{"id":18786,"date":"2014-01-13T03:00:36","date_gmt":"2014-01-13T01:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=18786"},"modified":"2021-09-09T21:50:30","modified_gmt":"2021-09-09T19:50:30","slug":"co2-aus-huttengasen-soll-zu-wertvollen-chemikalien-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/co2-aus-huttengasen-soll-zu-wertvollen-chemikalien-werden\/","title":{"rendered":"CO<sub>2<\/sub> aus H\u00fcttengasen soll zu wertvollen Chemikalien werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die ThyssenKrupp AG initiiert gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft ein branchen\u00fcbergreifendes Technologietransfer-Projekt, in dessen Mittelpunkt die Umwandlung von Prozessgasen aus der Stahlherstellung zu werthaltigen Chemikalien steht. Der Strom daf\u00fcr soll aus erneuerbaren Quellen stammen. \u201eDie Philosophie hinter dem Projekt ist die Umsetzung eines breit angelegten cross-industriellen Ansatzes. Eine solche system\u00fcbergreifende L\u00f6sung f\u00fchrt zu besseren Ergebnissen als die heute schon optimierten Branchenl\u00f6sungen. Die Zusammenarbeit zwischen Stahl und chemischer Industrie soll eine wirtschaftliche stoffliche Verwertung, von bei der Stahlherstellung ben\u00f6tigtem Kohlenstoff, bis hin zu D\u00fcngemitteln oder Treibstoff erm\u00f6glichen. Das Projekt hat damit das Potenzial, den CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df der H\u00fctte auf nahezu Null zu reduzieren\u201c erl\u00e4utert Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef der ThyssenKrupp AG.<\/strong><\/p>\n<p>Professor Robert Schl\u00f6gl, Direktor am Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion in M\u00fclheim: \u201eUnser Institut sieht seine Aufgabe darin, die grundlegenden chemischen Prozesse der Energieumwandlung zu erforschen, um somit zur Entwicklung neuer und leistungsf\u00e4higer Katalysatoren beizutragen.\u201c Den Beitrag des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik skizziert dessen Leiter Prof. Eckhard Weidner: \u201eWir werden die im Projekt erforschten Prozesse gezielt in die industrielle Anwendung \u00fcberf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Planerische und wissenschaftliche Vorarbeiten f\u00fcr das Projekt haben die ThyssenKrupp AG mit ihren Konzernunternehmen ThyssenKrupp Steel Europe, Deutschlands gr\u00f6\u00dftem Stahlhersteller, und ThyssenKrupp Uhde, einem weltweit f\u00fchrendem Ingenieurunternehmen f\u00fcr Chemie-, Raffinerie- und andere Industrieanlagen, sowie mit dem Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemische Energiekonversion in M\u00fclheim bereits in einem gemeinsamen Vorbereitungsprojekt geleistet.<\/p>\n<p>Entsprechend gro\u00df ist das Interesse kooperationsbereiter Partner: Rund 40 Vertreter von Forschungsgesellschaften, Universit\u00e4ten und Unternehmen versammelten sich im Dezember 2013 in Duisburg, um das Projekt auf den Weg zu bringen. Zu dem Kreis geh\u00f6ren neben der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, die Universit\u00e4t Duisburg-Essen und das in Duisburg ans\u00e4ssige Zentrum f\u00fcr BrennstoffzellenTechnik. Die ersten industriellen Partner sind neben ThyssenKrupp BASF, Bayer, RWE und Siemens. Die Gruppe ist offen f\u00fcr weitere Mitglieder.<\/p>\n<h3>Projekt f\u00f6rdert Klimaschutz, Energiewende und den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen<\/h3>\n<p>Wenn die Partner erfolgreich sind, wird in etwa zehn Jahren CO<sub>2<\/sub> ein wertvoller Rohstoff sein und das Klima deutlich weniger belasten. Hinzu kommt: \u00dcbersch\u00fcssige Erneuerbare Energie k\u00f6nnte dann direkt f\u00fcr die Herstellung industrieller Produkte eingesetzt werden. Dabei entsteht ein neues, branchen\u00fcbergreifendes Netzwerk aus Stahlherstellung, Stromerzeugung und Chemieproduktion. Diese Industrien besch\u00e4ftigen in Nordrhein-Westfalen fast 200.000 Menschen.<\/p>\n<p>\u201eBayer MaterialScience hat bereits zeigen k\u00f6nnen, dass CO<sub>2<\/sub> als neuer Baustein f\u00fcr die nachhaltige Herstellung von Kunststoffen in Frage kommt\u201c, sagt Produktionsvorstand Dr. Tony van Osselaer. \u201eDamit ist ein Anfang gemacht. Nun sollten Industrie, Wissenschaft und Politik das Momentum nutzen und die Verwendung von CO<sub>2<\/sub> als chemischem Rohstoff auf breiter Basis vorantreiben.\u201c Prof. Rolf Hellinger, der in der Siemens Corporate Technology das Technologiefeld Power &amp; Energy Technologies leitet, erg\u00e4nzt: \u201eDie im Rahmen der Zusammenarbeit entwickelten Umwandlungsprozesse f\u00fcr industrielle Abgase sind ein wichtiger Baustein f\u00fcr k\u00fcnftige, nachhaltige Energiesysteme.\u201c<\/p>\n<h3>Erfolgsaussichten und Herausforderungen<\/h3>\n<p>Die Erfolgsaussichten f\u00fcr das Projekt sind gut, denn die grundlegenden chemischen Abl\u00e4ufe und die ben\u00f6tigten Technologien sind weitestgehend bekannt. Ziel des Projektes ist es, f\u00fcr die Anwendung wichtige Fragen zu kl\u00e4ren, wie zum Beispiel Katalysatorstandzeiten, Aufreinigung der Gasstr\u00f6me, oder effiziente Prozessf\u00fchrung. Schon jetzt ist die Umwandlung von Prozessgasen aus der H\u00fctte in Ammoniak als Vorprodukt f\u00fcr D\u00fcngemittel technisch machbar, aber noch nicht wirtschaftlich. Dabei w\u00fcrde auch ein Teil des in den H\u00fcttengasen enthaltenen CO<sub>2<\/sub> verwertet. M\u00f6glich w\u00e4re auch die Erzeugung von Methanol aus H\u00fcttengas, ein Prozess bei dem die enthaltenen CO<sub>2<\/sub>-Anteile fast vollst\u00e4ndig verwertet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Einsatz Erneuerbarer Energien bei der chemischen Umwandlung w\u00fcrden Katalysatoren gebraucht, die starke Schwankungen im Prozess verkraften. Speziell in diesem Bereich besteht noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Eine weitere Herausforderung: Will man das im H\u00fcttengas enthaltene CO<sub>2<\/sub> vollst\u00e4ndig umwandeln, geht das nicht ohne gr\u00f6\u00dfere Mengen an zus\u00e4tzlichem Wasserstoff. Hier gilt es, neue wirtschaftliche Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff zu entwickeln, die auch bei stark schwankender Energieversorgung funktionieren.<\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber ThyssenKrupp AG<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bei ThyssenKrupp arbeiten rund 157.000 Mitarbeiter in knapp 80 L\u00e4ndern mit Leidenschaft und hoher Kompetenz an Produktl\u00f6sungen f\u00fcr nachhaltigen Fortschritt. Ihre Qualifikation und ihr Engagement sind die Basis f\u00fcr unseren Erfolg. ThyssenKrupp erwirtschaftete im Gesch\u00e4ftsjahr 2012\/2013 einen Umsatz von rund 39 Mrd \u20ac.<\/em><\/p>\n<p><em>Innovationen und technischer Fortschritt sind f\u00fcr uns Schl\u00fcsselfaktoren, um das globale Wachstum und den Einsatz begrenzter Ressourcen nachhaltig zu gestalten. Mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern &#8220;Mechanik&#8221;, &#8220;Anlagenbau&#8221; und &#8220;Werkstoffe&#8221; erm\u00f6glichen wir unseren Kunden, sich Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erarbeiten sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ThyssenKrupp AG initiiert gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft ein branchen\u00fcbergreifendes Technologietransfer-Projekt, in dessen Mittelpunkt die Umwandlung von Prozessgasen aus der Stahlherstellung zu werthaltigen Chemikalien steht. Der Strom daf\u00fcr soll aus erneuerbaren Quellen stammen. \u201eDie Philosophie hinter dem Projekt ist die Umsetzung eines breit angelegten cross-industriellen Ansatzes. 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