{"id":18888,"date":"2014-01-20T02:23:49","date_gmt":"2014-01-20T00:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/root,did=168218.html"},"modified":"2014-01-17T12:13:32","modified_gmt":"2014-01-17T10:13:32","slug":"greenpeace-grunder-wirbt-fur-goldenen-reis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/greenpeace-grunder-wirbt-fur-goldenen-reis\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Gr\u00fcnder wirbt f\u00fcr Goldenen Reis"},"content":{"rendered":"<p>Vitamin-A-Mangel f\u00fchrt in Afrika, Asien und Lateinamerika zu echten Gesundheitsproblemen. Der Goldene Reis k\u00f6nnte Betroffene vor Erblindung und Tod sch\u00fctzen. In den Philippinen sollte die gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanze eigentlich in diesem Jahr zugelassen werden. Doch daraus wird nichts. 2016 ist nun der neue Zieltermin. Unterdessen erh\u00e4lt das Projekt Unterst\u00fctzung vom einstigen Greenpeace-Mitgr\u00fcnder Patrick Moore. Mit seiner Kampagne \u201eAllowGoldenRiceNow\u201c will er die ideologische Macht von Greenpeace gegen den Goldenen Reis brechen. Nun ist die Europatournee gestartet.<\/p>\n<p>Von Natur aus enthalten Reisk\u00f6rner keine Enzyme, die zur Herstellung des Provitamins A (Beta-Carotin) n\u00f6tig sind. Um den Vitamin-A-Mangel zu bek\u00e4mpfen, verteilen Hilfsorganisationen und staatliche Stellen in Entwicklungsl\u00e4ndern seit einigen Jahren Vitaminpillen. Da sie nicht alle Menschen erreichen, soll zus\u00e4tzlich der wegen seiner gelben Farbe \u201egolden\u201c genannte Reis angeboten werden. Eine 50 Gramm-Portion deckt Studien zufolge immerhin 60 Prozent des Tagesbedarfs. Urspr\u00fcnglich wurde die Reissorte vom deutsch-schweizerischen Forscherteam Ingo Potrykus und Peter Beyer seit 1992 entwickelt. Inzwischen ist sie in Zusammenarbeit mit zahlreichen humanit\u00e4ren Organisationen f\u00fcr den Einsatz in den Philippen weiter optimiert worden und hat hier alle erforderlichen Feldversuche durchlaufen. Sie enth\u00e4lt ein Gen aus Mais (Phytoensynthase) und eines aus dem Bakterium Pantotea ananatis (Desaturase crtI). Diese wurden auf gentechnischem Wege in den Reis eingebaut, sodass dessen K\u00f6rner Beta-Carotin herstellen. Eine Zulassung dieser Sorte hatten Potrykus und Kollegen eigentlich bereits 2002 angepeilt. Ende November gab das Internationale Reisforschungs-Institut jedoch bekannt, dass der Zulassungstermin nicht l\u00e4nger im ersten Quartal 2014, sondern erst f\u00fcr 2016 erwartet wird. Vorangegangen waren Diskussionen mit der Regierung, die nun offenbar weitere Studien einfordert.<\/p>\n<p>Moore: Aktionen von Greenpeace sind ein Verbrechen<\/p>\n<p>Gegen weitere Verschleppungen der Marktzulassung gibt es nun Unterst\u00fctzung von ungew\u00f6hnlicher Seite: Patrick Moore, im Jahr 1971 Mitgr\u00fcnder der Umweltorganisation Greenpeace, hat die Kampagne \u201eAllowGoldenRiceNow\u201c gestartet und ist damit nun auf Tour in Europa. \u201eDer Vitamin A-Mangel hat seit der Entwicklung des Goldenen Reis mehr Menschenleben gekostet als etwa Malaria\u201c, so der studierte \u00d6kologe bei seinem ersten Stopp Mitte Januar in Berlin. Diese Trag\u00f6die k\u00f6nne durch den Goldenen Reis beendet werden. Bislang jedoch haben Umweltorganisationen wie Greenpeace mit ihrem massiven Protest eine Zulassung verhindert und alle rechtlichen Register gegen den Versuchsanbau in den Phillippinen und im indischen Bangladesh gezogen. In dieser Zeit seien laut Moore acht Millionen Kinder durch Vitamin A-Mangel erblindet oder gestorben. \u201eDie Aktionen von Greenpeace sind ein Verbrechen gegen die Menschheit und m\u00fcssen gestoppt werden\u201c, sagte Moore zur Begr\u00fcndung seiner Anti-Greenpeace-Kampagne in Berlin.<\/p>\n<p>Im Fokus: Aufkl\u00e4rung statt Angst<\/p>\n<p>Sein Kampf gleicht dem von David gegen Goliath. Greenpeace gibt einen betr\u00e4chtlichen Teil der zum gro\u00dfen Teil in Deutschland akquirierten 300.000 US-Dollar Spendengelder f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit gegen gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen aus. Dabei wird vor allem damit argumentiert, der Goldene Reis sei ein trojanisches Pferd, um den Anbau gentechnisch ver\u00e4nderter Pflanzen generell zu erleichtern. Zudem wird auf unvorhersehbare Wirkungen der Pflanzen auf die Gesundheit verwiesen. Diese Sicht bezeichnet Moore mit Verweis auf diverse Studien als unwissenschaftlich. In Berlin zeigt er Fotos von Greenpeace-Aktivisten, die sich f\u00e4lschlicherweise als Bauern ausgegeben haben. \u201eDie Arbeit von Greenpeace hat nichts mehr mit den humanit\u00e4ren Zielen der Organisation zu tun, die einige Pioniere 1971 gegr\u00fcndet haben\u201c, fasst Moore zusammen, der der Organisation in den achtziger Jahren den R\u00fccken gekehrt hatte, weil sie sich f\u00fcr ein Verbot der Trinkwasserchlorierung stark gemacht hatte. \u201eUm die Organisation \u00f6ffentlichkeitwirksamer zu machen, wurde immer st\u00e4rker mit Angst gearbeitet. Dabei ist das Ziel aus dem Auge geraten, Mensch und Umwelt zu sch\u00fctzen.\u201c Nun h\u00e4lt er mit seiner eigenen Kampagne dagegen, wenngleich auf weitaus geringerer Flamme. \u201eWir haben 6.000 Euro an Spendengeldern akquiriert\u201c, sagt der Berner Forscher Klaus Amann, der die Europatournee von Moore organisiert hat. Seine Mission, Greenpeace vom Protest gegen den Goldenen Reis abzubringen, f\u00fchrt den Kanadier \u00fcber Berlin, Hamburg und die Greenpeace-Europazentrale in Amsterdam nach Br\u00fcssel, Rom und London. Ideele Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt Moore von wissenschaftsfreundlichen Organisationen wie dem Humboldt-Forum for Food and Agriculture (HFFA) und dem Forum Gr\u00fcne Vernunft, Industrieunterst\u00fctzung lehnt Moore ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die urspr&uuml;nglich f&uuml;r dieses Jahr erwartete Zulassung des Vitamin-A-haltigen Goldenen Reis ist erneu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[6383,889,2129,6381],"class_list":["post-18888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-forum-grune-vernunft","supplier-greenpeace-d","supplier-humboldt-forum-fuer-ernaehrung-und-landwirtschaft","supplier-internationales-reisforschungs-institut"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18888"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18888\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18888"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=18888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}