{"id":19167,"date":"2014-02-06T03:00:01","date_gmt":"2014-02-06T01:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/biowissenschaften_chemie\/saarbruecker_biotechnologen_entwickeln_kunststoff_225703.html"},"modified":"2014-02-05T13:58:40","modified_gmt":"2014-02-05T11:58:40","slug":"saarbrucker-biotechnologen-entwickeln-kunststoff-aus-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/saarbrucker-biotechnologen-entwickeln-kunststoff-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Saarbr\u00fccker Biotechnologen entwickeln Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Angesichts knapper Ressourcen und einer wachsenden Weltbev\u00f6lkerung sind neue Ideen gefragt, wenn es um einen schonenden und nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen geht. An der Universit\u00e4t des Saarlandes setzen Biotechnologen um Professor Christoph Wittmann in einem neuartigen Verfahren auf Mikroorganismen, die den Kunststoff Nylon aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren sollen. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung f\u00fcr drei Jahre mit 1,4 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n<p>Sch\u00e4tzungen zur Folge sollen die Erd\u00f6lvorkommen Mitte des Jahrhunderts zur Neige gehen. F\u00fcr Erd\u00f6l, das nicht nur als Ausgangssubstanz f\u00fcr Benzin oder Heiz\u00f6l dient, sondern etwa auch f\u00fcr Farben, Kosmetik und Kunststoff, m\u00fcsste sp\u00e4testens dann eine Alternative her. Weltweit sind Forscher daher bem\u00fcht, neue und nachhaltige Wege f\u00fcr die industrielle Produktion zu erschlie\u00dfen. Auch an der Universit\u00e4t des Saarlandes besch\u00e4ftigen sich Professor Christoph Wittmann und seine Arbeitsgruppe damit, etwa Chemikalien und Wirkstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe herzustellen.<\/p>\n<p>In einem neuartigen Ansatz arbeiten die Saarbr\u00fccker Forscher nun daran, Nylon mittels biotechnologischer Methoden zu produzieren. Nylon ist einer der weltweit wichtigsten Kunststoffe \u2013 er kommt nicht nur in Strumpfhosen, sondern auch in vielen Verbundwerkstoffen vor, die zum Beispiel beim Autobau verwendet werden. Bei seinem Verfahren setzt das Team um Wittmann auf die zentrale Vorstufe des Kunststoffs \u2013 die Adipins\u00e4ure. \u201eAdipins\u00e4ure hat in den vergangenen Jahrzehnten vor allem als Baustein f\u00fcr Nylon-Kunststoffe, aber auch f\u00fcr Lebensmittelzus\u00e4tze, Pharmazeutika, D\u00fcnger und Pflanzenschutzmittel einen Weltmarkt von j\u00e4hrlich mehreren Milliarden Euro pro Jahr erreicht\u201c, sagt Professor Christoph Wittmann. Bislang sei die S\u00e4ure aber nur unter hohem Energieverbrauch aus Erd\u00f6l zu gewinnen. Wittmann und sein Team wollen die Substanz k\u00fcnftig aus Abfallstoffen gewinnen. \u201eIn der Holz- und Papierindustrie sowie bei der Herstellung von Biotreibstoffen f\u00e4llt viel Lignin an\u201c, erl\u00e4utert Wittmann. \u201eMangels Alternativen wird dies bislang meist nur verbrannt.\u201c<\/p>\n<p>Die Forscher m\u00f6chten bei ihrem Vorhaben Stoffwechselwege von Bakterien ausnutzen, die verarbeitetes Lignin zu einer Vorstufe der Adipins\u00e4ure zusammensetzen k\u00f6nnen. \u201eIn einer chemischen Nachbehandlung, einer sogenannten Hydrierung, wollen wir diese Vorstufe direkt in Adipins\u00e4ure umwandeln und daraus dann den hochwertigen Kunststoff zusammenbauen \u2013 vollst\u00e4ndig biobasiert aus Abfallstoffen\u201c, so Wittmann weiter.<\/p>\n<p>Zudem m\u00f6chten die Saarbr\u00fccker Wissenschaftler ihren innovativen Prozess in den kommenden Jahren derart optimieren, dass die Technologie in der Industrie zum Einsatz kommen kann. \u201eWir werden daran arbeiten, dass die Bakterien als ma\u00dfgeschneiderte Zellfabriken den nat\u00fcrlichen Kunststoff mit hoher Ausbeute und Reinheit fertigen\u201c, erl\u00e4utert der Professor. \u201eErste Analysen haben bereits gezeigt, dass das Verfahren sowohl sehr umweltschonend als auch wirtschaftlich rentabel sein kann. Es gibt bereits Nachfragen aus der Industrie nach Bio-Nylon.\u201c Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung stellt f\u00fcr das Vorhaben in den n\u00e4chsten drei Jahren insgesamt 1,4 Millionen Euro bereit.<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Professor Christoph Wittmann leitet das neu gegr\u00fcndete Institut f\u00fcr Systembiotechnologie an der Universit\u00e4t des Saarlandes. Er arbeitet bereits seit vielen Jahren an mikrobiologischen Verfahren, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe Chemikalien und Wirkstoffe produzieren. Dar\u00fcber hinaus erforscht er medizinisch relevante Mikroorganismen, um neue Therapiem\u00f6glichkeiten zu entwickeln.<\/p>\n<p>Pressefotos finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.uni-saarland.de\/pressefotos\">www.uni-saarland.de\/pressefotos<\/a>. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.<\/p>\n<p>Hinweis f\u00fcr H\u00f6rfunk-Journalisten: Sie k\u00f6nnen Telefoninterviews in Studioqualit\u00e4t mit Wissenschaftlern der Universit\u00e4t des Saarlandes f\u00fchren, \u00fcber Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder \u00fcber ARD-Sternpunkt 106813020001). Intervieww\u00fcnsche bitte an die Pressestelle (0681\/302-2601)<\/p>\n<p>Fragen beantwortet:<br \/>\nProf. Dr. Christoph Wittmann<br \/>\nInstitut f\u00fcr Systembiotechnologie<br \/>\nTel.: 0681 302-2601 (Pressestelle)<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:christoph.wittmann@uni-saarland.de\">christoph.wittmann(at)uni-saarland.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Biowissenschaften Chemie] An der Universit&auml;t des Saarlandes setzen Biotechnologen um Professor Chri&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,536],"class_list":["post-19167","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-universitaet-saarland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19167","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19167"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19167\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19167"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19167"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19167"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=19167"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}