{"id":18669,"date":"2014-01-03T03:15:52","date_gmt":"2014-01-03T01:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/biowissenschaften_chemie\/veraenderung_landnutzung_foerdert_biologische_224433.html"},"modified":"2014-01-01T13:23:28","modified_gmt":"2014-01-01T11:23:28","slug":"veranderung-der-landnutzung-fordert-die-biologische-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/veranderung-der-landnutzung-fordert-die-biologische-vielfalt\/","title":{"rendered":"Ver\u00e4nderung der Landnutzung f\u00f6rdert die biologische Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wird Gr\u00fcnland intensiv genutzt, nimmt die Biodiversit\u00e4t ab. Besonders betroffen sind dabei seltene Arten, wie eine neue Studie unter der Leitung von Berner Pflanzenwissenschaftlern zeigt. Solche negativen Auswirkungen k\u00f6nnten reduziert werden, wenn Landwirte die Intensit\u00e4t ihrer Bewirtschaftung in verschiedenen Jahren variieren w\u00fcrden.<\/strong><\/p>\n<p>Weltweit wird die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung als die gr\u00f6sste Bedrohung f\u00fcr die Artenvielfalt erachtet. Fr\u00fchere Studien \u00fcber die Auswirkungen der Landnutzungsintensit\u00e4t auf die Biodiversit\u00e4t beschr\u00e4nkten sich nur auf einzelne oder kleine Gruppen von Organismen.<\/p>\n<p>Die Effekte unterschiedlicher Nutzungen auf einzelne Arten k\u00f6nnen jedoch sehr unterschiedlich sein. Dies bedeutet, dass die Auswirkungen von Landnutzung auf die biologische Vielfalt oft nicht klar sind.<\/p>\n<p>Eine in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) ver\u00f6ffentlichte Studie, die von den Berner Professoren Eric Allan und Markus Fischer geleitet wurde, zeigt nun, dass Landwirte durch \u00c4nderungen der Bewirtschaftungsintensit\u00e4t \u00fcber die Zeit zum Schutz der biologischen Vielfalt im Gr\u00fcnland beitragen k\u00f6nnen. Diese \u00c4nderungen k\u00f6nnen einige der negativen Auswirkungen der intensiven Landnutzung reduzieren, insbesondere f\u00fcr seltene Arten.<\/p>\n<h3>Neuer Index charakterisiert Biodiversit\u00e4t eines \u00d6kosystems<\/h3>\n<p>Ein Team von 58 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Schweiz und Deutschland erstellte einen einzigartig umfassenden Datensatz \u00fcber die Biodiversit\u00e4t von 49 Organismengruppen, von Bakterien bis zu V\u00f6geln. Die Forschenden verwendeten Daten von Untersuchungsfl\u00e4chen, die sie in 150 unterschiedlich genutzten Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen in drei Regionen in Deutschland, den sogenannten Biodiversit\u00e4ts-Exploratorien, eingerichtet hatten.<\/p>\n<p>Die Landnutzung der Fl\u00e4chen variierte von extensiver Beweidung bis zu intensiver Mahd oder Beweidung mit hohem D\u00fcngereinsatz. Aus diesen Daten erstellten die Forschenden einen neuen \u00abMultidiversit\u00e4ts-Index\u00bb, womit die gesamte Biodiversit\u00e4t eines \u00d6kosystems charakterisiert werden kann.<\/p>\n<p>\u00abDie Studie zeigte, dass die biologische Vielfalt mit zunehmender Landnutzungsintensit\u00e4t sehr stark abnahm und dass seltenere Arten besonders stark beeintr\u00e4chtigt wurden\u00bb, erkl\u00e4rt Eric Allan vom Institut f\u00fcr Pflanzenwissenschaften der Universit\u00e4t Bern. Die Vielfalt von Pflanzen, Heuschrecken und Schmetterlingen sei insgesamt am st\u00e4rksten durch eine intensive Landnutzung gesunken.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse unterstreichen laut Eric Allan die ausserordentliche Bedeutung von extensiv bewirtschaftetem Gr\u00fcnland f\u00fcr den Naturschutz: \u00abDieser neue Index bietet ein einziges Mass der gesamten Biodiversit\u00e4t eines \u00d6kosystems und sollte es in Zukunft einfacher machen, die Auswirkungen von Naturschutz-Massnahmen oder Renaturierungs-Bem\u00fchungen auf die biologische Vielfalt zu beurteilen.\u00bb<\/p>\n<h3>Variation der Nutzungsintensit\u00e4t als neue Strategie<\/h3>\n<p>Interessanterweise fanden die Wissenschaftler eine viel h\u00f6here Artenvielfalt auf Fl\u00e4chen, bei denen die Landnutzungsintensit\u00e4t in den letzten Jahren variiert wurde als in Fl\u00e4chen mit gleichbleibender Landnutzungsintensit\u00e4t. \u00abDies deutet darauf hin, dass eine Variation der Bewirtschaftungsintensit\u00e4t \u00fcber die Zeit eine neue Strategie sein k\u00f6nnte, die biologische Vielfalt von Gr\u00fcnl\u00e4ndern zu erhalten, zum Beispiel durch die \u00c4nderung der Anzahl von Weidetieren oder der Mahd-H\u00e4ufigkeit zwischen den Jahren\u00bb, so Markus Fischer.<\/p>\n<p>Die in der Studie untersuchten seltenen Arten profitierten besonders von Landnutzungs\u00e4nderungen \u00fcber die Zeit: Bei mittlerer Landnutzungsintensit\u00e4t war die Vielfalt solcher seltenen Arten fast doppelt so hoch, wenn die Landnutzungsintensit\u00e4t zwischen den Jahren variiert wurde.<\/p>\n<p>\u00abDieses Ergebnis zeigt, dass die Landwirte bereits zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen k\u00f6nnten, wenn sie einfach die Intensit\u00e4t der Landnutzung zwischen den Jahren variieren w\u00fcrden, solange die mittlere Intensit\u00e4t der Landnutzung nicht zu hoch wird\u00bb, sagt Eric Allan.<\/p>\n<p><em><strong>Angaben zur Publikation<br \/>\n<\/strong>Allan E, Bossdorf O, Dormann CF, Prati D, Gossner M, Bl\u00fcthgen N, Barto K, Bellach M, Birkhofer K, Boch S, B\u00f6hm S, B\u00f6rschig C, Chatzinotas A, Christ S, Daniel R, Diekoetter T, Fischer C, Friedl T, Glaser K, Hallman C, Hoda\u0109 L, H\u00f6lzel N, Jung K, Klein AM, Klaus V, Kleinebecker T, Krauss J, Lange M, M\u00fcller J, Nacke H, Pa\u0161ali\u0107 E, Rillig M, Rothenw\u00f6hrer C, Schall P, Scherber C, Schulze W, Socher S, Steckel J, Steffan-Dewenter I, T\u00fcrke M, Tscharntke T, Weiner C, Werner M, Westphal C, Wolters V, Wubet T, Gockel S, Gorke M, Hemp A, Renner SC, Sch\u00f6ning I, Pfeiffer S, K\u00f6nig-Ries B, Buscot F, Linsenmair KE, Schulze ED, Weisser WW, Fischer M: Interannual variation in land-use intensity enhances grassland multidiversity, PNAS, in press, doi: 10.1073\/pnas.1312213111.<\/em><\/p>\n<p><strong>Kontakte<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Eric Allan,<br \/>\nInstitut fu\u0308r Pflanzenwissenschaften<br \/>\nTel. +41 77 437 54 73<br \/>\ne-Mail: <a href=\"mailto:eric.allan@ips.unibe.ch\" target=\"_blank\">eric.allan@ips.unibe.ch<\/a><\/p>\n<p>Prof. Dr. Markus Fischer,<br \/>\nInstitut fu\u0308r Pflanzenwissenschaften<br \/>\nTel. +41 78 875 95 62<br \/>\ne-Mail: <a href=\"mailto:markus.fischer@ips.unibe.ch\" target=\"_blank\">markus.fischer@ips.unibe.ch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Biowissenschaften Chemie] Weltweit wird die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung als 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