{"id":18364,"date":"2013-12-05T09:07:30","date_gmt":"2013-12-05T07:07:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.innovations-report.de\/html\/berichte\/biowissenschaften_chemie\/synthesegas_schmeckt_bakterien_223616.html"},"modified":"2013-12-05T10:25:39","modified_gmt":"2013-12-05T08:25:39","slug":"synthesegas-schmeckt-bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/synthesegas-schmeckt-bakterien\/","title":{"rendered":"Synthesegas schmeckt Bakterien"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Evonik zeigt im Labor: biotechnologische Herstellung von Spezialchemie aus Abgasstr\u00f6men kann gelingen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Von Bakterien der fr\u00fchen Erdgeschichte gelernt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Meilenstein f\u00fcr Biotechnologie der dritten Generation<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Evonik Industries ist es im Labor erstmals gelungen, reine 2-Hydroxy-Isobutters\u00e4ure, kurz 2-HIBS, biotechnologisch aus Synthesegas unter industriellen Bedingungen zu erzeugen. 2-HIBS ist ein Vorprodukt f\u00fcr den Kunststoff PLEXIGLAS\u00ae. Synthesegas l\u00e4sst sich beispielsweise aus Abgasstr\u00f6men gewinnen. &#8220;Wir haben gezeigt, dass es einen sicheren Weg geben kann, k\u00fcnftig unterschiedliche Produkte aus Synthesegas mit Hilfe von Bakterien herzustellen&#8221;, sagt Dr. Peter Nagler, Chief Innovation Officer von Evonik. Neben 2-HIBS f\u00fcr die Kunststoffindustrie k\u00f6nnten das deren Derivate f\u00fcr die Kosmetikindustrie oder etwa C4-Alkohole f\u00fcr die Lackindustrie sein.<\/strong><\/p>\n<p>Synthesegase sind Gasgemische haupts\u00e4chlich aus Kohlenmonoxid oder Kohlendioxd und Wasserstoff. Sie k\u00f6nnen aus kommunalen oder Agrarabf\u00e4llen erzeugt werden und fallen als Industrieabgase zum Beispiel bei der Stahlproduktion an. Synthesegas wird seit Jahrzehnten in der chemischen Synthese eingesetzt. Die F\u00e4higkeit, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Wasserstoff in h\u00f6herwertige Molek\u00fcle zu verwandeln, hat Evonik Bakterien der fr\u00fchesten Erdgeschichte abgeschaut &#8211; der Zeit, als in der Erdatmosph\u00e4re noch kein Sauerstoff vorhanden war. Die genetische Information f\u00fcr diese Prozesse ist heute noch in bestimmten Mikroorganismen vorhanden. Evonik nutzt deren Enzyme, um eine Zellfabrik zu gestalten, die aus Synthesegas Spezialchemie macht.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler bei Evonik arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, diese Idee zu optimieren und weiterzuentwickeln. &#8220;Der Weg zum industriellen Produktionsprozess in gro\u00dfem Ma\u00dfstab, in dem mit Hilfe von Bakterien aus Synthesegas hochwertige Spezialchemie wird, ist lang&#8221;, sagt Dr. Thomas Haas, Leiter der Biotechnologie in der Creavis, der strategischen Innovationseinheit von Evonik. &#8220;Bis zur Marktreife werden noch einige Jahre ins Land gehen.&#8221;<\/p>\n<p>Evonik sieht in der Biotechnologie ein Innovationsfeld mit gro\u00dfem Potenzial. Das Spezialchemieunternehmen stellt bereits heute hochwertige Produkte biotechnologisch her. Diese industrielle Biotechnologie der ersten Generation setzt Pflanzen\u00f6le, Getreide oder Zucker als Rohstoff f\u00fcr die Fermentation ein. Evonik erzeugt so unter anderem Aminos\u00e4uren und kosmetische Inhaltsstoffe. Die ersten Anlagen zur Biotechnologie der zweiten Generation werden gerade gebaut und verwenden Pflanzenreste aus der Land- und Forstwirtschaft. Evonik hat hier nur wenige Aktivit\u00e4ten und wendet sich gleich verst\u00e4rkt der dritten Generation zu.<\/p>\n<p>Haas sagt: &#8220;Wir forschen an der dritten Generation der Biotechnologie, da diese neben Zucker oder Pflanzenresten nach der Umwandlung in Synthesegas auch Abfallstoffe anderen Ursprungs, wie kommunale Abf\u00e4lle oder Industrieabgase, als Rohstoff nutzen k\u00f6nnte. So werden wir unabh\u00e4ngiger von fossilen, aber auch von einzelnen nachwachsenden Rohstoffen, die eventuell in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen.<\/p>\n<p>2-HIBS l\u00e4sst sich auch chemisch herstellen. Sowohl das chemisch als auch das biotechnologisch hergestellte Produkt lassen sich weiter in Methylmethacrylat (MMA) verwandeln. MMA steckt in Lacken, Farben und Rostschutzanstrichen, in weichen Kontaktlinsen und in Zahnimplantaten. Aus Polymethylmethacrylat (PLEXIGLAS\u00ae) entstehen Platten und Profile, D\u00e4cher und Schallschutzw\u00e4nde ebenso wie Formteile f\u00fcr den Automobilbau oder Backlight Units f\u00fcr die Beleuchtung von Flachbildschirmen. Evonik ist einer der gr\u00f6\u00dften Produzenten von MMA.<\/p>\n<p>Die Forschungsarbeiten werden teilweise durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><em><strong>\u00dcber Evonik<br \/>\n<\/strong>Evonik, der kreative Industriekonzern aus Deutschland, ist eines der weltweit f\u00fchrenden Unternehmen der Spezialchemie. Profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Die Aktivit\u00e4ten des Konzerns sind auf die wichtigen Megatrends Gesundheit, Ern\u00e4hrung, Ressourceneffizienz sowie Globalisierung konzentriert. Evonik profitiert besonders von seiner Innovationskraft und seinen integrierten Technologieplattformen.<\/em><\/p>\n<p><em>Evonik ist in mehr als 100 L\u00e4ndern der Welt aktiv. \u00dcber 33.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Gesch\u00e4ftsjahr 2012 \u2013 ohne Real Estate &#8211; einen Umsatz von rund 13,4 Milliarden \u20ac und ein operatives Ergebnis (bereinigtes EBITDA) von rund 2,4 Milliarden \u20ac.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Biowissenschaften Chemie] Evonik Industries ist es im Labor erstmals gelungen, reine 2-Hydroxy-Isob&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[43],"class_list":["post-18364","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-evonik-industries-ag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18364"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18364\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18364"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=18364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}