniere nur, wenn die Landwirtschaft die Rohrkolben anbaue. Doch daf\u00fcr brauche sie eine Kauf-Garantie von Produzenten und Handel. Gefragt sei der schlanke, \u00f6kologische und denkmalgerechte Baustoff allemal: \u201eDie Firma Typha Technik und Naturbaustoffe konnte einen Naturbaustoff entwickeln, der eine denkmalgerechte und nachhaltige Geb\u00e4udesanierung erm\u00f6glicht. Damit wurde die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und energetischer Nachr\u00fcstung nachgewiesen\u201c, betonte Dr. Paul Bellendorf, DBU-Referent f\u00fcr Umwelt und Kulturg\u00fcter.<\/p>\n<h3>Ansprechpartner f\u00fcr Fragen zu den Projekten (AZ 27918 und 10628):<\/h3>\n<p>Dipl.-Ing. (TU) Werner Theuerkorn, B\u00fcro f\u00fcr Denkmalpflege und Baustoffentwicklung in Postm\u00fcnster, Telefon: 08561\/6696<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Postm\u00fcnster\/N\u00fcrnberg. Die Erfolgsgeschichte der Sumpfpflanze Rohrkolben begann vor 18 Jahren mit ihrem Anbau in Niedermooren. 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