{"id":18454,"date":"2013-12-11T08:15:52","date_gmt":"2013-12-11T06:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/root,did=167772.html"},"modified":"2013-12-11T09:27:56","modified_gmt":"2013-12-11T07:27:56","slug":"evonik-auf-biookonomie-kurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/evonik-auf-biookonomie-kurs\/","title":{"rendered":"Evonik auf Bio\u00f6konomie-Kurs"},"content":{"rendered":"<p>Langsam vollzieht sich in der Chemie-Industrie ein Wandel: Immer st\u00e4rker r\u00fccken biotechnische Produktionsverfahren und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in den Fokus. Mit gro\u00dfem Forschungsaufwand werden die bisherigen Verfahren umgestellt. Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik will sich nun an die Spitze dieser Bewegung setzen. Mit Millionenaufwand wird die Biotech-Sparte ausgebaut und die strategische Forschung neu aufgestellt. Am 4. Dezember stellte der Konzern seine Pl\u00e4ne Journalisten in Marl vor. Dort ist Creavis, die Einheit f\u00fcr strategische Forschung von Evonik, angesiedelt.<\/p>\n<p>Mit einer Innovationsoffensive will der Essener Konzern neue Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten erschlie\u00dfen. Daf\u00fcr soll die bei der Gesch\u00e4ftseinheit Creavis angesiedelte strategische Forschung neu aufgestellt werden. \u201eWir wollen den Wert unserer Innovationspipeline weiter erh\u00f6hen\u201c, k\u00fcndigt Vorstandsmitglied Patrick Wohlhauser an. K\u00fcnftig sollen Neuentwicklungen einen gr\u00f6\u00dferen Beitrag zu Umsatz und Gewinn leisten. Die selbstgesteckten Ziele sind ehrgeizig: Bis 2018 soll der Konzernumsatz auf rund 18 Milliarden Euro steigen \u2013 von etwa 13 Milliarden Euro im Jahr 2012.<\/p>\n<h3>Biotechnologie leistet wichtigen Beitrag<\/h3>\n<p>Immer schnellere Produkt- und Innovationszyklen machten die Reorganisation erforderlich. Mehr als 390 Millionen Euro investieren die Essener j\u00e4hrlich in die Forschung und Entwicklung. Etwa 2.500 Mitarbeiter arbeiten an mehr als 500 verschiedenen Projekten. Auch k\u00fcnftig soll rund sechs Prozent des Umsatzes in Forschungsprojekte investiert werden. Davon werde auch die Biotech-Sparte von Evonik profitieren, stellt Wohlhauser in Aussicht: \u201eBiotechnologie leistet einen deutlichen Beitrag insbesondere zum Megatrend Gesundheit und Ern\u00e4hrung. Bis 2020 wollen wir mit biotechnologisch hergestellten Produkten allein im Gesch\u00e4ftsbereich Health &amp; Nutrition eine Milliarde Euro umsetzen.\u201c Im vergangenen Jahr waren es noch rund 300 Millionen. Euro.<\/p>\n<h3>Aminos\u00e4uren f\u00fcr Tierfutttermittel<\/h3>\n<p>Gute Gesch\u00e4fte macht Evonik derzeit unter anderem mit Aminos\u00e4uren, die Tierfuttermitteln zugesetzt werden. In nat\u00fcrlichen Proteinquellen sind Bausteine wie Lysin (mehr&#8230;), Threonin oder Tryptophan h\u00e4ufig nur in geringen Mengen, andere Aminos\u00e4uren hingegen deutlich h\u00e4ufiger enthalten. Tierfutter werden daher einzelne Aminos\u00e4uren zugesetzt, so dass H\u00fchner schneller wachsen oder K\u00fche mehr Milch produzieren k\u00f6nnen. Evonik hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Aminos\u00e4ure Lysin in gro\u00dfen Mengen mithilfe von Bakterien produzieren l\u00e4sst. Allein diese biotechnischen Produktionsanlagen sollen bis 2015 f\u00fcr 350 Millionen Euro ausgebaut werden. \u201eEs sind neue Anlagen im russischen Wolgodonsk und im brasilianischen Castro in Bau. Die weltweite Kapazit\u00e4t wird mit diesen Anlagen fast 500.000 Jahrestonnen betragen\u201c, sagte Ralf Kelle, Vice President R&amp;D Bioproducts Health &amp; Nutrition.<\/p>\n<h3>Neue Biobausteine f\u00fcr gr\u00fcne Kunststoffe<\/h3>\n<p>Ein anderes Entwicklungsprojekt besch\u00e4ftigt sich mit der Herstellung von biobasiertem Kunststoff. Gef\u00f6rdert vom Bundesministerium fu\u0308r Bildung und Forschung hat Evonik ein Verfahren entwickelt, um den Hochleistungskunststoff PA12 aus Palmkern\u00f6l herzustellen. In einer Pilotanlage in der Slowakei wandeln gentechnisch modifizierte E. coli-Bakterien das Palmkern\u00f6l zur PA12-Vorstufe \u03c9-Amino-Laurins\u00e4ure (ALS) um. Sie kann von der Industrie dann wie bisher genutzt werden, um daraus PA12 zu polymerisieren. \u201eStammentwicklung, Prozessentwicklung und Entwicklung der Aufarbeitung wurden vor mehr als fu\u0308nf Jahren gestartet\u201c, sagte Ju\u0308rgen Herwig, der Leiter Prozess- und Produktentwicklung High Performance Polymers bei Evonik.<\/p>\n<h3>Synthesegas als Rohstoff<\/h3>\n<p>Noch in den Kinderschuhen steckt die Idee, Kohlendioxid als Rohstoff zu nutzen. Immerhin: Dem Konzern ist es in einem vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung Landwirtschaft und Verbraucherschutz gef\u00f6rderten Projekt zum ersten Mal \u00fcberhaupt gelungen, reine 2-Hydroxy-Isobutters\u00e4ure (2-HIBS) aus Synthesegas unter industriellen Bedingungen zu erzeugen. 2-HIBS ist ein wichtiges Vorprodukt, aus ihm wird beispielsweise Plexiglas hergestellt. Synthesegase sind Gasgemische haupts\u00e4chlich aus Kohlenmonoxid oder Kohlendioxd und Wasserstoff. Sie k\u00f6nnen aus Agrarabf\u00e4llen erzeugt werden und fallen als Industrieabgase zum Beispiel bei der Stahlproduktion an. \u201eWir haben gezeigt, dass es einen sicheren Weg geben kann, ku\u0308nftig unterschiedliche Produkte aus Synthesegas mit Hilfe von Bakterien herzustellen\u201c, sagt Peter Nagler, Chief Innovation Officer von Evonik. Nun geht es darum, diese Idee zu optimieren und weiterzuentwickeln. Bis zur Marktreife werden wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Der Essener Konzern hat zumindest schon Weichen gestellt auf dem Weg hin zu einer biobasierten Wirtschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Spezialchemie-Konzern Evonik baut seine Biotechnologie-Aktivit&auml;ten aus. Mehr als 350 Millionen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[6286,43],"class_list":["post-18454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-evonik-industries-ag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18454"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18454\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18454"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=18454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}