{"id":18771,"date":"2014-01-10T02:00:01","date_gmt":"2014-01-10T00:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/agrar_forstwissenschaften\/wasserbedarf_minimieren_produktivitaet_erhalten_224518.html"},"modified":"2014-01-09T13:17:25","modified_gmt":"2014-01-09T11:17:25","slug":"wasserbedarf-minimieren-produktivitat-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wasserbedarf-minimieren-produktivitat-erhalten\/","title":{"rendered":"Wasserbedarf minimieren, Produktivit\u00e4t erhalten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18776 alignright\" alt=\"Agroscope\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/mm_140107_nfp61.jpg\" width=\"160\" height=\"105\" \/>Ein zunehmend w\u00e4rmeres Klima bedeutet f\u00fcr viele Landwirtinnen und Landwirte der Schweiz, dass sie ihre Kulturen insk\u00fcnftig vermehrt bew\u00e4ssern m\u00fcssen, obwohl viele Fl\u00fcsse weniger Wasser f\u00fchren. Die landwirtschaftliche Produktion wird jedoch nicht wesentlich geschm\u00e4lert, wenn die Zunahme des Wasserbedarfs begrenzt wird. Zu diesem Schluss gelangen Modellberechnungen, die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms &#8220;Nachhaltige Wassernutzung&#8221; (NFP 61) durchgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Der Klimawandel wird regional vermehrt zu Wasserknappheit f\u00fchren. Wenn die Wasserentnahmen nicht reguliert werden, k\u00f6nnen sie sich negativ auf die Wasserqualit\u00e4t und die Biodiversit\u00e4t der betroffenen Gew\u00e4sser auswirken. Um dies zu vermeiden, kann zus\u00e4tzliches Wasser \u00fcber Leitungen und Verteilnetze aus gr\u00f6sseren Gew\u00e4ssern herbeigef\u00fchrt werden. Das ist jedoch mit betr\u00e4chtlichen Kosten verbunden und belastet die Umwelt.<\/p>\n<h3>Optionen testen anhand von Fallstudien<\/h3>\n<p>Im Rahmen eines NFP 61-Projekts haben Forschende nach Alternativen gesucht, die nicht das Angebot erh\u00f6hen, sondern den Wasserbedarf der Landwirtschaft senken. In einem interdisziplin\u00e4ren Ansatz haben sie mit Hilfe von Modellberechnungen bis ins Jahr 2050 verschiedene Optionen f\u00fcr eine trockene (Broyeebene) und eine feuchtere Region (Greifensee) getestet (*). Dabei haben sie auch unterschiedliche wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen ber\u00fccksichtigt. &#8220;Das Ziel ist es, die Produktivit\u00e4t zu erhalten und dabei Wasserbedarf und Umweltauswirkungen zu minimieren&#8221;, sagt J\u00fcrg Fuhrer, der das Projekt &#8220;Wasserbedarf in der schweizerischen Landwirtschaft und nachhaltige Anpassungsstrategien der Land- und Wassernutzung&#8221; (AGWAM) bei Agroscope leitet.<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass auch unter einer starken Ver\u00e4nderung des Klimas in einer trockenheitsgef\u00e4hrdeten Region wie der Broyeebene ausgewogene Kompromissl\u00f6sungen in Landnutzung und Bewirtschaftung zumindest theoretisch m\u00f6glich sind. Diese k\u00f6nnten die klimabedingte Zunahme des Wasserbedarfs begrenzen, und gleichzeitig Verluste in Produktion oder Betriebseinkommen begrenzen. Zu den daf\u00fcr notwendigen Ver\u00e4nderungen geh\u00f6ren nebst der Verbesserung der Bew\u00e4sserungseffizienz auch Verschiebungen im Mix der angebauten Kulturen hin zu mehr Winterkulturen wie Winterraps oder -gerste, in der Bodenbearbeitung und letztlich auch in der Organisation der Kulturlandschaft, d.h. wo, welche Kulturen am besten angebaut werden.<\/p>\n<h3>Schrittweiser Wechsel zur wasserschonenden Produktion<\/h3>\n<p>Der betriebswirtschaftliche Teil der Untersuchung zeigt zudem auf, dass die Landwirtschaftsbetriebe aufgrund von \u00c4nderungen im Wasserpreis oder durch die Einf\u00fchrung von Wasserkontingenten Massnahmen ergreifen, um ihren Verbrauch zu reduzieren. Allerdings ergibt eine \u00d6kobilanzierung, dass die landwirtschaftliche Produktion weiterhin die Umwelt belastet &#8211; trotz aller Massnahmen, welche in der Studie ber\u00fccksichtigt wurden. Insbesondere zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen w\u00e4ren zus\u00e4tzliche Schritte hin zu einer ressourceneffizienten landwirtschaftlichen Praxis n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Gesellschaft, Verwaltung und Politik m\u00fcssen sich \u00fcberlegen, ob sie \u00fcber Anreize oder Vorschriften einen schrittweisen Wechsel hin zu einer wasserschonenden landwirtschaftlichen Produktion einleiten m\u00f6chten; oder ob durch weniger umweltfreundliche, rein technische L\u00f6sungen der Ist-Zustand unterst\u00fctzt werden soll. Ihre Studie liefere die wissenschaftlichen Grundlagen f\u00fcr eine Diskussion, welche mit Blick auf die erwarteten Klimaver\u00e4nderungen und die damit verbundenen Risiken f\u00fcr die Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen werde, meint Fuhrer.<\/p>\n<h3>1. Agroscope-Nachhaltigkeitstagung am 23. Januar 2014<\/h3>\n<p>Am 23. Januar 2014 organisiert das Institut f\u00fcr Nachhaltigkeitswissenschaften von Agroscope die Fachtagung &#8220;Wasser in der Landwirtschaft &#8211; heute und k\u00fcnftig&#8221;. Die Forschenden werden neue Erkenntnisse und Ans\u00e4tze zur Anpassung an ver\u00e4nderte Klimaverh\u00e4ltnisse pr\u00e4sentieren und diskutieren. Zur Sprache kommen aber auch politische Rahmenbedingungen zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel.<\/p>\n<p>(*) J\u00fcrg Fuhrer, Danielle Tendall, Tommy Klein, Niklaus Lehmann, and Annelie Holzk\u00e4mper (2013). Water Demand in Swiss Agriculture &#8211; Sustainable Adaptive Options for Land and Water Management to Mitigate Impacts of Climate Change (NRP 61 Project AGWAM)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.agroscope.ch\/publikationen\/02121\/04397\/index.html?lang=de\">Agroscope, Publikation<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.agroscope.ch\/veranstaltungen\/00610\/index.html?lang=de&amp;direction=asc&amp;orderby=\">Detailinformationen und Anmeldung (bis zum 14. Januar) zur Agroscope Nachhaltigkeitstagung: &#8220;Wasser in der Landwirtschaft \u2013 heute und k\u00fcnftig&#8221;:<\/a><\/p>\n<h3>Nationales Forschungsprogramm &#8220;Nachhaltige Wassernutzung&#8221; (NFP 61)<\/h3>\n<p>Das Nationale Forschungsprogramm &#8220;Nachhaltige Wassernutzung&#8221; (NFP 61) erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen und Methoden f\u00fcr einen nachhaltigen Umgang mit den Wasserressourcen, die unter zunehmendem Druck stehen. Das NFP 61 untersucht die von den klimatischen und gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen hervorgerufenen Auswirkungen auf diese Ressource und identifiziert die Risiken und zuk\u00fcnftigen Konflikte, die mit ihrer Nutzung verbunden sind. Das NFP 61 verf\u00fcgt \u00fcber 12 Millionen Schweizer Franken f\u00fcr eine Forschungsdauer von vier Jahren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nfp61.ch\/D\/Seiten\/home.aspx\">Webseite NFP 61<\/a><\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Prof. J\u00fcrg Fuhrer<br \/>\nForschungsgruppe Klima \/ Lufthygiene<br \/>\nAgroscope, Institut f\u00fcr Nachhaltigkeitswissenschaften INH<br \/>\nReckenholzstrasse 191<br \/>\nCH-8046 Z\u00fcrich<br \/>\nTel. +41 44 377 75 05<br \/>\nE-Mai: <a href=\"mailto:l juerg.fuhrer@agroscope.admin.ch\">l juerg.fuhrer@agroscope.admin.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Agrar- Forstwissenschaften] Die landwirtschaftliche Produktion wird jedoch nicht wesentlich geschm&auml;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[6314],"class_list":["post-18771","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-agroscope"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18771\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18771"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=18771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}