{"id":18750,"date":"2014-01-09T03:00:26","date_gmt":"2014-01-09T01:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=18750"},"modified":"2014-01-08T12:09:05","modified_gmt":"2014-01-08T10:09:05","slug":"umweltfreundlichere-klebstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/umweltfreundlichere-klebstoffe\/","title":{"rendered":"Umweltfreundlichere Klebstoffe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aromatische Verbindungen aus Lignin \u2013 einem Bestandteil von Holz \u2013 k\u00f6nnten bei der Herstellung von Klebstoffen oder Lacken erd\u00f6lbasierte Substanzen ersetzen und damit \u00bbgr\u00fcnere\u00ab Produkte erm\u00f6glichen. Allerdings lassen sich die Aromaten in einer verwertbaren Form bislang sehr schwer aus dem Lignin herausl\u00f6sen. Fraunhofer-Forscher entwickeln ein neues Verfahren, um die begehrten Substanzen leichter zug\u00e4nglich zu machen. Erste Ergebnisse pr\u00e4sentieren sie vom 17. bis 26. Januar auf der Gr\u00fcnen Woche in Berlin (Halle 5.2a, Stand 110).<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_18751\" aria-describedby=\"caption-attachment-18751\" style=\"width: 242px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18751  \" alt=\"Organosolv-Lignin nach F\u00e4llung und Filtration auf der Filterpresse.\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/pi02_-IGB_CBP_Umweltfreundlichere-Klebstoffe_g.jpg\" width=\"242\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/01\/pi02_-IGB_CBP_Umweltfreundlichere-Klebstoffe_g.jpg 1600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/01\/pi02_-IGB_CBP_Umweltfreundlichere-Klebstoffe_g-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2014\/01\/pi02_-IGB_CBP_Umweltfreundlichere-Klebstoffe_g-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-18751\" class=\"wp-caption-text\">Organosolv-Lignin nach F\u00e4llung und Filtration auf der Filterpresse. \u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure>\n<p>Holz ist eine kostbare und vielseitige Ressource: Wir k\u00f6nnen damit unsere Wohnr\u00e4ume heizen, es als Baustoff nutzen oder aus der enthaltenen Zellulose Papier herstellen. Doch auch die chemische Industrie hat das Potenzial von Holz als Rohstoffquelle l\u00e4ngst erkannt: Ihr Interesse gilt unter anderem dem Bestandteil Lignin. Dieser organische Stoff ist in der pflanzlichen Zellwand eingelagert und verleiht dem Holz seine Druck- und Bruchfestigkeit. Die darin enthaltenen aromatischen Verbindungen \u2013 eine Stoffklasse in der organischen Chemie \u2013 eignen sich sehr gut als Zwischenprodukt, um unterschiedlichste Produkte wie Klebstoffe oder Lacke herzustellen. Doch die Aromaten lassen sich nur sehr schwer aus dem Lignin herausl\u00f6sen \u2013 das macht seinen Einsatz unwirtschaftlich. Daher greift die Industrie bislang auf fossile Rohstoffe zur\u00fcck, um die entsprechenden Ausgangssubstanzen zu gewinnen.<\/p>\n<p>Im Projekt \u00bbLignoplast\u00ab entwickeln Forscher von drei Fraunhofer-Instituten in Kooperation mit mehreren Universit\u00e4ten und Partnern aus der Industrie neue Verfahren, um die aromatischen Verbindungen aus Lignin leichter gewinnen zu k\u00f6nnen. \u00bbIndem man Lignin f\u00fcr die chemische Industrie nutzbar macht, w\u00fcrde man eine viel h\u00f6here Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr die Ressource Holz erreichen. Au\u00dferdem ist es wesentlich nachhaltiger, die aromatischen Grundsubstanzen aus einem nachwachsenden Rohstoff zu gewinnen\u00ab, erl\u00e4utert Gerd Unkelbach vom Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna.<\/p>\n<h3>Lignin-Molek\u00fcle in kleine Einheiten spalten<\/h3>\n<p>Das Fraunhofer-Team hat nun einen Weg gefunden, die \u00e4u\u00dferst robusten und wider- standsf\u00e4higen Lignin-Molek\u00fcle in kleinere Einheiten zu spalten. Diese Bruchst\u00fccke enthalten zwar immer noch ein Gemisch aus 10 bis 30 verschiedenen Aromaten, das sich zu einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand auch nicht weiter aufreinigen l\u00e4sst. \u00bbIm Bereich von Harzen, Klebstoffen oder Lacken kommen jedoch in der Regel sowieso Aromatengemische zum Einsatz. Wir haben daher Prozesse und Produkte identifiziert, f\u00fcr die sich die Gemische aus unseren Verfahren eignen\u00ab, erkl\u00e4rt Unkelbach. Um die Aromaten zu Klebstoffen oder Lacken weiterzuverarbeiten, muss das Gemisch noch chemisch modifiziert und an die jeweilige Anwendung angepasst werden. F\u00fcr diesen Part sind vor allem die Industriepartner des Projekts zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Beschaffungsquelle f\u00fcr das Grundmaterial Lignin ist in erster Linie die papierprodu- zierende Industrie: Allein ein Zellstoffwerk produziert pro Jahr mehrere hunderttausend Tonnen Lignin. Es wird verbrannt, um Energie f\u00fcr die Chemikalienr\u00fcckgewinnung zu erzeugen, wobei viele Werke mehr Energie produzieren als sie f\u00fcr die R\u00fcckgewinnung ben\u00f6tigen. Zus\u00e4tzlich existiert am Fraunhofer CBP eine Pilotanlage, um Lignozellulose zu raffinieren. Solche Anlagen sind ein relativ neuer, viel versprechender Ansatz, um s\u00e4mtliche chemische Bestandteile von Holz in hochreiner Form zu gewinnen und weiter zu ver- arbeiten. Nicht zuletzt bleibt auch bei der Produktion von Bioethanol mittels S\u00e4ureverfahren, etwa aus Stroh, Lignin als Nebenprodukt \u00fcbrig. Auf der Gr\u00fcnen Woche werden die Forscher in Halle 5.2, Stand 110 ihr Konzept vorstellen und verschiedene Zwischenprodukte pr\u00e4sentieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aromatische Verbindungen aus Lignin \u2013 einem Bestandteil von Holz \u2013 k\u00f6nnten bei der Herstellung von Klebstoffen oder Lacken erd\u00f6lbasierte Substanzen ersetzen und damit \u00bbgr\u00fcnere\u00ab Produkte erm\u00f6glichen. Allerdings lassen sich die Aromaten in einer verwertbaren Form bislang sehr schwer aus dem Lignin herausl\u00f6sen. Fraunhofer-Forscher entwickeln ein neues Verfahren, um die begehrten Substanzen leichter zug\u00e4nglich zu machen. 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