{"id":19020,"date":"2014-01-27T03:03:37","date_gmt":"2014-01-27T01:03:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/biowissenschaften_chemie\/zuckerseite_biotechnologie_225195.html"},"modified":"2014-01-26T12:22:03","modified_gmt":"2014-01-26T10:22:03","slug":"die-zuckerseite-der-biotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-zuckerseite-der-biotechnologie\/","title":{"rendered":"Die Zuckerseite der Biotechnologie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zucker ist nicht gleich Zucker. Saccharose, die wei\u00dfe Substanz, die wir zum S\u00fc\u00dfen oder zum Kochen verwenden, ist nur ein Beispiel f\u00fcr eine Vielzahl von Zuckerverbindungen, die in der Natur eine spezielle Bedeutung haben.<\/strong><\/p>\n<p>Etwa in Form von Cellulose als St\u00fctzger\u00fcst f\u00fcr Pflanzen. Oder als prebiotisch wirkender Mehrfachzucker in der Muttermilch, der hilft, dass sich die Darmflora perfekt entwickeln kann. Beim EU-Forschungsprojekt SUSY geht es darum, besonders wertvolle Zucker einfacher herzustellen. Das Ausgangsmaterial ist quasi unser Haushaltszucker \u2013 die Saccharose.<\/p>\n<p>Die Werkzeuge dazu sind drei Enzyme, Biowerkzeuge im Mikroformat: \u201eSaccharose Synthase\u201c macht aus Saccharose einen \u201eaktivierten\u201c Zucker. Nur der wird von einer \u201eGlykosyltransferase\u201c auf ein industriell gew\u00fcnschtes Molek\u00fcl \u00fcbertragen \u2013 mit dem Ziel, eine neue, wirksame Zuckerverbindung herzustellen. \u201eFructan Sucrase\u201c schlie\u00dflich macht den Prozess vielf\u00e4ltiger, erkl\u00e4rt acib-Forscherin Christiane Luley, weil andere aktivierte Zuckersorten zug\u00e4nglich werden, die man auf Zielmolek\u00fcle \u00fcbertragen kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Industrie sind die entstehenden bioaktiven Molek\u00fcle sehr interessant, wei\u00df die Forscherin: \u201eWir k\u00f6nnen so Verbindungen herstellen, die in der Natur nur in winzigen Mengen vorkommen und die zum Beispiel als verbesserter UV-Schutz in Kosmetika zum Einsatz kommen. Bei den klassischen Zuckerersatzstoffen mit hoher S\u00fc\u00dfkraft \u2013 aber ohne Kalorien oder zahnsch\u00e4digende Eigenschaften \u2013 gibt es ebenso noch viel Potenzial wie bei neuen Zuckersubstanzen, die sogar gegen Krebs wirksam sind.\u201c Und das antioxidative Potenzial mache die neuen Zuckerverbindungen zu idealen Konservierungsstoffen, die Lebensmittel haltbarer machen; alles auf Basis der Konzepte der Natur.<\/p>\n<p>Beim EU-Projekt SUSY geht es darum, die drei Enzyme zu verbessern, in gro\u00dfen Mengen herzustellen und zuletzt die biochemische Umsetzung zu optimieren. Das von der EU gef\u00f6rderte Gesamtbudget bis zum Projektende im August 2017 macht 5 Mio Euro aus, 800.000 Euro davon werden am acib in Graz umgesetzt, der Rest bei sieben weitere Projektpartner aus \u00d6sterreich (der TU Graz), Deutschland, Spanien, Belgien und den Niederlanden. Das acib ist f\u00fcr die Prozessentwicklung f\u00fcr gro\u00dfe Produktionsmengen zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber acib<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) entwickelt neue, umweltfreundlichere und \u00f6konomischere Prozesse f\u00fcr die Industrie (Biotech, Chemie, Pharma) und verwendet da-f\u00fcr die Methoden der Natur als Vorbild und Werkzeug der Natur als Hilfsmittel. Das acib ist \u00d6sterreichs internationales Forschungszentrum f\u00fcr industrielle Biotechnologie mit Standor-ten in Graz, Innsbruck, Tulln, Wien, Bielefeld und Hamburg (D) sowie Pavia (I) und versteht sich als Partnerschaft von 10+ Universit\u00e4ten und 80+ Unternehmen, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis, VTU Technology oder Sigma Aldrich. Eigent\u00fcmer des acib sind die Universit\u00e4ten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien sowie Joanneum Research.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim acib forschen und arbeiten rund 190 Besch\u00e4ftigte an mehr als 40 Forschungsprojekten, die durchwegs darauf abzielen, industrielle Verfahren umweltfreundlicher und \u00f6konomischer zu machen und unsere Lebensqualit\u00e4t zu verbessern. \u00d6ffentliche F\u00f6rdermittel (58% des Budgets) bekommt das acib von der Forschungsf\u00f6rderungsgesellschaft der Republik \u00d6sterreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsf\u00f6rderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT).<\/em><\/p>\n<p><em>Das Kompetenzzentrum acib \u2013 Austrian Centre of Industrial Biotechnology \u2013 wird im Rahmen von COMET \u2013 Competence Centers for Excellent Technologies durch das BMVIT, BMWFJ sowie die L\u00e4nder Steiermark, Wien und Tirol gef\u00f6rdert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Biowissenschaften Chemie] Zucker ist nicht gleich Zucker. 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